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"Einen wie Ballack haben die anderen Nationen nicht"

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EM 2008 - Interview mit Marco Bode  

"Einen wie Ballack haben die anderen Nationen nicht"

21.05.2008, 12:45 Uhr | Das Interview führte Sebastian Schlichting, t-online.de

Marco Bode absolvierte 379 Bundesligaspiele für Werder Bremen und erzielte 101 Tore. Nach der WM 2002 beendete er seine Karriere. Heute ist er Experte beim TV-Sender Premiere und arbeitet in einer Agentur für Sportmarketing. (Foto: imago) Marco Bode absolvierte 379 Bundesligaspiele für Werder Bremen und erzielte 101 Tore. Nach der WM 2002 beendete er seine Karriere. Heute ist er Experte beim TV-Sender Premiere und arbeitet in einer Agentur für Sportmarketing. (Foto: imago) Marco Bode bestritt 40 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Er war 1996 Europameister und 2002 Vize-Weltmeister. Bode spricht im Interview über die Nominierung des deutschen Kaders, die Entwicklung der Mannschaft und analysiert das Team im Vergleich mit den anderen Favoriten auf den EM-Titel.

t-online.de: Herr Bode, Bundestrainer Joachim Löw hat 26 Spieler für die EM nominiert. Aber nur 23 können mitfahren. Eine gute oder eine riskante Entscheidung?

Marco Bode: Die Maßnahme ist ungewöhnlich, aber ich finde sie gut. Ansonsten hätten mehrere Spieler auf Abruf gestanden. Sie hätten integriert werden müssen, wenn sich jemand verletzt hätte. So sind alle drin im Team.

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Aber besteht nicht das Risiko, dass es mancher beim Konkurrenzkampf um das EM-Ticket übertreibt?

Natürlich ist es bitter für die drei, die noch aussortiert werden. Aber ich gehe fest davon aus, dass der Konkurrenzkampf im Rahmen bleiben wird.

Welche Duelle sehen Sie?

Marko Marin und David Odonkor werden sich ein Duell liefern. Wobei Marin sicher das große Überraschungsmoment ist. So wie Odonkor vor zwei Jahren. Der hat seine Sache sehr gut gemacht. Marin ist ein Spieler mit besonderen Fähigkeiten, ein exzellenter Dribbler. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass keiner von beiden mitfährt.

Sondern?

Oliver Neuville muss nicht zwangsläufig im Sturm spielen. Er kann genau wie Marin und Odonkor auch über die Flügel kommen. Das könnte sein Plus gegenüber Patrick Helmes sein.

Dann wären neben Neuville noch zwei Plätze frei.

Für diesen Fall würde ich sowohl Piotr Trochowski als auch Jermaine Jones im Kader sehen. Wobei ich Jones diese Saison deutlich stärker fand. Er hat zwar in der Bundesliga nicht immer überragend gespielt. Aber an guten Tagen kann er ein unglaubliches Tempo gehen und ist sehr torgefährlich.

Werden die drei, die mitfahren, über einen Bankplatz hinauskommen?

Sie werden nicht im ersten Spiel von Beginn an spielen. Gerade im Sturm kann es aber sehr schnell gehen. Da fährt man als Nummer vier oder fünf hin und spielt plötzlich.

Sie sprechen aus Erfahrung…

Ich war bei der WM 2002 in einer solchen Situation. Anfangs war ich sehr enttäuscht, weil ich trotz guter Vorbereitungsspiele draußen saß. Dann wurde ich gegen Kamerun eingewechselt, habe ein Tor gemacht und war Stammspieler.

Wir haben über diejenigen gesprochen, die nominiert wurden. Vermissen Sie jemanden?

Einen Fall wie Kevin Kuranyi 2006 gibt es nicht. Dass Timo Hildebrand zu Hause bleiben muss, hat mich jedoch überrascht.

Wo sehen Sie die Gründe?

Robert Enke, René Adler und Hildebrand waren ganz dicht zusammen. Da kann es schon ein Nachteil für Hildebrand gewesen sein, dass er nicht so im Fokus stand, weil er in Spanien spielt.

Nach der WM 2006 hat Jürgen Klinsmann aufgehört. Wo steht die Mannschaft im Vergleich zur WM?

Im ersten Jahr unter Jogi Löw ist die Mannschaft noch weiter zusammengewachsen. Das war nach so nicht zu erwarten. Nach der WM, mit den ganzen Emotionen, der außergewöhnlichen Atmosphäre, hätte die Mannschaft auch in ein Loch fallen können. Aber das ist nicht passiert.

Also hat sich die Mannschaft in den letzten zwei Jahren noch verbessert?

Taktisch und von der Struktur auf dem Platz her auf alle Fälle. Zudem hat Löw den Stil von Klinsmann konsequent weiter optimiert: Ball laufen lassen, attraktiv und schnell spielen. Zuletzt hat man aber gesehen, dass eine große physische und läuferische Stärke da sein muss, weil bei Ballbesitz alle in Bewegung sind. Das birgt ein gewisses Risiko.

Inwiefern?

Ständig Druck auf den Gegner auszuüben, ist ungeheuer aufwändig. Das ist vergleichbar mit der Taktik von Werder Bremen. Da ist es diese Saison mehrmals schief gegangen, als die Mannschaft herrlich nach vorn gespielt, aber hinten ein Tor nach dem anderen bekommen hat. Auch bei der Nationalmannschaft hätte es daneben gehen können. Zum Beispiel in Österreich. Aber insgesamt ist die Taktik richtig. Und Löw wird bis zur EM verstärkt daran arbeiten, die richtige Mischung zu finden. Erfahrungsgemäß ist es so, dass man Titel holt, wenn die Defensive steht.

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Wer wird Europameister?

Es gibt nur eine handvoll Mannschaften, die überhaupt keine Chance haben. Es gibt große Favoriten und welche aus der zweiten Reihe wie Griechenland, Rumänien oder Spanien. Auch die Niederlande sehe ich nicht ganz vorn. Topfavoriten sind Deutschland, Italien und Frankreich.

Wo liegt Deutschland im Vergleich zu diesen Mannschaften?

In der Defensive sind uns die Italiener überlegen. Da sehe ich in unserem Team Probleme. Das fängt ja schon personell an. Wer ist der zweite Innenverteidiger neben Per Mertesacker? Offensiv dagegen ist das deutsche Team am stärksten besetzt. Stärker als Italien und auch als Frankreich. Dazu kommt Michael Ballack…

…der momentan in Topform ist.

Einen solchen Spieler haben weder die Italiener noch die Franzosen. Ballack macht den Unterschied

Italien und Frankreich treffen sich schon in der Gruppe. Deutschland hat es mit vermeintlich leichteren Gegnern zu tun…

Vermeintlich. Kroatien ist eine gute Mannschaft, aber vor allem Polen schätze ich stark ein. Beide haben eine gute Möglichkeit, weiterzukommen. Wobei ich hoffe, dass es nur einem von beiden gelingt.

Wie sieht es mit Österreich aus?

Alles hängt davon ab, wie sie ihre Nerven in den Griff kriegen. In den letzten Spielen haben sie sich ordentlich präsentiert. Sie müssen versuchen, den Heimvorteil positiv zu nutzen. Wird er zu einer Belastung, gehen sie unter.

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