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EM 2008 - Finale: Spanien zeigt Deutschland die Grenzen auf

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EM 2008 - Finale  

An der Niederlage gibt es nichts zu rütteln

30.06.2008, 09:18 Uhr | t-online.de

Aus Wien berichtet Patrick Brandenburg

Bastian Schweinsteiger ist nach der Niederlage im EM-Finale enttäuscht. (Foto: AFP)Bastian Schweinsteiger ist nach der Niederlage im EM-Finale enttäuscht. (Foto: AFP) Nur ein deutscher Spieler war fix und fertig mit den Nerven. Bastian Schweinsteiger lag rücklings auf dem Rasen des Ernst-Happel-Stadions und starrte in den Wiener Nachthimmel als Spaniens Kapitän Iker Casillas wenige Meter weiter die EM-Trophäe präsentierte. Als wolle Schweinsteiger in Gedanken dem Spiel noch eine Wendung geben - ein 1:1 erzielen, wo kein 1:1 mehr zu erzielen war. Den anderen 22 Spielern in Schwarz-Weiß dagegen war wohl schon im Laufe der vorangegangen neunzig Minuten klar geworden: Das wird nichts mit dem Titelgewinn bei der 14. Europameisterschaft.


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Anerkennung für den Sieger

Selten war ein internationales Endspiel vom Ergebnis her so knapp und gleichzeitig doch so einseitig. Es lässt sich nicht anders sagen: Spanien hat Deutschland beim 1:0-Sieg im EM-Finale 2008 die Grenzen aufgezeigt. Das ist die große Ernüchterung des Abends von Wien, der durch den Trostpreis Vize-Europameister aber nicht an Wert verliert. "Wir müssen in diesem Spiel und in diesem Turnier die konstant hohe Qualität der Spanier anerkennen", gab ein fairer Bundestrainer Joachim Löw zu Protokoll und war gleichzeitig zu Recht stolz auf seine Jungs.

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Gerade einmal vier deutsche Torschüsse

"Uns hat ein wenig die Kraft gefehlt, das Turnier war lang. Wir wollten, konnten aber nicht mehr", sagte Michael Ballack nach der Partie. Aber mit diesem Urteil lag er grandios daneben. Ganze vier Torschüsse brachte die mit großen Hoffnungen und einem wundergeheilten Kapitän ins Finale gestartete DFB-Elf in der regulären Spielzeit und den insgesamt fünf Minuten Zugabe zustande. Daran lag‘s. Einer von Ballack (60.) kam dem Gehäuse sogar recht nahe und zappelte am Außennetz. Aber bei keinem einzigen Schuss musste Casillas eingreifen. Lediglich bei einer Flanke auf Joker Kevin Kuranyi faustete der Weltklassekeeper den Ball aus der Gefahrenzone. Casillas schwierigste Aufgabe war, bei der Pokalübergabe auf dem Siegerpodest mit den glatten Stollen nicht auszurutschen.

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Mehr Ballbesitz

"Wir haben kämpferisch und läuferisch alles abgerufen", lobte Joachim Löw nach der Partie seine Mannschaft, die mehr Ballbesitz hatte als die Spanier (52 Prozent) und sogar eine etwas bessere Kilometerleistung. Den wichtigsten Punkt ließ der Bundestrainer aber bewusst weg: das Spielerische. Nur in den ersten 20 Minuten konnte seine Elf auf dem Niveau der Spanier mithalten, als sich beide Finalisten einen spektakulären taktischen Stellungskrieg lieferten. Dann aber kam die Furia Roja, die Rote Furie, in Wallung und drängte Deutschland mit feinstem Kombinationsspiel immer tiefer in die Defensive.

Torres nutzt Missverständnis

"Um die Stärken der Spanier im Spiel ohne Ball, bei direktem Spiel, mit wenigen Kontakten, in hoher Geschwindigkeit und selbst unter Stress wissen wir ja nicht erst seit heute", analysierte Löw ausführlich - Gegenmittel hatte er trotzdem nicht parat. Und so fing sich die deutsche Mannschaft den Gegentreffer zwangsläufig, wenn auch unglücklich: Nach Xavis Zauberpass hatte Philipp Lahm, der nach der Pause aufgrund einer Risswunde auf dem Spann in der Kabine bleiben musste, den Ball eigentlich schon zurückerobert. Ein blödes Missverständnis mit Torwart Jens Lehmann nutzte Liverpools Stürmerstar Fernando Torres zum Siegtreffer (32.).

Zahlreiche gute Chancen der Spanier

Aber den hätten genauso gut Andres Iniesta mit einem abgefälschten Distanzschuss (15.), Torres bei einem früheren Kopfball an den Pfosten (22.), David Silva per Volley (33.), Sergio Ramos nach Xavis Freistoß (67.) oder Marcos Senna nach Daniel Güizas Traumvorlage (84.) machen können. Löws Truppe wollte Teufelsdreiecke für die spanischen Angreifer bilden wie gegen Portugal - und ging selbst darin verloren.

Ballack abgemeldet

Dem Dauerdruck der Spanier hatte die paralysierte deutsche Offensive jedenfalls nicht annähernd Gleichwertiges entgegenzusetzen. Auch weil aus dem Mittelfeld vom blassen Ballack, der bei Senna bestens aufgehoben war, und von Torsten Frings, der mit etlichen Fehlpässen auffiel, nicht viel zu erwarten war. Der bedauernswerte Miroslav Klose rieb sich gegen Carles Puyol und Carlos Manchena auf, nachdem er gleich zu Beginn einen Querpass von Sergio Ramos abfing, den Ball aber nicht hart aufs Tor bringen konnte. Auch Podolski hatte seine Chance nach etwa einer halben Stunde, aber der dreimalige Turniertorschütze vertändelte Kloses tolle Vorlage fahrlässig. Den später eingewechselten Mario Gomez und Kuranyi gelang ebenfalls nicht die Wende. "Wir haben nicht so gut wie erhofft nach vorne gespielt. Wir haben zu viele Fehler gemacht", gab Lahm freimütig zu.

Mannschaft kann und muss sich weiter entwickeln

Der Lernprozess hat also schon eingesetzt und das ist die gute Nachricht dieses enttäuschenden Abends in Wien. Selbst seit der grandiosen WM 2006 hat sich die Mannschaft weiterentwickelt. "Wir haben in den letzten zwei Jahren schnellen Kombinationsfußball gezeigt. Da sind wir in Europa ganz weit vorne", so der Bundestrainer. Was jetzt bis ganz nach oben noch fehlt - da kann sein Team Unterricht beim Europameister nehmen.

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