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Borussia Dortmund: Doll schimpft auf EX-Verein

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Borussia Dortmund  

Trainersuche beim BVB startet - Doll rechnet ab

21.05.2008, 10:56 Uhr | dpa

Konnte den hohen Erwartungen nicht gerecht werden: Thomas Doll (Foto: ddp) Am Ende seiner gescheiterten Mission gönnte sich Thomas Doll Obstkuchen und Latte Macchiato. Nur wenige Stunden nach seiner Trennung von Borussia Dortmund suchte der Coach in einem sonnigen Straßencafé Zerstreuung. Doch die lockere Stimmung, die Doll beim Gespräch mit den Fans inmitten der Dortmunder Fußgängerzone vermittelte, entsprach nicht seiner wirklichen Gemütslage. Tief in seinem Innern überwog der Ärger über die Geschehnisse der vergangenen Tage. Die netten Worte von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zum Abschied ("Thomas ist nicht gescheitert") spendeten keinen Trost.

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Zorc: "Haben mit keinem anderen Trainer gesprochen"

Noch während der ungewöhnlichen Frustbewältigung von Doll in aller Öffentlichkeit intensivierte die BVB-Spitze die Suche nach einem Nachfolger. An Routine mangelt es den handelnden Personen dabei nicht: Schließlich steht der dritte Trainerwechsel beim BVB binnen 18 Monaten an. Vehement widersprach BVB-Sportdirektor Michael Zorc Spekulationen, wonach der ins Mittelmaß versunkene Klub bereits in den vergangenen Tagen mit Kandidaten verhandelt habe: "Ob man es uns glaubt oder nicht, wir haben vor dem Rücktritt von Thomas Doll mit keinem anderen Trainer gesprochen."

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BVB dementiert Interesse an Klopp nicht mehr

Jürgen Klopp scheint in der Gunst der BVB-Führung weit oben zu stehen. Der beim Zweitligisten FSV Mainz 05 scheidende Trainer war bereits wenige Stunden vor dem Pokalfinale der Borussia gegen den FC Bayern München am 19. April von einem TV-Sender als neuer Borussen-Trainer gehandelt worden. Damals hatte der BVB das angebliche Interesse verärgert dementiert, heute tut er es nicht mehr. "Es gibt viele interessante Trainer", antwortete BVB-Präsident Reinhard Rauball ausweichend auf die Frage nach Klopp.

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Suche wird nicht allzu lange dauern

Anders als bei der wenig glücklichen Auswahl der vorigen beiden Trainer Doll und Jürgen Röber will Watzke diesmal nichts überstürzen. "Wir stehen nicht unter Zeitdruck. Präzision geht vor Schnelligkeit", sagte er der "Westfälischen Rundschau". Nach Einschätzung von Rauball wird die Suche jedoch nicht allzu lange dauern: "Die Entscheidung wird sicher zeitnah fallen. Es macht keinen Sinn, öffentlich Parameter für den neuen Coach zu nennen. Wichtig ist, dass er den Verein in der kommenden Saison auch international repräsentieren wird."

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"Dortmunds Kader hat einfach nicht mehr hergegeben"

Doll ist nach eigener Auffassung auch am Missverhältnis zwischen den hohen Erwartungen und der Wirklichkeit gescheitert. Ständig sei von UEFA-Pokal-Plätzen die Rede gewesen, "obwohl jeder weiß, der sich ernsthaft mit Dortmund beschäftigt, dass dieser Kader - ohne irgendeinem Spieler zu nahe treten zu wollen - dies einfach nicht hergegeben hat", sagte er in einem Interview der Zeitung "Die Welt". "Wir hätten vielleicht zwei, drei Plätze höher stehen können. Aber mehr nicht." In den Aufbau der neuen Mannschaft sei er kaum einbezogen gewesen. Doll: "Einige Spieler waren schon verpflichtet worden, bevor ich nach Dortmund kam."

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Beenhakker auch weiterhin hoch gehandelt

Klopp gilt jedoch nicht als Wunschkandidat aller Vereinsvertreter. So favorisiert der Wirtschaftsrat, der sich bereits vor einigen Tagen gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Doll ausgesprochen hatte, offenbar einen Trainer mit viel Routine und Autorität. Nicht zuletzt deshalb werden in den Medien auch weiterhin Namen wie Leo Beenhakker gehandelt, der bei der EM die polnische Nationalmannschaft coacht und den Dortmundern nach eigenem Bekunden unlängst abgesagt hat.

Zorc: "BVB ist immer noch ein attraktiver Klub"

Den Doll-Nachfolger erwartet eine Herkulesaufgabe. Denn die zumeist dürftigen Auftritte der Mannschaft unter der Regie von Doll verärgerten nicht nur die Zuschauer, sondern auch den Hauptsponsor. Vor allem die deutlichen Worte von Evonik-Vorstandschef Werner Müller dürften auf mögliche Trainerkandidaten eher abschreckend wirken: "Wenn man Gäste mit ins Stadion bringt, schämt man sich manchmal, was da für ein Fußball geboten wird", hatte er noch vor kurzem geklagt. Zorc geht dennoch zuversichtlich in die finale Suche nach einem neuen Coach: "Der BVB ist immer noch ein attraktiver Klub."

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