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EM 2008: Experten warnen vor Zecken in Österreich

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EM 2008 - Gesundheit  

Experten warnen vor Zecken in Österreich

29.05.2008, 16:52 Uhr | dpa

Bastian Schweinsteiger litt bereits unter den Folgen eines Zeckenbisses. (Foto: imago)Bastian Schweinsteiger litt bereits unter den Folgen eines Zeckenbisses. (Foto: imago) Die einzig sichere Grünfläche während der Fußball- Europameisterschaft wird der Rasen in den Arenen sein. "Dieser Stadionrasen ist so künstlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass es da einer Zecke gut geht", sagt der Allgemeinmediziner Josef Lohninger von der Österreichischen Ärztekammer. Im Rest des Alpenlandes lauern jedoch Milliarden der schwarzen Spinnentierchen auf Opfer. Einige können die beim Menschen in seltenen Fällen tödliche Hirnhautentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Experten raten deshalb anreisenden Fußballfans, sich noch in der Heimat gegen die Viruserkrankung impfen zu lassen. Gegen Borreliose, die ebenfalls von Zecken übertragen wird, gibt es keine Vorbeugung. Die Bakterieninfektion kann aber mit Antibiotika behandelt werden.

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Zecken überleben auch in hohen Lagen

"Alles was in Österreich unter 2000 Metern Höhe liegt, ist eigentlich schon FSME-Risikogebiet", sagt Lohninger. In Deutschland könne man sich vor allem im Süden anstecken, in der Schweiz im Norden. In Österreich sei es dagegen überall gefährlich. Der milde Winter und das seit Wochen feucht-warme Wetter haben ideale Lebensbedingungen für die kleinen Blutsauger geschaffen. "Es ist keine Katastrophe, aber momentan gibt es mehr Zecken als sonst", sagt der Mediziner. Auffällig sei, dass sich die Tiere als Folge des Klimawandels nun auch in höheren Lagen ansiedeln. "In Tirol wurden neuerdings Zecken auf 1400 Metern Höhe nachgewiesen.

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Österreich mit hoher FSME-Rate

Das findet sich auch in den Statistiken wieder: In diesem Jahr sind bereits sieben Menschen in Österreich an FSME erkrankt, im gleichen Zeitraum im Vorjahr gab es nur zwei Fälle. 2007 holten sich in Österreich trotz hoher Impfrate insgesamt 45 Menschen die Virusinfektion. In Deutschland - das rund zehnmal so viele Einwohner hat - gab es 238 FSME-Patienten. Die zu Hunderttausenden anreisenden Fußballfans werden die Statistiken im Alpenland aus Expertensicht nun in die Höhe treiben. "Durch so ein Großereignis wird die Zahl steigen, das ist gar keine Frage", sagt der Mediziner. Seine Sorge ist, dass viele Menschen aus Ländern mit geringerer FSME-Gefahr ohne Impfschutz nach Österreich kommen.

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Die Gefahr lauert überall

Denn obwohl viele Organisationen wie das Deutsche Grüne Kreuz oder die Europäische Fußball-Union (UEFA) Fans und Fußballern zu Impfungen raten, gibt es noch einigen Aufklärungsbedarf. "Die meisten Menschen denken, man kann sich nur im Wald anstecken", sagt Ursula Messner vom österreichischen Kuratorium für Verkehrssicherheit. Dass die schwarzen Spinnentierchen aber vor allem in Wiesen und hohem Gras lauerten, wüssten die wenigsten. "Natürlich gibt es in Parks mitten in Wien auch Zecken", sagt Lohninger von der Ärztekammer. Einige Grünanlagen haben laut Messner sogar schon Warnschilder aufgestellt.

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Impfung wird in jedem Fall empfohlen

Für eine schnelle Impfung vor EM-Beginn ist es jetzt allerdings schon fast zu spät. "Mit etwas Glück ist der volle Schutz dann beim Endspiel vorhanden", sagt Lohninger. Dennoch sei es sinnvoll, mit der ersten der insgesamt drei Impfungen noch zu beginnen, da mit einem Teilschutz der Krankheitsverlauf nicht so schwer sei. Ob man sich FSME als "EM-Souvenir" geholt habe, merke der Fan wegen der Inkubationszeit von zwei bis sieben Wochen erst in der Heimat.

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Auch Masern in der Schweiz und Österreich

Entwarnung gab die Österreichische Ärztekammer für die Masern-Gefahr im Land. "Es gibt keine neuen Fälle mehr", sagt Lohninger. In den vergangenen Wochen hatten sich im Raum Salzburg etwa 200 Menschen mit der Infektionskrankheit angesteckt. In der Schweiz gab es nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA Ende Mai noch mehr als 100 neue Masern-Patienten. Das Schweizer Verteidigungsministerium empfahl seinen bei der EM eingesetzten Soldaten, sich gegen die Krankheit impfen zu lassen.

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