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EM 2008 - Halbfinale  

Glanzvolle Spanier entzaubern Russland

26.06.2008, 22:51 Uhr | dpa, sid, t-online.de

Kollektiver Jubel des spanischen Teams über den Einzug ins Finale (Foto: dpa)Kollektiver Jubel des spanischen Teams über den Einzug ins Finale (Foto: dpa) Spanien hat erstmals seit 24 Jahren das Endspiel einer Fußball-Europameisterschaft erreicht und fordert am Sonntag in Wien die deutsche Elf zum Kampf um den Titel. Die Iberer gewannen das Halbfinal-Duell gegen Russland mit 3:0 (0:0) und zogen mit spielerischer Eleganz und Leichtigkeit zum insgesamt dritten Mal in ein EM-Finale ein.

Xavi (52.), der eingewechselte Daniel Güiza (73.) und David Silva (82.) schossen das Team von Luis Aragones vor 51.428 Zuschauern im ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion zu einem verdienten Erfolg. Während der nach der EM aus dem Amt scheidenden Coach auf die Krönung seiner Laufbahn als Nationaltrainer hoffen darf, endete für seinen Kollegen Guus Hiddink das russische Märchen.

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Aragones: "Deutschland ist eine große Aufgabe"

Trotz der Niederlage kann Russland erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. Der erfrischende Offensivfußball des jüngsten Teams der EM hat die Fans auf dem ganzen Kontinent begeistert. "Wir haben gegen eine großartige spanische Mannschaft verloren. Die Spanier waren sehr gut. Ich bin zwar enttäuscht über das Ergebnis, aber trotzdem stolz auf meine Mannschaft", sagte Hiddink. Aragones denkt dagegen schon an das Finale gegen die DFB-Elf: "Für uns war es schwer in der ersten Halbzeit, in der zweiten haben wir uns befreien können und zu unserem Spiel gefunden. Wir sind im Finale, aber der Gegner heißt Deutschland. Das ist eine große Aufgabe."

Porträt Infos zum russischen Team
Porträt Infos zum spanischen Team

Schöner Fußball bei schlechtem Wetter

Trotz des wolkenbruchartigen Regens bei Blitz und Donner entwickelte sich eine ansehnliche Partie, in der die nach der Pause groß auftrumpfenden Spanier ihre Erfolgsserie auf 21 Spiele ohne Niederlage ausbauten. Dabei musste die Mannschaft im Beisein von Kronprinz Felipe und seiner Ehefrau Letizia mit der Verletzung von David Villa nach gut einer halben Stunde einen herben Rückschlag verkraften. Der vierfache Turnier-Torschütze verletzte sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers und wurde durch Cesc Fabregas ersetzt.

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Revanche misslungen

Coach Hiddink hatte zwar die richtigen Lehren aus der 1:4-Pleite gegen Spanien zum Turnierstart gezogen und seine Mannschaft gut auf den Gegner eingestellt, doch die erhoffte Revanche blieb aus. In der zweiten Halbzeit wurde der Kräfteverschleiß bei den Russen deutlich, die die gelb-gesperrten Denis Kolodin und Dmitri Torbinski hatten ersetzen müssen. Da Spielmacher Andrej Arschawin nicht wie erhofft Regie führte, konnte die Sbornaja in keiner Phase an die Gala beim 3:1 gegen die Niederlande anknüpfen. Arschawin stand klar im Schatten von Sturmpartner Roman Pawljutschenko, der stets anspielbar war und für die meiste Gefahr vor dem Gehäuse von Iker Casillas sorgte.

Russlands Kader Von Akinfeew bis Zyryanow
Spaniens Kader Von Casillas bis Villa

Spanier mit Offensivdrang

Im ersten EM-Spiel in den ungeliebten gelben Auswärtstrikots knüpften die Spanier da an, wo sie vor 16 Tagen beim 4:1 in Innsbruck aufgehört hatten. Gegen eine noch unsortierte russische Abwehr hatte Fernando Torres (6.) die erste Chance, doch Igor Akinfejew parierte den Drehschuss per Fußabwehr. Fünf Minuten später nahm Villa aus gut 20 Metern Maß, aber Russlands Keeper war erneut auf dem Posten. Abgesehen von einem wuchtigen Freistoß von Pawljutschenko, der knapp über die Latte strich (16.), hatte die Sbornaja zunächst wenig entgegenzusetzen.

EM-Gipfel Video: Sportkolleg Russland
EM-Gipfel Video: Sportkolleg Spanien

Alleinunterhalter Pawljutschenko

Doch bei stärker werdendem Regen verlor das Spiel der Iberer an Wirkung, während die meist mit langen Bällen in die Spitze operierenden Russen besser in die Partie kamen. Der bei der EM schon drei Mal erfolgreiche Pawljutschenko verfehlte in der 31. Minute mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das Gehäuse von Casillas um Zentimeter. Dann setzte sich erneut Pawljutschenko im Strafraum gegen zwei Widersacher durch, wurde aber im letzten Moment am Torschuss gehindert (35.).

Xavis Treffer entfesselt die Iberer

Die Spanier steckten den Rückschlag durch Villas Ausfall gut weg und kamen wieder in die Partie zurück. Sieben Minuten nach Wiederbeginn setzte sich Andres Iniesta auf der rechten Strafraumseite gegen Alexander Anjukow und Saenko durch und bediente Xavi in der Mitte, der den Ball mit der Fußspitze über die Linie drückte. Der Treffer ließ die Iberer noch befreiter aufspielen. Unterstützt von einer Blaskapelle auf der Tribüne drängten sie ihren angeschlagenen Gegner zurück und sorgten mit dem zweiten Tor durch Güiza nach Vorarbeit von Fabregas bereits für die Entscheidung. Der starke Silva setzte dann den Schlusspunkt.

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