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EM 2008: Christoph Metzelder kämpft weiter um seine EM-Form

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EM 2008 - Deutschland  

Metzelders Wettlauf mit der Zeit

29.05.2008, 14:05 Uhr | dpa

Muss Fragen zu seiner Fitness beantworten: Christoph Metzelder (Foto: Reuters)Muss Fragen zu seiner Fitness beantworten: Christoph Metzelder (Foto: Reuters) Der Bart von Christoph Metzelder sprießt wieder - aber auch die Zweifel wachsen. Nur eine Woche vor dem EM-Start gegen Polen ist unübersehbar, dass der Abwehrchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in einem Wettlauf mit der Zeit steht. Nach fünfmonatiger Verletzungspause wegen einer Operation an der Fußsohle ringt der 27-Jährige um den Anschluss an jenes Leistungsniveau, das ihm bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 einen Stammplatz im DFB-Team garantiert hatte. "Ich hoffe, dass es so funktioniert wie 2006", hatte Metzelder zu Beginn des Trainingslager auf Mallorca erklärt - aber zum Ende des Camps sind die Rückstände noch immer gravierend.

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Metzelder will Ruhe bewahren

Metzelder, ohne Frage eine dominante Erscheinung im Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Er lässt sich auch nach dem Augen öffnenden 2:2 gegen Weißrussland zumindest nach Außen hin nicht aus der Ruhe bringen. Schon mehrmals in seiner Karriere stand er vor einer scheinbar aussichtslosen Situation. So musste er 2003 zweimal an der Achillessehne operiert werden, erst nach 32 Monaten konnte er wieder in der Nationalmannschaft spielen. Und auch vor dem Sommermärchen 2006 hatte Metzelder mit vielen Unannehmlichkeiten zu kämpfen, als er bei Borussia Dortmund nur noch Ersatz war. "Damals habe ich zumindest trainiert und voll im Saft gestanden", sagte Metzelder.

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Löw glaubt an seine Fitness zum EM-Start

Jetzt ist das anders. Nur 165 Minuten mit Real Madrid und 90 mit der Nationalelf stand Metzelder 2008 in Wettkämpfen auf dem Platz. "Es ist natürlich ein Ausnahmefall", gestand der Innenverteidiger. Als Zeichen des Optimismus lässt Metzelder wieder seine Barthaare sprießen, so wie er es schon 2006 getan hatte. "Klar ist, dass ich den Bart jetzt wieder stehen lasse", berichtete Metzelder. Vor zwei Jahren kam dieser erst nach dem erfolgreichen kleinen Finale um Platz drei ab. Chefcoach Löw geht davon aus, dass Metzelders Bart auch 2008 lange wachsen kann: "Die Eindrücke der letzten Woche waren gut. Christoph hat einige Zusatzschichten gemacht. Ich bin überzeugt, dass er - wenn es losgeht - in der Verfassung ist, in der wir ihn kennen."

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Weitere Spielpraxis gegen Serbien sammeln

Bei der letzten EM-Probe am Samstag gegen Serbien bekommt Metzelder weitere Spielpraxis verordnet. Die Sonderbehandlung für ihn wird aber auch im EM-Quartier im Tessin weitergehen - mit ungewissem Ausgang: "Es gibt keine Garantie im Leistungssport", bemerkte er selbst. Zweifel will er nicht zulassen. In den wenigen Spielen für Real habe er sich "erstaunlich gut gefühlt". Und die eine oder andere Beschwerde am operierten Fuß sei "normal". Das Gefühl für Distanzen und Tempo eines Gegners komme "ziemlich schnell", glaubt Metzelder.

Blindes Verständnis in der Innenverteidigung mit Mertesacker

Löw und sein "Außenminister", wie Metzelder dank seiner rhetorischen Fähigkeiten genannt wird, setzen auch auf das fast blinde Verständnis in der Innendeckung mit Per Mertesacker. 630 der möglichen 900 Minuten hat Metze in dieser Saison in der Nationalelf gespielt, mehr schafften nur Jens Lehmann (720) und eben Mertesacker (810). Teamarzt Tim Meyer sieht neben der besonderen Fähigkeit Metzelders, sich auf den Punkt fit machen zu können, noch ein anderes Argumente für ein Happy-End: "Christoph hat die Gabe, sich unheimlich auf einen kurzen Zeitraum zu fokussieren. Und sein Spiel ist nicht ausschließlich von Fitness geprägt, sondern auch von Aufmerksamkeit und gutem Stellungsspiel. Diese Dinge sind vielleicht etwas schneller wiederzuerwerben als muskuläre Fitness."

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