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Deutschland - Portugal: Löw gelingt taktisches Meisterstück

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EM 2008 - Deutschland  

Löws taktisches Meisterstück

20.06.2008, 11:07 Uhr | t-online.de

Aus Basel berichtet Patrick Brandenburg

Konnte nach Belieben schalten und walten: Michael Ballack (Foto: AFP)Konnte nach Belieben schalten und walten: Michael Ballack (Foto: AFP) In der Stunde seines größten Erfolges war der Bundestrainer außen vor. Knappe zwanzig Meter Luftlinie über seinem Arbeitsplatz an der Seitenlinie des Baseler St.-Jakob-Parks saß Joachim Löw in einer Vip-Box seine Sperre ab. Hinter einer Glasscheibe hatte der 48-Jährige sogar Muße eine Zigarette zu rauchen, als seine Mannschaft seine meisterhafte Taktik umsetzte und mit einem 3:2-Sieg über Portugal ins EM-Halbfinale einzog. Das frühe Turnier-Aus gegen eines der stärksten Teams Europas vor Augen hatte der Bundestrainer doch noch den Mut gefunden, sein geliebtes 4-4-2-System für eine große Unbekannte zu opfern.

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Not macht erfinderisch

Erstmals seit Urzeiten trat die DFB-Elf in Person von Miroslav Klose mit nur einer nominellen Spitze auf. Flankiert von Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger auf den Außenbahnen, mit einem offensiven Michael Ballack wie in besten Zeiten und einer doppelten Absicherung vor der Abwehr. "Undenkbar" hatte Löw dazu unmittelbar nach dem Kroatien-Debakel gesagt. "Systemumstellungen wird es nicht geben“, noch vor dem Österreich-Zittersieg. "Wir wollten das Zentrum stabil machen und die Außen stärken, um Simao und Ronaldo in den Griff zu bekommen“, erläuterte nun Co-Trainer Hans-Dieter Flick den 180-Grad-Schwenk seines Chefs. Heraus kam ein 4-5-1, das in Sekundenschnelle zum 4-3-3 ausgefahren werden konnte. Not macht bekanntlich erfinderisch.

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Friedrich als Königsmörder

Was angesichts der eklatanten Sturmschwäche längst als Variante diskutiert wurde, war die perfekte Lösung, um den technisch überlegenen Portugiesen den Zahn zu ziehen. Es war die Grundlage für die grandiose Wiederauferstehung der zuletzt stolpernden Nationalmannschaft. Simon Rolfes, der Torsten Frings nach seinem Rippenbruch fantastisch ersetzte, und Thomas Hitzlsperger erstickten als so genannte Doppelsechs im defensiven Mittelfeld die meisten Angriffen der Portugiesen im Keim. Auf der rechten Außenbahn entpuppte sich Arne Friedrich als Königsmörder, indem er Superstar Ronaldo zur Untätigkeit verurteilte. Frustriert verzog sich der zurzeit wohl beste Fußballer der Welt im zweiten Durchgang in die Mitte.

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Schweinsteiger einfach überragend

Zu dem Zeitpunkt hatte sein Team aber schon zwei Treffer kassiert. Podolskis Supersolo nach feinem Doppelpass mit Ballack brauchte "Rückkehrer" Bastian Schweinsteiger nur noch zum 1:0 zu vollenden (22.). Spätestens mit seiner perfekt getimten Freistoß-Flanke bei Miroslav Kloses 2:0 (26.) hatte sich Schweinsteiger für die Rote Karte im Kroatien-Spiel rehabilitiert. Doch in einem Weltklasse-Spiel legte der Münchner nach dem Wechsel noch einen drauf und bediente Ballack ebenso perfekt (61.).

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Plötzlich läuft alles wie am Schnürchen

Auch die anderen Rädchen griffen plötzlich ineinander wie bislang noch nicht bei dieser EM - und wie überhaupt lange nicht mehr. Jens Lehmann erinnerte im deutschen Tor an beste WM-Zeiten. Lukas Podolski glänzte als Vorbereiter, Kämpfer, ja sogar als Abwehrstratege - und selbstverständlich als Chorleiter bei der anschließenden Feier mit den Fans. Bei Klose platzte endlich der Knoten, Ballack wirkte hinter den Spitzen wie von einer Last befreit. Dass ausgerechnet der sonst so souveräne Per Mertesacker bei den beiden Gegentoren durch Nuno Gomes (40.) und Helder Postiga (87.) unglücklich aussah, ließ sich angesichts der besten Leistung des deutschen Teams seit dem WM-Viertelfinale 2006 gegen Argentinien verschmerzen.

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Scolari fühlt sich als Versager

Selbst die oft stiefmütterlich behandelten Standards funktionierten zur Abwechslung, und auch das hatte System. Angesichts der bekannten portugiesischen Schwächen gehörten Freistöße extra zur Spielvorbereitung. Kein Wunder, dass Portugals Coach Luiz Felipe Scolari bis zum Schluss glaubte, "die Standards haben das Spiel entschieden“. Nur unterschwellig ließ Taktikfuchs Scolari, 2002 immerhin Weltmeister mit Brasilien, erkennen, dass ihm der jüngere deutsche Kollege mit seinem Aufstellungsmix einen Streich gespielt hatte. Enttäuscht gab der künftige Coach von Michael Ballack beim FC Chelsea zu: "Ich bin frustriert, ich habe versagt.“

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