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Olympia 2008 - Kanu: Fanny Fischer im Interview

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Olympia 2008 - Kanu  

Fanny Fischer: "Ziel ist natürlich eine Medaille"

29.07.2008, 12:57 Uhr | Das Interview führte Michael Glang, t-online.de

Fanny Fischer mit ihren Teamkolleginnen im Viererkajak (Foto: imago)Fanny Fischer mit ihren Teamkolleginnen im Viererkajak (Foto: imago) Kanutin Fanny Fischer ist bereits hoch dekoriert. Bei den Weltmeisterschaften 2007 holte sie im Zweierkajak sowohl über 500 als auch über 200 Meter die Goldmedaille. Ihre Tante Birgit Fischer stand im Laufe ihrer Karriere achtmal ganz oben auf dem Treppchen bei Olympischen Spielen. In Peking will Nichte Fanny nun auch um Edelmetall kämpfen. Mit t-online.de sprach sie über ihren ersten Auftritt bei Olympia.

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Frau Fischer, in Peking werden Sie erstmals bei Olympia am Start sein. Wie groß ist die Vorfreude?

In den letzten Wochen und Monaten lag die Konzentration natürlich auf der Qualifikation für Peking. Jetzt, wo der Normdruck vorbei ist, merkt man, dass Vorfreude, aber auch Nervosität steigen. Das Gefühl wird jetzt natürlich immer stärker, je weniger Tage es bis zu den Olympischen Spielen werden.

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Sie haben zuletzt zwei Sprintcups gewonnen und bei zwei Weltcups insgesamt 4 Mal Gold geholt. Die Form ist also toll! Was gibt es für Sie und Ihren Trainer Eckehardt Sahr bis zum Startschuss in Peking noch zu tun?

Jetzt kann man in der Trainingsplanung nicht mehr viel ändern. Es gilt nun die Form so zu steuern, dass sie zum Saisonhöhepunkt in Peking das Maximum erreicht. Wir waren jetzt gerade zwei Wochen im Konditions-Trainingslager in Kienbaum und momentan fühle ich mich ehrlich gesagt nicht so, als könnte ich Bäume ausreißen. Aber bis zu den Wettkämpfen ist ja auch noch etwas Zeit.

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Nach den Leistungen in diesem Jahr zählen Sie zu den Medaillenkandidatinnen. Was ist Ihre persönliche Zielsetzung?

Natürlich werden wir in den Medien immer wieder zum Kreis der Favoriten gezählt. Das ist uns bewusst und diese Position haben wir uns durch unsere Leistungen auch erarbeitet. Zielsetzung ist natürlich eine Medaille und das Gute ist, dass die Chance gleich zweimal besteht: Im Zweier und im Vierer.

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Wer werden Ihrer Meinung nach die Hauptkonkurrentinnen bei den Wettkämpfen in Peking sein?

Da haben Olympische Spiele ihre eigenen Gesetze. Auf einmal kommen dann Leute vorne rein, die die komplette Saison nur im Mittelfeld gepaddelt sind. Bei so einem Großereignis kommt es auch immer darauf an, wie man mit dem Druck umgeht. Schließlich guckt die ganze Welt zu. Deswegen wird es sehr stark auf die Tagesform ankommen. Traditionell ist aber wieder mit den Ungarn und den Polen zu rechnen. Bei den Männern ist das Favoritenfeld dagegen etwas größer, hier werden die Rennen noch offener sein.

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Was möchten sie abseits der sportlichen Wettkämpfe noch von den Olympischen Spielen mitnehmen?

Leider starten die Wettkämpfe der Kanuten ja erst in der dritten Olympia-Woche und dauern bis zum letzten Tag an. Daher werden wir wohl kaum die Möglichkeit haben, vor unserem Start andere Sportarten zu besuchen oder ein wenig herumzureisen. Dafür freue ich mich besonders auf das Flair und das Feeling im Olympischen Dorf. Mit sämtlichen Sportlern zusammen zu wohnen, viele neue Leute kennenlernen, das macht ja den Reiz von Olympia aus. Das wird mit Sicherheit sehr interessant.

Übersicht Der ewige Medaillenspiegel

Ihre Mutter war Olympiasiegerin im Schwimmen, ihr Vater Kanu-Weltmeister. Sind so sportliche Eltern bei der eigenen Karriere hilfreich?

Ja, ich denke schon. Besonders mein Vater ist sehr nah dran an dem Sport, er hat ja auch einen eigenen Kanu-Laden. Da kann man sich schon den ein oder anderen wertvollen Tipp holen. Generell ist es von Vorteil, wenn die Eltern wissen, wie ein Sportlerleben so ist. Dass es z. B. normal ist, dass man, so wie jetzt nach dem Trainingslager, einfach mal k.o. ist. Gefährlich wird es, wenn die Eltern ihre Kinder einem zu hohen Leistungsdruck aussetzen, um Erfolge quasi zu erzwingen. Das war aber bei mir nie der Fall.

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Ihre Tante Birgit Fischer ist die erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten. Ist ihre Karriere eher Ansporn für Sie oder lähmt der ständige Druck?

Der Druck wird ja erst von den Medien geschaffen. Da wird dann gefragt, ob ich ihr nacheifere oder so etwas in die Richtung. Aber der Vergleich ist natürlich ein ständiger Begleiter meiner Karriere. Mittlerweile sehe ich es mehr als Chance, das größere mediale Interesse zu nutzen, um unsere Sportart zu repräsentieren.

Wie sehr nerven die häufigen Vergleiche mit der berühmten Tante?

Am Anfang meiner Laufbahn war das schon sehr gewöhnungsbedürftig. Als sich dann aber die ersten eigenen Erfolge einstellten, wurde das immer weniger. Man tritt dann schon irgendwie aus dem Schatten heraus. Mit der Zeit lernt man, professionell damit umzugehen und wie gesagt: Für unsere Sportart kann es nur positiv sein, Interesse bei den Medien zu erwecken.

Benimmregeln Fahnen und Spruchbänder verboten

Was erwarten Sie für die Zeit nach Peking 2008 für Ihre weitere Karriere? Was sind weitere persönliche Ziele für Sie?

Zunächst liegt die gesamte Konzentration auf den Olympischen Spielen. Ab Herbst werde ich dann ein Fernstudium im Bereich Prävention und Rehabilitation aufnehmen. Nach zwei Jahren Sportfördergruppe muss ich auch mal wieder etwas für den Kopf tun, das Abitur war schließlich schon 2006. Wie es sportlich weiter geht, kann ich noch nicht genau sagen. Ich will mich da auch nicht festlegen und denke da erstmal nur Jahr für Jahr. Aber ich will auf jeden Fall noch weiter Kanu fahren. Mal schauen, vielleicht bin ich ja in vier Jahren bei Olympia in London wieder dabei.

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