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Schalke 04: Niemand wollte Slomkas Qualitäten sehen

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Die Lage der Liga  

Niemand wollte Slomkas Qualitäten sehen

12.04.2008, 19:58 Uhr | Julian Moering, t-online.de

Ein Kommentar von Julian Moering

Mirko Slomka will sich nicht mehr verteidigen. (Foto: ddp) "Ich habe keine Lust mehr mich zu verteidigen." Diese Worte stammen von Schalke-Trainer Mirko Slomka, geäußert kurz nach der 1:5-Klatsche seiner Mannschaft bei Werder Bremen. "Vor dem Spieltag waren wir Zweiter der Tabelle, standen unter den acht besten Mannschaften Europas" - Tatsachen, die einen Trainer eigentlich mit Stolz erfüllen sollten, aus dem Mund von Slomka klangen sie jedoch seltsam resigniert. Wahrscheinlich ahnte er da schon, dass nur einen Tag später seine Entlassung folgen sollte. Nach der deutlichen Niederlage im Kampf um die Champions-League-Plätze meldeten sich die Slomka-Zweifler noch eindringlicher zu Wort - und das mit Erfolg. Der Rauswurf von Slomka hinterlässt jedoch einen seltsamen Beigeschmack, war die Kritik an seiner Person doch zu keiner Zeit sachlicher Natur und in der Schärfe maßlos überzogen.

Bilanz Schalke gegen Bremen

Ein schmaler Grat

Das Erreichen des Viertelfinals in der Champions League und die Tatsache, dass Schalke 04 immer noch Chancen auf Platz zwei in der Liga hat, zeugen eindeutig von Slomkas Qualitäten als Trainer. In Bremen, wie schon zuvor in Barcelona beim Ausscheiden aus Europas Königsklasse, waren die Knappen keineswegs die schlechtere Mannschaft. Die ungenügende Chancenauswertung verhinderte hier wie dort ein besseres Ergebnis. Und genau da lag in den Augen der Kritiker der königsblaue Hund begraben: In den entscheidenden Momenten fehlte es den Schalkern unter Slomkas Regime an Durchsetzungskraft und Siegeswillen. Im letzten Jahr schenkten sie auf der Zielgeraden die Meisterschaft her, vor zwei Jahren vergab man leichtfertig den Einzug ins UEFA-Cup-Finale. Doch man kann die Geschehnisse auch pro Slomka auslegen: Immerhin spielte er lange um die Meisterschaft mit und führte seine Elf ins Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs. Im Fall Slomka war diese Art der Auslegung merkwürdiger Weise kaum verbreitet.

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Keine Rückendeckung

Einerseits ist es nachvollziehbar, dass Schalke 04 jetzt einen Schlussstrich gezogen hat. Ein Trainer halten zu wollen, der in solchem Maße in der öffentlichen Kritik steht, lässt sich nur schwer vermitteln. Andererseits ist der Klub nicht ganz unschuldig an den Geschehnissen der Vergangenheit. Immer dann, wenn Slomka sie am nötigsten gehabt hätte, blieb die Rückendeckung seitens der Vereinsführung aus. Ein klares Bekenntnis und das Herausstellen seiner Qualitäten wäre ein probates Mittel gewesen, den öffentlichen Druck auf den Trainer in Grenzen zu halten. Ein gutes Beispiel hierfür ist wieder einmal Werder Bremen: Als es zu Beginn der Saison und auch in der Rückrunde nicht lief, beeilten sich alle im Verein zu betonen, dass man weiterhin von Trainer Thomas Schaaf überzeugt sei. So schnell wie sie gekommen waren, so schnell verschwanden die Zweifel am Werder-Coach wieder. In Schalke ist es anders gelaufen - ein ausschlaggebender Grund dafür, dass sich Slomka trotz guter Arbeit einen neuen Job suchen muss.

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