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Großer Preis von Kanada: Kubica ist der wahre "Iceman"

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GP von Kanada  

Kubica - der wahre "Iceman"

05.06.2008, 13:18 Uhr | dpa

Von wegen Horrorcrash: In Montreal will Kubica wieder mächtig Gas geben. (Foto: imago)Von wegen Horrorcrash: In Montreal will Kubica wieder mächtig Gas geben. (Foto: imago) Coolness oder Verdrängung, Abgebrühtheit oder mentale Stärke: Die schockierenden Bilder seines in der Luft wirbelnden BMW-Sauber beim Großen Preis von Kanada lassen Robert Kubica auch ein Jahr danach zumindest nach außen hin kalt. "Ich muss mit gar nichts fertig werden", stellte der Pole vor seiner Rückkehr nach Montreal klar. "Natürlich weiß jeder, was 2007 geschehen ist, aber das beeinflusst mich nicht." Angst vor dem Rennen am Sonntag auf dem Circuit Gilles Villeneuve kennt der 23-Jährige nicht. Er sei seither immer wieder im Formel-1-Auto gefahren, "ohne mir darüber Gedanken zu machen".

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Theissen: "Ein gefühlter Doppelsieg"

Der Unfall hatte den zweiten Platz seines Teamkollegen Nick Heidfeld in den Hintergrund gedrängt. Der Gladbacher hatte das bis dahin beste Resultat für den Rennstall herausgeholt. "Dieses Ergebnis wurde natürlich erstmal überschattet von Roberts Unfall", sagte Heidfeld vor dem diesjährigen Formel-1-Wochenende auf der Ile Notre Dame. "Erst, als wir wussten, dass er in Ordnung ist, konnten wir uns so richtig freuen." BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sprach damals von einem "gefühlten Doppelsieg".

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Horror-Unfall? - Na und!

Kubica hat sich mit der Aufarbeitung des spektakulärsten Crashs der vergangenen Formel-1-Jahre nicht lange aufgehalten. Horror-Unfall? - Na und. Psychische Hilfe? - Wozu? Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus nur einen Tag nach der Havarie war er mit dem am Unfall beteiligten Jarno Trulli von Toyota essen gewesen und hatte mit ihm die Ursache für den Abflug geklärt. Das war's. "Ich glaube, dass jeder selbst sein bester Mentaltrainer ist, indem er seine Fehler und Herangehensweise analysiert und versteht", sagt Kubica.

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Mit 280 in die Betonmauer gerast

Doch die Bilder von vor einem Jahr sahen alles andere als harmlos aus: In Runde 27 des Grand Prix von Kanada 2007 war die Formel 1 so nah an einer Tragödie wie seit dem Unglücks-Wochenende von Imola im Mai 1994 mit den toten Ayrton Senna und Roland Ratzenberger nicht mehr. Mit über 280 Stundenkilometern hob Kubica ab, prallte in die Betonmauer, flog wie ein Tennisball auf die Strecke zurück, überschlug sich und krachte dann in die Leitplanke auf der anderen Seite der Strecke. Ein Wunder und die strikten Formel-1- Sicherheitsbestimmungen verhinderten eine Katastrophe. Zum Grand Prix 2008 ist die Stelle mittlerweile entschärft. Eine leichte Knöchelverletzung war Kubicas einzige Blessur. Dass die Rennärzte ihm den Einsatz im Großen Preis der USA nur eine Woche später verboten, ärgerte Kubica.

Archiv-Bilder Kubicas Horror-Crash

Heidfeld längst überflügelt

Das passt zu ihm. Er ist ehrgeizig. Auch deshalb will er sich nicht lange mit der Vergangenheit beschäftigen. In der Gegenwart hat er die Wende im teaminternen Duell gegen Heidfeld geschafft. Und nur das zählt. Nun kämpft er sogar mit McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und dem Ferrari-Duo Kimi Räikkönen und Felipe Massa um den Titel.

Archiv Videos zur Formel-1-Saison 2008

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