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Olympia-Streit  

FIFA zwingt Vereine zur Spieler-Abstellung

23.07.2008, 17:45 Uhr | sid, dpa

FIFA-Chef Joseph Blatter (Foto: imago)FIFA-Chef Joseph Blatter (Foto: imago) FIFA-Boss Joseph Blatter hat im Streit um die Olympia-Freigabe ein Machtwort gesprochen, doch Bundesligist FC Schalke 04 greift im Ringen um seinen Spieler Rafinha zum äußersten Mittel: Die Gelsenkirchener erheben Klage beim Fußball-Weltverband gegen den brasilianischen Verband CBF und beim Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC). Das erklärte ein Vereinssprecher im österreichischen Stegersbach, nachdem die von Schalke erbetenen Reaktionen von CBF und IOC bis Mittwochmittag ausblieben.

Die Schalker Chancen sanken jedoch, da FIFA-Präsident Blatter in einem Rundbrief an alle Mitgliedsverbände deutlich machte, dass "die Abstellung von Spielern von unter 23 Jahren für alle Klubs zwingend ist. Für Peking gilt dieser Grundsatz ohne Vorbehalt."

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S04-Geschäftsführer Peters sauer

Schalkes Geschäftsführer Peter Peters reagierte empört auf Blatters Vorstoß und sprach im "Express" von einem "miesen Schurkenspiel". Es sei "ein Skandal, was hier auf dem Rücken der Vereine und Spieler ausgetragen wird. Und das werden wir so nicht hinnehmen", betonte Peters und erhob schwere Vorwürfe in Richtung des Weltverbandspräsidenten: "Nach unseren Informationen hat FIFA-Chef Blatter dem IOC-Präsidenten in die Hand versprochen, die Abstellungsfrage so zu regeln, dass die Spieler zu Olympia müssen."

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Bremen lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Die Bremer blieben dagegen gelassen. Blatter habe seine Aussagen im Wesentlichen mit dem Gewohnheitsrecht und dem besonderen Charakter des Olympia-Turniers begründet. "Nach Auffassung unserer Verbände DFB und DFL hat dieses Rundschreiben keinen bindenden Charakter", betonte Geschäftsführer Klaus Allofs am Mittwochabend in einer Stellungnahme.

Europäische Klubvereinigung unterstützt die Vereine

Unterstützung in der Sache erhielten die Klubs von Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstands-Vorsitzende des FC Bayern München erklärte die Abstellungspflicht für unwirksam. "Da die Olympischen Spiele nicht im harmonisierten internationalen Spielkalender verzeichnet sind, ist die Abstellungspflicht für Länderspiele nach dem FIFA-Reglement betreffend den Status und Transfer von Spielern nicht anwendbar", teilte er als Vorsitzender der Europäischen Klubvereinigung ECA mit und solidarisierte sich damit mit den Schalkern und Werder Bremen, die ihren Spielmacher Diego ebenfalls nicht abstellen wollen. "Wir unterstützen daher alle Vereine, die den Verlust wichtiger Spieler befürchten", sagte Rummenigge. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht hinter dem Protest aus Gelsenkirchen.

Rafinha bald 800.000 Euro ärmer?

Schalkes Rafinha (Foto: imago)Schalkes Rafinha (Foto: imago) Die Schalker hatten CBF und IOC ersucht, Rafinha, dem von Klub-Seite eine Geldstrafe von bis zu 800.000 Euro droht, nicht für Olympia zuzulassen. Er habe mit der eigenmächtigen Abreise zur Nationalmannschaft Brasiliens einen Vertragsbruch begangen, der nicht mit olympischer Charta und dem Ethik-Gedanken bei Olympia vereinbar sei. Werder Bremen strengte wegen seines Spielers Diego schon am Dienstag eine CAS-Grundsatzentscheidung an. Der Sportgerichtshof hatte erklärt, in dieser Woche sei nicht mit einer Entscheidung zu rechnen.

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CBF und IOC lassen Frist verstreichen

Schalke hatte Brasiliens Verband CBF aufgefordert, Rafinha freizustellen und zu seinem Arbeitgeber zurückzubeordern. Beim IOC und beim Nationalen Olympischen Komitee Brasiliens waren die Gelsenkirchener mit Schreiben vorstellig geworden, in denen der Verein Erklärungen erwirken wollte, dass Rafinhas eigenmächtige Abreise gegen den Arbeitsvertrag sowie gegen die olympische Charta verstoße und der Spieler somit nicht an Olympia teilnehmen dürfe. Die von Schalke gesetzte Frist verstrich am Mittwoch um 12.00 Uhr.

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Vom brasilianischen Verband CBF gab es bislang keine Verlautbarung zu Diego und Rafinha. Man sei aber zuversichtlich, weil es sich bei beiden Profis um Spieler handle, bei denen die Abstellungspflicht wegen ihres Alters angewendet werden müsse. Diego und Rafinha waren am Dienstagabend in Paris zu ihrem Nationalteam gestoßen. Bei Robinho von Spaniens Meister Real Madrid hatte Brasiliens Verband nach dem Verbot durch den Verein des deutschen Trainers Bernd Schuster erklärt, dies sei "eine Respektlosigkeit gegenüber dem Verband, dem Fußball und den brasilianischen Fans".

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