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Spanien behält die Nerven im Elfmeterschießen gegen Italien - EM 2008

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Viertelfinale: Spanien - Italien  

Spanien behält die Nerven im Elfmeterschießen

23.06.2008, 00:13 Uhr | dpa

Held des Abends: Spaniens Torwart Iker Casillas (Foto: Reuters)Held des Abends: Spaniens Torwart Iker Casillas (Foto: Reuters) Ex-Europameister Spanien hat im Elfmeterschießen den Italien-Fluch besiegt und sein Viertelfinal-Trauma überwunden. Erstmals seit 88 Jahren blieb die Seleccion in einem Pflichtspiel siegreich über den Weltmeister und zog damit als letzte Mannschaft ins Halbfinale der Fußball-EM ein.

Nach tor- und teilweise auch trostlosen 120 Minuten gewannen die Spanier im mit 51.428 Zuschauern ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen die Squadra Azzurra. Held des Abends war Torwart Iker Casillas, der zwei Elfmeter parierte.

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Fandel verabschiedet sich aus dem Turnier

In dem über weite Strecken niveauarmen Spiel blieb auch der deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel nicht fehlerfrei: Der Kyllburger verabschiedete sich mit einer eher mäßigen Leistung von den Titelkämpfen. In der Vorschlussrunde kommt es nun zur Neuauflage des Gruppenspiels der Spanier gegen Russland (4:1) am kommenden Donnerstag erneut in Wien. Während die Spanier damit erstmals seit dem Finale von 1984 wieder in die Runde der besten Vier einzogen, ist für den viel zu passiven Weltmeister aus Italien die EM zu Ende.

EM-Gipfel Video Sportkolleg zu Spanien
EM-Gipel Video Sportkolleg zu Italien


Pirlo und Gattuso schmerzlich vermisst

Der Respekt der beiden europäischen Vereins-Fußballmächte war von der ersten Sekunde an spürbar. Die Spanier - mit derselben Startformation, die das frühzeitige Weiterkommen in die Runde der besten Acht perfekt gemacht hatte - versuchten es mit ihrem typischen Kurzpassspiel. Allerdings meist in die Breite, oft nach Hinten, selten in die Spitze. Italien, das auf den an allen Ecken und Ende fehlenden Kreativ-Kopf Andrea Pirlo ebenso wegen einer Gelbsperre verzichten musste wie auf Kampf-Kraft Gennaro Gattuso, zog sich in die eigene Hälfte zurück und wartete ab. Selbst in Ballbesitz wirkten die ganz in Weiß geleideten Spieler der Squadra Azzurra mehr als zurückhaltend. Devise: Bloß kein Risiko.

Toni hängt in der Luft

Fast folgerichtig blieben Torchancen so gut wie Mangelware. Luca Toni kam bei biederen Angriffsbemühungen der Italiener von Trainer Roberto Donadoni, der einen aufopfernden Kampf versprochen hatte, erst gar nicht ins Spiel. Ein Kopfball in der 36. Minute, bei dem der Bayern-Torjäger statt ins Tor nur Spaniens Carlos Marchena traf, war alles. Zuvor hatte Spaniens Iker Casillas in seinem 80. Länderspiel ebenfalls nach einem Kopfball von Simone Perrotta das einzige Mal eingreifen müssen.

Der Kader der Spanier Von Casillas bis Villa
Der italienische Kader Von Buffon bis Toni

Silva und Villa prüfen Buffon

Die Spanier bejubeln ihren Torwart Casillas (Foto: Reuters)Die Spanier bejubeln ihren Torwart Casillas (Foto: Reuters) Doch auch die Spanier von Coach Luis Aragonés, mit der Empfehlung von acht Treffern ins Viertelfinale eingezogen, bekamen ihre Tormaschinerie nicht ins Laufen. Der mit vier Treffern bis dato beste EM-Schütze David Villa versuchte es mit einem Freistoß (25.), Italiens Gianluigi Buffon hielt den Ball aber sicher fest. Der mehrmalige Welttorhüter war auch beim ersten Distanz-Schuss des engagierten David Silva zur Stelle (32.), bei dessen zweitem Versuch (38.), der nur um Zentimeter am Pfosten vorbeiging, wäre Buffon machtlos gewesen. Kurz vor der Pause konnten sich die ganz im Stile des italienischen Catenaccio agierenden Azzurri bei Fandel bedanken. Die Pfeife des Musikschulleiters blieb stumm, als Fabio Grosso Zentimeter vor dem Strafraum den quirligen Silva klar foulte.

Torchancen auch in der Verlängerung Mangelware

Wer gehofft hatte, die Partie würde nach dem Wechsel besser, der sah sich getäuscht. Aus der Lethargie versuchten die beiden Trainer ihre Teams nach knapp einer Stunde durch Auswechslungen zu wecken. Aragonés brachte Cesc Fabregas und Santi Cazorla, Kollege Donadoni Mauro Camoranesi. Und dem Mann von Juventus Turin wäre Sekunden nach seiner Einwechslung beinahe der Führungstreffer gelungen - Casillas konnte in der ersten gefährlichen Situation der zweiten Hälfte aber klären. Sein Pendant stand dann neun Minuten vor dem regulären Ende im Mittelpunkt: Einen Schuss von Marcos Senna ließ Buffon unterm Körper durchrutschen. Der Pfosten rettete die Italiener in die Verlängerung, in der erneut Silva eine Top-Chance vergab (93.).

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