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Formel-1-Kolumne  

Wenn Taktik die Spannung killt

11.05.2008, 21:03 Uhr | t-online.de

Von Elmar Brümmer, Istanbul

An der Box entschied sich Hamiltons Rennen (Foto: Reuters)An der Box entschied sich Hamiltons Rennen (Foto: Reuters) Es soll vor langer, langer Zeit einmal eine Rennserie namens Formel 1 gegeben haben, in der es auf die Autos, den Motor, den Fahrer und das Überholen angekommen ist. Doch damit hatte das, was an Pfingsten beim Großen Preis der Türkei veranstaltet wurde, nichts gemein. Denn am Bosporus drehte sich alles um Reifen, Temperaturen, Benzinlast und Strategien. Nicht, dass dabei keine Spannung aufgekommen wäre, immerhin wurde der Spitzenreiter Felipe Massa in Runde 24 sogar überholt. Doch nur Insider wie Mercedes-Sportchef Norbert Haug konnten daraus die Befriedigung eines "großartigen Rennens" ziehen. Und selbst Haug musste zugeben: "Die Problematik der modernen Formel 1 ist es, dass man diese Spannung richtig rüberbringen muss." Wie wahr.

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Rennbericht Massa ist der König der Türkei

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"Aggressivster Angriff der Silberpfeil-Fraktion"

So richtig erklären können sich aber auch die direkt Beteiligten nicht, was da genau passiert ist und warum sich die Faustformeln bei der Sprit- und Gummikalkulation so urplötzlich und zum Teil dramatisch veränderten. Was das Strategie-Rennen angeht sind die Ansichten gegensätzlich. McLaren-Mercedes verwies darauf, die ungewöhnliche Drei-Stopp-Strategie ursprünglich nur gewählt zu haben, um bei der Reifenbelastung kein Risiko einzugehen. Vom Reifenmonopolisten Bridgestone wurde das bestätigt. Warum nur Hamiltons Auto davon betroffen war, ist noch nicht analysiert - zumal drei Fahrzeuge mit nur einem einzigen Stopp aus der Not eine Tugend machten. Aber Ferraris Teamchef Stefano Domenicali wertet die gewählte Variante als den "bisher aggressivsten" Angriff der Silberpfeil-Fraktion.

Zum Durchklicken Crash zwischen Fisichella und Nakajima in Bildern

Archiv Videos zur Formel-1-Saison 2008

Schlüsselszene nicht weiter tragisch genommen

Den Mut der Verzweiflung kann man angesichts der drohenden roten Dominanz sicher nicht ganz von der Hand weisen. Schließlich hat bei den letzten vier der bisher fünf Rennen in dieser Saison stets ein rotes Auto die Nase vorn gehabt, inzwischen paritätisch zwischen Massa und dem WM-Titelverteidiger Räikkönen verteilt. Auch das eine der vielen widersprüchlichen Bilanzen im Istanbul Speed Park: Ferrari kann noch so sehr in Problemen stecken und ist am Ende dennoch obenauf. Das war eigentlich schon klar, als Massa von der Pole-Position aus in der ersten Kurve des Otodroms die Führung behielt.

Massa: "Ich hätte mich sonst mehr gewehrt"

Die Schlüsselszene für Hamilton, mit der dieser das Ferrari-Duo sprengte, nahm der Hattrick-Sieger von Istanbul ("Ich sollte eigentlich nach einem türkischen Pass fragen") nicht weiter tragisch: "Ich wusste, dass er einmal mehr stoppen musste, sonst hätte ich mich mehr gewehrt." In der Tat, neun Runden später musste der Brite schon wieder zum Tanken abbiegen.

Angriff bedeutet größeres Risiko

Immerhin könnte der Strategie-Coup von Mercedes, Hamilton von der dritten Startposition auf den zweiten Rang vorgetankt zu haben, Trendwirkung besitzen. Wer angreifen muss, ist zu größeren Risiken verdammt. Die Stärke Ferraris lässt sich auch daran ablesen, dass Räikkönen mit einer früh zerstörten Fahrzeugbalance doch noch relativ gefestigt das Podium erreichen konnte. Spannung, so die Schlussfolgerung aus der durch Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche verstärkten Mercedes-Führungsetage, "kommt immer da zustande, wo es Raum zur Improvisation gibt."

Hamilton: "Bestes Rennen meines Lebens"

Lewis Hamilton wertet den erkämpften zweiten Platz, zu dem er bei freier Fahrt mehrere Runden beitrug, in denen er durch die Leichtigkeit des Silberpfeils mehr als eine Sekunde pro Umlauf gegenüber der Ferrari-Konkurrenz herausfahren konnte, gar als "das beste Rennen meines Lebens". Besser geht’s nicht? Nur mit einem besseren Qualifikationsergebnis. Aber wir wissen ja: Die Reifen...

BMW spricht weiter von einen Dreikampf

Auch der Große Preis der Türkei bot ein ähnlich prozessionsartiges Bild wie die noch etwas ärmeren letzten Rennen in Bahrain und Barcelona. McLaren-Mercedes ist, allerdings auf die Streckencharakteristik des Speed Parks bezogen, näher gekommen. Platz zwei ist nach zwei Ferrari-Doppelerfolgen in Serie durchaus ein Erfolg. BMW sieht sich weiter entfernt, aber Motorsportdirektor Mario Theissen will - belegt durch die Ränge vier und fünf der Schützlinge Kubica und Heidfeld - weiterhin "von einem Dreikampf" und nicht von einem Abwärtstrend sprechen. In Monte Carlo sieht er die blau-weißen Boliden, die in der Qualifikation ihre liebe Not mit den Pneus hatten, wieder besser im Rennen.

Und wenn dann noch die Strategie stimmt...

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