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Olympia 2008: Schwimmerin Natalie du Toit startet trotz Beinamputation

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Olympia 2008  

Mit nur einem Bein Richtung Medaille

16.05.2008, 12:43 Uhr | dpa

Natalie du Toit hofft in Peking auf eine Medaille (Foto: imago)Natalie du Toit hofft in Peking auf eine Medaille (Foto: imago) Die erste Schwimmerin, die mit nur einem Bein an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen darf, gibt sich bescheiden. Die Frage, ob sie dort auf dem Siegertreppchen stehen wird, will Südafrikas Star Natalie du Toit ungern beantworten. "Ich bin froh, es unter die Top Ten geschafft zu haben", sagte die 24 Jahre alte unterschenkelamputierte Athletin in dieser Woche bei ihrer Rückkehr in die Heimat. Du Toit hatte bei den Weltmeisterschaften in Sevilla das 10-Kilometer-Langstreckenschwimmen in offenem Wasser als Vierte absolviert und sich damit für die Olympia-Premiere dieser Disziplin qualifiziert.

Unfall mit schrecklicher Folge

Die junge Frau aus Kapstadt wird zudem auch an den Paralympics teilnehmen. "Mein Traum war es immer, zu Olympia zu fahren", sagte du Toit. 2001 war sie auf dem Weg vom Training zur Schule auf ihrem Roller unterwegs, als sie von einem Auto erfasst wurde. Einige Tage später musste ihr linkes Bein oberhalb des Knies amputiert werden. "Ich fragte meine Mutter, wann sie es abnehmen werden, und sie sagte: Sie haben es bereits abgenommen", erinnert sich du Toit an jene Tage im Krankenhaus.

Kein Vergleich mit Oscar Pistorius

Bereits wenige Monate nach ihrer Entlassung aus der Klinik nahm Natalie du Toit, die im Jahr 2000 die Qualifikation für die Spiele in Sydney nur knapp verpasst hatte, das Training wieder auf. "Am Anfang fühlte es sich noch so an, als ob mein Bein da wäre". Im Wasser, sagte sie, fühle sie sich frei. "Da kann ich ganz ich selbst sein." Vergleiche mit ihrem Landsmann, dem Sprinter Oscar Pistorius, begegnet du Toit ausweichend. Der 21-Jährige war ohne Wadenbeine auf die Welt gekommen und benötigt zum Sprinten zwei Spezialprothesen. Während sie beim Schwimmen keine Prothese brauche, "ist Oscar nicht fähig, ohne zu laufen", sagte du Toit.

Umstieg auf die Marathondistanz

Wegen ihrer Behinderung war die Schwimmerin nach einiger Zeit von den 800 Meter Freistil auf die Marathondistanz im Freiwasser gewechselt. Der Grund: Die ständigen Wenden im Bassin entfallen, sie kann mehr Kraft aus ihrem Oberkörper gewinnen. Während es auf den kürzeren Distanzen vor allem auf den Start und den Sprint ankomme, könne sie bei der Langstrecke ihre Kraft kontinuierlicher entfalten. "Wenn ich das eine Bein zu stark belaste, wird es schnell müde."

"Ich will eines Tages wieder rennen können"

Doch Natalie du Toit hat noch einen anderen Traum, den sie sich unbedingt erfüllen möchte: "Ich will eines Tages wieder rennen können."

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