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Der Traum dauerte nur 28 Monate

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Super Aguri  

Der Traum dauerte nur 28 Monate

06.05.2008, 11:49 Uhr | dpa, t-online.de

Ein ganzes Team nimmt Abschied: Super Aguri (Foto: dpa)Ein ganzes Team nimmt Abschied: Super Aguri (Foto: dpa) Was lange währt, wird endlich gut: Im Falle des japanischen Formel-1-Teams Super Aguri trifft das beliebte Sprichwort allerdings nicht zu. Denn nach den schier endlosen Verhandlungen um eine mögliche Rettung des finanziell schwer angeschlagenen Rennstalls gab Eigentümer Aguri Suzuki nun das endgültige Aus bekannt. "Um mir meinen Traum, Eigentümer eines Formel-1-Teams zu werden, zu erfüllen, habe ich mich im November 2005 für einen Startplatz in der Formel-1-Weltmeisterschaft beworben", erklärte Suzuki. "Seither war ich zwei Jahre und vier Monate lang mit dem Super-Aguri-Team in der Weltmeisterschaft dabei, aber bedauerlicherweise muss ich jetzt mitteilen, dass das Team heute seine Rennaktivitäten einstellt."

Honda lässt Aguri am langen Arm verhungern

Noch am Dienstag hatte der Vorstand des japanischen Automobil-Herstellers und Formel-1-Konkurrenten Honda über das Übernahmeangebot einer deutschen Unternehmensgruppe (Weigl-Gruppe) beraten, stimmte aber dem Verkauf an den potenziellen Investor nicht zu. Hondas Formel-1-Verantwortlicher Nick Fry hatte schon in den vergangenen Wochen nur noch wenig Interesse gezeigt, das Team mit Chassis, Motor und vor allem finanziell zu unterstützen. Angeblich soll auf sein Geheiß hin den Lkws von Super Aguri, mit denen Ersatzteile und das Motorhome in die Türkei gebracht worden waren, am vergangenen Sonntag die Zufahrt zum Istanbul Speed Park verweigert worden sein.

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Investoren springen nach und nach ab

Die Krise war ausgelöst worden, nachdem ein Großsponsor im vergangenen Jahr nicht wie vereinbart gezahlt haben soll. "Der Vertragsbruch durch unseren Partner SS United hat zum Verlust der finanziellen Unterstützung geführt und das Team in finanzielle Schwierigkeiten gebracht", sagte der 47-jährige Suzuki, der selbst von 1988 bis 1995 64 Grand Prix bestritten hat. Die Notlage verschärfte sich, als im vergangenen Monat eine Investoren-Gruppe (Magma) ihr Interesse an einem Kauf zurückzog.

Verbot von Kundenautos macht die Formel 1 noch teurer

Erschwerend wirkte für den Rennstall, dass künftig Kundenautos verboten werden sollen. So hätte Super Aguri einen eigenen Wagen entwickeln müssen, was wiederum sehr kostspielig ist. Die veränderten Rahmenbedingungen für das Team hatten sich negativ auf die Möglichkeit ausgewirkt, Partner zu finden. "Wir haben es mit Hilfe von Honda irgendwie geschafft, das Team am Laufen zu halten, aber wir finden es schwer, einen Weg zu finden, um unsere Tätigkeiten in Zukunft innerhalb der Formel 1 fortzusetzen", meinte Suzuki.

Keine Punkte durch Sato und Davidson

Super Aguri war trotz der Geldnöte in den ersten vier Rennen 2008 an den Start gegangen. Allerdings konnte weder der Japaner Takuma Sato, noch sein britischer Teamkollege Anthony Davidson in die Punkteränge fahren. Die Präsentation des neuen Wagens hatte vor der Saison wegen der fehlenden Mittel abgesagt werden müssen, Suzuki war fast ausschließlich mit der Suche nach Sponsoren beschäftigt.

Eine Saison kostet rund 100 Millionen Dollar

Super Aguri ist das vorerst letzte in einer langen Reihe von Teams, die im Milliarden-Zirkus Formel 1 mangels Geld nicht mehr auftreten können. Nachdem immer mehr Automobil-Hersteller eigene Teams in der Formel 1 unterhalten, ist es für private Rennställe immer schwieriger, finanziell mitzuhalten. Rund 100 Millionen Dollar pro Saison muss man aufbringen, um bei dem PS-Spektakel dabei zu sein. Etliche Rennställe wie Prost, Jordan, Jaguar oder Arrows zogen sich in den vergangenen Jahren zurück oder wurden übernommen.

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