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Deutschland - EM 2008: Rückfall in den Rumpelfußball

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EM 2008 - Deutschland  

Rückfall in den Rumpelfußball

13.06.2008, 09:02 Uhr | t-online.de

Aus Klagenfurt berichtet Patrick Brandenburg

Darijao Srna (li.) überwindet Marcell Jansen (Mitte) und Jens Lehmann zum 1:0 für Kroatien. (Foto: ddp) Ballack, Metzelder, Podolski, Lahm: Mit starrem Blick schlichen sie als letzte DFB-Kicker vom Platz wie Augenzeugen von einer Unfallstelle. Für die deutschen Nationalspieler hatte sich im Wörthersee-Stadion gerade das Unvorstellbare ereignet. Der nicht mehr für möglich gehaltene Rückfall in den Rumpelfußball - prämiert mit der Erich-Ribbeck-Gedächtnismedaille. Nicht die völlig verdiente 1:2-Niederlage gegen Kroatien versetzte die DFB-Spieler in Schockstarre. Vielmehr war es die Art und Weise, wie der Mitfavorit auf den EM-Titel den vorzeitigen Sprung ins Viertelfinale verschenkte: saft- und kraftlos, ohne Ideen und ohne Gegenwehr. Ist das Team von Bundestrainer Joachim Löw am Ende doch nicht so klasse wie bislang stets vermutet oder war es nur ein harmloser Ausrutscher?

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Passpräzision fehlt

"Das Spiel ohne Ball hat bei uns nicht funktioniert, es fehlte an Passpräzision und wir haben es entgegen der Absprache immer wieder mit hohen Bällen gegen die kroatische Abwehr versucht", analysierte Löw die Beinahe-Demütigung, vermochte aber nur die Symptome zu beschreiben, nicht die Ursache. "Geben Sie mir noch einen Tag, um die Gründe herauszufinden." Der Bundestrainer muss sich auf die Suche nach Antworten machen, warum nicht nur die Abwehr wackelte wie Götterspeise - das ist ja keine neue Erkenntnis - sondern weshalb im zweiten Gruppenspiel auch das komplette Offensivspiel zum Erliegen kam.

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Zurückhaltung und Überheblichkeit

Von Beginn an hielt sich die deutsche Mannschaft gegen die mit etlichen Bundesligaprofis gespickte Elf vom Balkan merkwürdig zurück. Fast schon überheblich ließ sie Regisseur Luka Modric den eigenen Rhythmus finden. "Er ist der beste Spieler Europas, das sage ich ihm jeden Tag", erklärte Kroatiens Trainer Slaven Bilic nach der Partie. Torsten Frings hätte er es auch erzählen sollen, dann wäre der Bremer nicht dauernd hinter dem Wunderkind hergelaufen. Die Kroaten gewannen so immer mehr Feldvorteile und Selbstvertrauen.

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Ballack mit rabenschwarzem Tag

Modrics Pendant Michael Ballack dagegen erwischte einen rabenschwarzen Tag. Der Kapitän ließ sich zu tief ins defensive Mittelfeld zurückfallen und zerstörte so die Statik des deutschen Spiels, die dem kompakten Fünfer-Zentrum der Kroaten sowieso kaum angemessen war: Das Ballack-Vakuum in der Offensive füllte Lukas Podolski unfreiwillig und mehr schlecht als Recht.

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Jansen spielt sich aus der Mannschaft

Außerdem hinterließ Podolski auf der linken Seite die nächste Lücke, in der Marcell Jansen hilflos den Angriffen der Vatreni, der Feurigen, ausgeliefert war. Es war, als hätte die DFB-Elf palettenweise "Bitte Eintreten"-Fußmatten im Mittelfeld ausgelegt. Die Kroaten nahmen die Einladungen gerne an, vor allem Darijo Srna, der auf der linken Seite Außenverteidiger Jansen Knoten in die Beine spielte und im Rücken des Münchners auch den Führungstreffer erzielte. Nach einer Halbzeit hatte der Bundestrainer genug und befreite Jansen von seinem Leid. Der Stammplatz im DFB-Team dürfte für den Youngster nun erst einmal futsch sein.

Metzelder ist ein großes Risiko

Aber auch der Rest der Abwehr machte keinen überzeugenden Eindruck. Christoph Metzelder bleibt weiter das größte Risiko, und es scheint wenig hilfreich, dass er seine defensiven Defizite durch mutige Vorstöße in den gegnerischen Strafraum auszugleichen versucht.

Enttäuschung deutschen Offensive

Die größte Enttäuschung bei diesem Katastrophen-Kick aus deutscher Sicht war aber der Angriff. Mario Gomez und Miroslav Klose spielten gegen Kroatiens Abwehr-Opas Robert Kovac und Josip Simunic so altbacken, wie man es von ihnen nie im Leben vermutet hätte. In die Bewerbungsmappe für den FC Barcelona sollte Gomez die gescheiterten Abseitsschleichereien jedenfalls nicht aufnehmen. Der erfahrene Klose agierte sogar noch schlechter und strahlte null Torgefahr aus.

Schweinsteiger sieht Rot

Bis zuletzt war in der deutschen Offensive kein Aufbäumen zu sehen, selbst nicht nach Podolskis Anschlusstreffer und schon gar nicht nach Bastian Schweinsteigers dummer Roter Karte. Dieser völlig unnötige Platzverweis war gerechtfertigt, da waren sich alle einig. Doch damit verbaute Schweinsteiger in der Nachspielzeit die letzte Möglichkeit die Niederlage noch abzuwenden. Außerdem kegelte er sich für ein Spiel aus der Mannschaft.

Ein Punkt gegen Österreich muss her

Den Gruppensieg und damit das vermeintlich leichtere Viertelfinalspiel können sich Ballack und Co. nun abschminken. Nach dem Remis zwischen Polen und Österreich springt im besten Fall noch Rang zwei raus in der Gruppe B. Aber wenn die "verdiente Niederlage" (Löw) etwas Gutes hat, dann dies: Zum Vorrunden-Abschluss müssen sich die Deutschen gehörig anstrengen, um den fehlenden Punkt fürs Viertelfinale zu holen. Dort wäre die DFB-Elf dann gegen Mitfavorit Portugal gefordert. Von Cristiano Ronaldo dürfte auch der 23. Mann im EM-Kader etwas gehört haben. Spätestens dann wird sich die Frage klären: "Deutschland - überschätzt oder nur überheblich?"

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