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Deutschland - Polen  

Löw grübelt noch über der Aufstellung

07.06.2008, 18:18 Uhr | dpa

Joachim Löw ist voll konzentriert (Foto: imago)Joachim Löw ist voll konzentriert (Foto: imago) Joachim Löw brachte es nach der Ankunft in Klagenfurt auf den Punkt. "Wir sind alle heiß und motiviert. Es ist Zeit, dass es endlich losgeht und der Ball rollt." Nach knapp drei Wochen Vorbereitung, etlichen Trainingseinheiten, vielen Gesprächen und noch mehr Spekulationen um Aufstellung, Form und Ziele hat die Warterei und Ungewissheit nicht nur für den Bundestrainer ein Ende. Am Samstagnachmittag erreichte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach einem knapp einstündigen Flug von Lugano aus den Spielort in Klagenfurt, wo am Sonntag (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) gegen Polen die erste Etappe der Bergtour 2008 auf dem Programm stand.

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Glückliches Ende der Bergtour?

Löw und sein Team kamen in Österreich mit "großem Ehrgeiz, voller Überzeugung und Optimismus" an. "Wenn sich bei uns jeder in den Dienst der Mannschaft stellt und wir als verschworene Einheit auftreten, dann muss der EM-Titel kein Traum bleiben", schrieb Löw in einem offenen Brief an die deutschen Fans in mehreren deutschen Tageszeitungen. Ziel nach dem Sommermärchen bei der WM 2006 sei es, verdeutlichte der Bundestrainer weiter, "dass wir wieder Millionen von Fans begeistern und uns mit unserem DFB-Team von der besten Seite zeigen und attraktiven Fußball bieten wollen. Denn wir wollen das schaffen, was uns vor zwei Jahren kurz vor dem großen Ziel verwehrt blieb. Dieses Mal soll unsere Bergtour ein Happy-End erleben - am 29. Juni, im EM-Endspiel von Wien."

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Auch der Kaiser ist zuversichtlich

Selbst "Kaiser" Franz Beckenbauer traut der Mannschaft nach den zwei EM-Blamagen 2000 und 2004 nicht nur den ersten EM-Sieg seit dem 30. Juni 1996 (2:1 n.V. im Finale gegen Tschechien), sondern den ganz großen Wurf zu. "Ja, wir haben eine echte Titelchance. Wir sind bei dieser EM vielleicht nicht der Favorit Nummer eins. Aber ich halte es mit Helmut Schön, der uns Nationalspielern früher als Bundestrainer immer gesagt hat: Die anderen müssen uns erst einmal schlagen", meinte der Präsident von Bayern München.

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Ballack als Hoffnungsträger

Seinen Optimismus begründet Beckenbauer auch mit der guten Form von Kapitän Michael Ballack. "Er hat mich zuletzt beim 2:1 gegen Serbien voll überzeugt. Ich habe einen echten Kapitän gesehen, der das Tempo des Spiels und den Takt der Mannschaft bestimmt." Und der auch genaue Vorstellungen vom Auftaktspiel gegen die Polen hat. "Wir müssen das erste Spiel gewinnen, um uns Selbstvertrauen für den weiteren Turnierverlauf zu holen", forderte der 31-Jährige und verlangte von seinen Mitspielern, dass sie "die nötige Aggressivität, den Biss und den absoluten Willen zeigen, das Spiel zu gewinnen."

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Blick auf die Abwehr

Um die starken Polen zu bezwingen, müsse man auch "Wege gehen, die wehtun". Zudem sei das Abwehrverhalten "überlebenswichtig. Bei guten Turnieren war unsere Defensive immer der Garant für den Erfolg". Torsten Frings, neben Ballack der Schlüsselspieler der DFB-Auswahl im Mittelfeld, ist jedenfalls davon überzeugt, dass alle wissen, um was es geht. Zumal sich die Mannschaft seit der WM "weiterentwickelt hat. Wir glauben tatsächlich daran, dass wir Europameister werden können".

Abschlusstraining entscheidet

Auch Löw geht fest davon aus, "dass alle auf den Punkt topfit sind. Wir können frech in die Partie gehen". In welcher Besetzung der erste Schritt zum Titelgewinn erfolgen soll, blieb auch am Samstag noch das große Geheimnis. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke sagte nur, dass sieben, bis acht Positionen 'gesetzt sind". Ansonsten wollte der DFB-Trainerstab das Abschlusstraining im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt abwarten und noch einige Einzelgespräche führen, "um zu sehen, in welcher mentalen Verfassung die Spieler sind und wie sie mit der Aufgabe zurecht kommen, die wie für sie angedacht haben", erklärte Löw.

Alles dreht sich um Podolski

Am Sonntagvormittag soll dann die Mannschaft über die Aufstellung informiert werden. Offensichtlich hängt vieles oder sogar alles an Lukas Podolski. Bildet der Münchner wie bei der WM 2006 den Angriff mit dem gesetzten Miroslav Klose, dann wäre zunächst kein Platz für Mario Gomez. Kommt Podolski im linken Mittelfeld zum Einsatz, müssen Clemens Fritz oder sogar Bastian Schweinsteiger um ihren Platz bangen. Allerdings lobte Löw den Münchner nach der Ankunft in Österreich: "Basti hat sich in dieser Woche deutlich gesteigert.'Eine mögliche Aufstellung mit Podolksi im Mittelfeld bezeichnete Beckenbauer bereits als 'mutiges Experiment', aber auch als 'ein klares Signal, dass Deutschland das Auftaktspiel gewinnen will". Zumindest eine Entscheidung ist schon gefallen: Hinter Stammkeeper Jens Lehmann wird Robert Enke die Nummer zwei sein, Rene Adler muss sich zunächst mit der Rolle als Ersatz für den Ersatz begnügen.

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