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Hockey - Nationalmannschaft  

Für den Weltmeister zählt nur Platz eins

12.02.2010, 23:04 Uhr | dpa

Bundestrainer Markus Weise weiß, was die Stunde geschlagen hat (Foto: imago)Bundestrainer Markus Weise weiß, was die Stunde geschlagen hat (Foto: imago) Dabeisein ist alles. Für Deutschlands erfolgsverwöhnte Hockey-Weltmeister gilt bei der Olympia-Ausscheidung in Japan das Motto: Alles oder nichts. Denn nur der Turniersieger im Feld der sechs Teams löst das begehrte Ticket nach Peking. "Das haben wir uns durch unser schwaches EM-Abscheiden selbst eingebrockt. Wenn wir es nicht schaffen sollten, die Qualifikation zu gewinnen, dann hätten wir es auch nicht verdient, in Peking dabei zu sein. So bitter dies dann sicher auch wäre", sprach Kapitän Timo Wess vor dem Start in das achttägige Turnier klare Worte. Ebenso unzweideutig formuliert Bundestrainer Markus Weise, was er von seinen favorisierten Mannen erwartet - totale Hingabe von Anfang bis Ende: "Wir wissen, dass wir alle Gegner schlagen können - und auch müssen."

Umstrittener Modus

Die Tücke stellt der nicht nur für Weise umstrittene Modus dar: Denn nach den Duellen mit Italien, der Schweiz, Malaysia, Japan und Polen steht am 13. April das alles entscheidende Finale zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten an - die Spannung muss also bis zur letzten Sekunde hochgehalten werden. Ein Versagen wie bei der Europameisterschaft 2007 in Manchester, als die DHB-Auswahl Belgien völlig unerwartet im Spiel um Platz 3 mit 3:4 unterlag und die Olympia-Direktqualifikation verspielte, hätte fatale Folgen. Denn dann würde wie 1964 in Tokio der Jahres-Höhepunkt ohne die deutschen Hockey-Herren stattfinden.

Mit voller Kraft in jedes Match

"Wir haben uns deshalb vorgenommen, das Turnier in Japan mental so anzugehen, dass wir nicht fünf Spiele plus ein Endspiel haben, sondern dass wir in jedem Match volle Kraft geben. Je disziplinierter man das schafft, desto besser", glaubt Weise. Das Team, das den WM-Titel von 2002 vier Jahre später in Mönchengladbach unter Erfolgscoach Bernhard Peters verteidigte und ein Jahr später dann Weise in seinem ersten wichtigen Turnier bei der EURO so arg enttäuschte, ist gewarnt. Denn beim ersten Ausscheidungs-Turnier im Februar siegte am Ende nicht das favorisierte Team aus Argentinien, sondern Gastgeber Neuseeland.

Zwei Weltmeister bleiben zu Hause

In Kakamigahara tragen die Deutschen als Weltranglisten-Erste die Rolle der klaren Nummer 1, dort könnte aber ebenfalls der Gastgeber (Weltranglisten-11.) zum Stolperstein werden. "Die vermeintlichen Hauptkonkurrenten um die Final-Teilnahme dürften Malaysia, Polen und Japan sein. Für mich ist Japan, mit dem Heimvorteil im Rücken, das Team, dem ich am ehesten zutraue, ganz vorn mitzuspielen", urteilte Weise. Er hat "den derzeit stärksten Kader" nach Japan mitgenommen: So blieben nach intensiver Vorbereitung auf das Turnier und knallharter Auslese die Weltmeister Carlos Nevado und Justus Scharowsky auf der Strecke. "Sportlich und athletisch sind wir bestens vorbereitet", glaubt der Bundestrainer.

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