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Simon Rolfes über seine Einsätze bei der EM 2008

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EM 2008 - Deutschland  

Simon Rolfes: "Mein Wert ist gestiegen"

23.06.2008, 12:59 Uhr | t-online.de

Simon Rolfes glänzt im defensiven Mittelfeld (Foto: imago)Simon Rolfes glänzt im defensiven Mittelfeld (Foto: imago) Simon Rolfes war beim Viertelfinal-Sieg gegen Portugal die Überraschung im deutschen Team. Im defensiven Mittelfeld sorgte er gemeinsam mit Thomas Hitzlsperger für die zuvor vermisste Stabilität und hielt gleichzeitig Kapitän Michael Ballack den Rücken frei. Auch im Halbfinale gegen die Türkei (Mittwoch ab 20.30 Uhr im t-online.de-Live-Ticker) winkt dem Profi von Bayer Leverkusen ein Platz in der Startelf. Im Interview spricht der 26-Jährige über seine Rolle und die Chancen der DFB-Elf auf einen Finaleinzug.

Herr Rolfes, haben Sie das Spiel gegen Portugal noch einmal vor Ihrem inneren Auge ablaufen lassen?
Simon Rolfes: Ich habe noch einmal 20 Minuten der ersten Halbzeit gesehen. Aber sonst habe ich versucht, mich schnell wieder zu entspannen.

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Die Eindrücke werden haften bleiben.
Absolut. Es war das bisher wichtigste Spiel meiner Karriere. Die Eindrücke, die Erinnerungen werden mit Sicherheit präsent bleiben.

Hoffen Sie auf eine Fortsetzung gegen die Türkei, also auf einen Einsatz im Halbfinale?
Ich hoffe natürlich, dass es noch weitergeht. Ich habe gezeigt dass ich bereit bin, aber wie der Trainer am Mittwoch aufstellt, das weiß ich nicht.

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Wie können Sie Joachim Löw für einen Einsatz überzeugen?
Indem ich gut trainiere. Aber der Trainer weiß die Qualitäten der Spieler genau einzuschätzen. Ich glaube nicht, dass es jetzt unbedingt auf die Trainingsleistungen ankommt. Er weiß schon, was er an jedem einzelnen Spieler hat.

Glauben Sie, dass Sie innerhalb der Mannschaft jetzt mit anderen Augen betrachtet werden?
Ich glaube, dass die Mitspieler auch vorher wussten, was ich kann. Natürlich hat sich das Standing schon geändert. Mein Wert ist gestiegen, keine Frage, aber ich glaube nicht unbedingt innerhalb der Mannschaft, sondern eher außerhalb.

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Es ist für Sie das erste große Turnier. Haben Sie sich vorher von Ihrem Leverkusener Kollegen Carsten Ramelow Tipps geben lassen?
Ich habe mit Carsten ein bisschen darüber gesprochen, wie der Ablauf bei einem solchen Turnier ist, nicht so viel über Sportliches. Ich habe mich einfach auf mein erstes Turnier gefreut. Es ist etwas absolut Besonderes. Wie das in der ersten Woche war, besonders in den Medien, deutlich schnelllebiger und extremer als im Bundesliga-Alltag, das ist schon eine interessante Erfahrung.

Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft in dem System mit einer Spitze weiterspielt?
Ich denke, dass auch vom Gegner abhängt, wie gespielt wird. Es kommt darauf an, wie der Trainer agieren will. Wie wir jetzt gespielt haben, war defensiver als zuvor. Aber flexibel sind beide Systeme, auch das 4-4-2.

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Haben Sie sich besonders mit Thomas Hitzlsperger über den Sieg gegen Portugal gefreut?
Ja, denn wir haben so oder so einen guten Draht. Wir haben schon in der U18 zusammengespielt und waren auf einem Zimmer. Schon damals haben wir gerätselt, ob wir es schaffen, wir haben geträumt von einer WM oder EM. Jetzt sitzen wir hier und freuen uns einfach darüber, dass wir einen gemeinsamen Weg machen.

Sie sprachen von einem Auf und Ab in den Medien - gab es das auch in der Mannschaft?
Mit Sicherheit weniger als in den Medien. Dass vor dem Kroatien-Spiel eine andere Stimmung als nachher war, ist klar.

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Haben Sie sich denn auch gemeldet, als sich die Mannschaft nach dem Spiel gegen Kroatien ohne den Bundestrainer traf und, wie es hieß, in der "Fußballersprache" geredet wurde?
Ich habe mir das angehört. Es ist klar, dass die etablierten Spieler und die, die auch gespielt hatten, mehr sagen mussten als die, die nur auf der Bank saßen.

Sie sind ein selbstkritischer Mensch. Wie wichtig ist ein solcher Wesenszug?
Er ist Grundvoraussetzung, um einen Weg weiterzugehen. Man kann im Fußball schnell nach oben kommen, aber es kann auch schnell wieder nach unten gehen. Da muss man selbstkritisch sein, sonst kann man sich nicht weiterentwickeln.

Wen haben Sie sich für das Halbfinale als Gegner gewünscht, als das Spiel Kroatien-Türkei in die entscheidende Phase ging?
Wir haben es wie Fans verfolgt. Beim Elfmeterschießen war es uns im Prinzip egal, wer gewinnen würde.

Hätten Sie nicht gern ein zweites Spiel gegen Kroatien, um nach dem 1:2 von Klagenfurt wieder etwas gerade zurücken?
Das hätten wir gern gemacht. Aber wir spielen genauso ehrgeizig gegen die Türken.

Die Türkei hat die Spiele gegen die Schweiz und gegen Tschechien in den letzten Minuten umgerissen. Kann man sich auf so etwas einstellen?
Ja, doch. Es ist wichtig, wie man selbst spielt. Die Tschechen haben sich das Spiel des Gegners aufdrängen lassen. Hätten Sie bis zum Ende Stärke gezeigt, wäre es nicht dazu gekommen.

Mit Bayer 04 haben Sie in dieser Saison schon gegen eine türkische Mannschaft gespielt. Gegen Galatasaray Istanbul, den neuen türkischen Meister, gab es im Uefa-Cup ein 0:0 und ein 5:1.
Beim Hinspiel waren die Platzverhältnisse so, dass Galatasaray nur "Kick and rush" spielte und wir damit nicht klarkamen. Im Rückspiel waren wir spielerisch dann klar besser. Aber diese beiden Spiele und das am Mittwoch kann man nicht miteinander vergleichen. Wir müssen mit viel Tempo und Aggressivität beim Gegner eine gewisse Unordnung erzeugen.

Sehen Sie die Gefahr, dass es nach dem Sieg gegen Portugal nun in Ihrer Mannschaft ein Problem der Einstellung geben könnte, weil jetzt Deutschland Favorit ist?
Ich glaube nicht, dass es in einem Halbfinale ein solches Problem gibt. 2004 hatte niemand mit Griechenland gerechnet, 1992 keiner mit Dänemark. Da hat sich gezeigt, dass auch kleine Mannschaften Europameister geworden sind. Deshalb darf man keinen Gegner unterschätzen.

Ist die EM für Sie jetzt schon ein Erfolg?
Sie war für mich auf jeden Fall schon ein Schritt nach vorn. Wir wollen Europameister werden, dann wäre die EM richtig erfolgreich. Die Frage beantworte ich nach dem Turnier.

Sie haben keines der letzten 99 Leverkusener Bundesligaspiele versäumt. Haben Sie ein Geheimrezept für diese Serie, ernähren Sie sich besonders gut - oder war es einfach nur Glück?
Glück ist das nie. Ich versuche fit zu sein, auf den Körper zu achten. Mich ganz normal zu ernähren - gesund, aber nicht übertrieben. Hinzu kommt meine Spielweise, schnell, damit ich nicht in wahnsinnig viele Zweikämpfe verwickelt werde.

Man weiß von Ihnen, dass Sie viel lesen. Es wurde behauptet, Sie hätten mehr als tausend Bücher?
So schnell hat man mehr als tausend. Das kommt nicht von mir. Ich habe hier Bücher dabei, aber ich bin nicht viel zum Lesen gekommen.

Welches Buch liegt denn hier auf dem Nachttisch?
Zuletzt habe ich Ken Folletts Eisfieber gelesen.

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