Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Nationalmannschaft: Interview mit Oliver Bierhoff

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

EM 2008 - Deutschland  

Bierhoff: "Nicht nötig, mich zu rechtfertigen"

24.06.2008, 16:28 Uhr | sid

Oliver Bierhoff hat das Lächeln erfunden. (Foto: imago)Oliver Bierhoff hat das Lächeln erfunden. (Foto: imago) Oliver Bierhoffs Tore im Wembleystadion gegen Tschechien bescherten dem DFB-Team 1996 den bislang letzten EM-Titel. Dem ehemaligen Teamkollegen und Vorgänger von Joachim Löw im Amt des Bundestrainers, Jürgen Klinsmann, hat Bierhoff es zu verdanken, dass er seit 2004 als Teammanager der deutschen Nationalmannschaft tätig sein kann.

Diese Stelle wurde damals eigens für Bierhoff geschaffen und hat es in dieser Form zuvor nicht gegeben. Auch bei dieser EM gehört der 40-Jährige zum Team um Löw. Im Gespräch äußert sich Bierhoff zu den Chancen der DFB-Elf und seiner Rolle als Buhmann der Bundesliga.

Ballack "Es gibt keinen Favoriten"
Werder Mertesacker lockt Podolski
Video DFB-Team vor dem Halbfinale

Frage: Bei der Nationalmannschaft läuft derzeit bei der EM trotz durchwachsener Vorrunde alles nach Plan. Wie zufrieden ist der Teammanager?
Oliver Bierhoff: Wir sind alle froh und zufrieden, dass wir das Halbfinale erreicht haben. Unter dem Strich heißt das für unsere Zwischenbilanz, dass wir vieles in der Vorbereitung richtig gemacht haben. Aber wir sind noch nicht am Ziel.

Taktik Spielt Löw wieder im 4-4-2-System?
Wie bei der WM 2006 Freudentaumel auf den Fan-Meilen
Video Autokorsoland Deutschland

Obwohl sich die Nationalmannschaft nach der WM 2006 weiter sehr positiv entwickelt hat, mussten Sie als Teammanager eine Menge Kritik einstecken. Fühlen Sie sich als Buhmann der Bundesliga?
Nein. Als Manager der Nationalmannschaft ist es nun mal meine Aufgabe, unsere Interessen zu vertreten. Dass man nicht immer einer Meinung ist, liegt in der Natur der Sache. Im Großen und Ganzen gibt es aber eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der Nationalmannschaft und den Klubs. Auch bei der EM gab es bislang noch keine negativen Kommentare über meine Person aus der Bundesliga. Zumeist handelt es sich um alte Kamellen, die hin und wieder rausgeholt werden. Ich habe mit Uli Hoeneß telefoniert, mit Klaus Allofs pflege ich ein gutes Verhältnis. Zudem hat mir Heribert Bruchhagen dieser Tage noch ausrichten lassen, dass das Verhältnis zur Bundesliga und DFL gut sei. Bis auf die Geschichte mit Rudi Völler gab es doch in vergangenen Saison keine Probleme.

Kritik Mario Gomez wehrt sich
Porträt Infos zum Team der Türkei
Porträt Infos zum deutschen Team

Indirekt wird Ihnen manchmal der Vorwurf gemacht, Sie würden private und geschäftliche Dinge miteinander vermengen...
Ich habe es nicht mehr nötig, mich wegen solcher haltlosen Vorwürfe zu rechtfertigen. Solche Sachen kommen immer wieder hoch, wenn einem sachliche Argumente ausgehen. Dann werden emotionale Dinge ins Spiel gebracht, die jeder Grundlage entbehren.

Täuscht denn der Eindruck, dass sich der frühere Spieler und Nationalmannschafts-Kapitän Bierhoff in seiner neuen Rolle als Persönlichkeit verändert hat?
Natürlich nehme ich jetzt eine andere Rolle wahr als früher. Das bringt zwangsläufig auch Veränderungen mit sich. Als Spieler denkt man überwiegend an sich, ist viel egoistischer. Jetzt muss ich die Interessen der Mannschaft in den Vordergrund stellen. Die Nationalmannschaft ist Deutschlands liebstes Kind, und deshalb stehe ich als Entscheidungsträger bei der DFB-Auswahl auch besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Da ist es völlig normal, dass es hin und wieder auch mal zu Konflikten kommt. Da muss man auch einmal unbequeme Sachen ansprechen.

Türkei Terim gehen die Spieler aus
Video Lehmann und andere Superstars

Hatten Sie eigentlich nach der Niederlage gegen Kroatien nie Angst, dass das Konzept, das sie mitverantwortlich tragen, in die Kritik gerät und am Ende als gescheitert erklärt wird?
Ich hatte auch nach diesem Spiel keine Zweifel. Wir waren immer von unserem Weg überzeugt. Ergebnisse sind zwar sehr wichtig, aber die Zeiten, wo nach nur einem negativen Ergebnis ein ganzes Konzept über den Haufen geworfen und alles in Frage gestellt wird, sind zum Glück vorbei. Man kann über Auswechslungen diskutieren oder über die Kader-Zusammensetzung - aber nicht über die Philosophie oder das Gesamtkonzept.

Video Podolski scherzt bei der Pressekonferenz
Fotos So erholten sich die deutschen Spieler
Video Aktive Regeneration beim DFB-Team

Sie trainieren manchmal mit. Ist das nicht eine Gratwanderung im Verhältnis zu den Spielern?
Im Training kommt man den Spielern noch näher. allerdings habe ich bei der EM nur ganz wenig mittrainiert. Ich habe bislang auch keine negativen Erfahrungen damit gemacht. Natürlich muss eine gewisse Distanz zwischen dem Manager und den Spielern da sein. Aber es gibt in dieser Hinsicht keine Probleme. Die Mannschaft zahlt es zurück, wenn man ihr ebenfalls einen gewissen Respekt entgegenbringt.

Was waren bislang ihre schwersten Momente als Teammanager?
Es ist immer schwer, wenn man Personalentscheidungen treffen und diese dann den betroffenen Personen mitteilen muss. Das war so zu Beginn meiner Tätigkeit, als wir im Umfeld der Nationalmannschaft einige Veränderungen vorgenommen haben. Aber auch die Streichung von drei Spielern aus dem vorläufigen EM-Kader in diesem Sommer war nicht gerade angenehm, auch wenn in diesem Fall die sportliche Führung mit Joachim Löw an der Spitze die unangenehme Aufgabe hatte, den Spielern diese Entscheidung mitzuteilen.

Nicht zuletzt wegen Ihrer Fremdsprachen-Kenntnisse und ihres abgeschlossenen Studiums der Betriebswirtschaftslehre sind sowohl bei Vereinen als auch in der Wirtschaft ein begehrter Mann. Denken Sie eigentlich daran, ab 2010 mal etwas Neues in Angriff zu nehmen, zumal der Stress und Druck beim Nationalteam ja sehr groß ist?
Dieser Stress und Druck sind angenehm. Sie fordern mich bis an die Grenzen. Diese Höhepunkte der Anspannung sind auch ein schönes und ganz besonderes Gefühl. Die WM in Südafrika wird ein tolles Ereignis, und es ist ein große Herausforderung für mich, sie von Deutschland aus zu planen - vorausgesetzt wir qualifizieren uns. Weiter als 2010 denke ich aber noch nicht. Ende 2009 werde ich in mich hineinhorchen und sehen, wohin die Reise geht.

Weitere EM-Themen

Die EM 2008 Kostenloses Tippspiel und EM-Spielplan
Reisen So wohnen die EM-Teams
Lifestyle
Miss EM 2008
Softwareload Der Spielplan für Outlook
Spiele
EM-Songs
Abseits-Trainer

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal