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Triathlon: t-online.de sprach mit Daniel Unger über seine Chancen bei Olympia 2008

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Olympia 2008 - Triathlon  

Daniel Unger: "Hauptsache Edelmetall"

01.08.2008, 11:23 Uhr | Das Interview führte Johann Schicklinski, t-online.de

Ziel Medaille, Farbe egal: Daniel Unger (Foto: imago)Ziel Medaille, Farbe egal: Daniel Unger (Foto: imago) Im vergangenen Jahr feierte Daniel Unger in Hamburg mit dem Gewinn des WM-Titels seinen Karriere-Höhepunkt. In diesem Jahr ließ er in der Hansestadt seinen zweiten Weltcupsieg der Saison folgen. Das Ziel der 30-Jährigen für die Olympischen Spiele in Peking: "Ich will Edelmetall – die Farbe ist mir egal." Peking ist die erste Olympia-Teilnahme für den Schwaben aus Mengen. Vor vier Jahren machte ihm das Pfeiffersche Drüsenfieber noch einen Strich durch die Rechnung.

t-online.de sprach mit Daniel Unger über Peking, seine Olympiavorbereitungen und seinen Jugendtraum.

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Herr Unger, wie groß ist die Vorfreude auf Olympia?

Die Vorfreude ist natürlich riesig, mit der Olympiateilnahme geht ein Jugendtraum von mir in Erfüllung. Gerade auch deshalb, weil ich 2004 so kurz vor Olympia aus allen Träumen gerissen worden bin.

Damals erkrankten Sie kurz vor Olympia am Pfeifferschen Drüsenfieber und konnten deshalb nicht starten. Wie haben Sie sich damals gefühlt?

Das war brutal. Als hätte mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich hatte ja alles schon hinter mir. Die Olympia-Quali hatte ich in der Tasche, die Akkreditierung in der Hand, sogar die Einkleidung war schon erfolgt. Dann kam unmittelbar vor dem Abflug die Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber. Ich hatte es nicht glauben wollen, hatte gehofft dass ich irgendwie an den Start gehen kann, Hauptsache dabei sein. Aber es ging nicht, ich bekam vom Arzt absolutes Sportverbot. Das war ein absoluter Tiefpunkt für mich.

Dachten Sie dann ans Karriereende?

Klar kam der Gedanke auf: Wofür hast du das alles gemacht. Ich durfte über fünf Monate keinen Sport mehr machen, das schlägt ja auch auf die Stimmung. Mein großer Traum war zerstört, ich war kurz davor zu sagen: So, das war es jetzt. Aber meine Freunde und mein Umfeld waren für mich da und haben mich wieder aufgerichtet. Ich habe aber auch daraus gelernt, da ich gesehen habe, wie schnell alles vorbei sein kann. Im Nachhinein würde ich sagen, dass mich die Situation damals in meiner sportlichen und charakterlichen Entwicklung weitergebracht hat. Ich hatte mir dann irgendwann vorgenommen, dass ich aus der Situation sportlich stärker als je zuvor herausgehe. Und wichtig war auch, dass während meiner Krankheit Menschen für mich da waren, die nicht diesen Sportler-Tunnelblick haben, sondern die Situation aus einer anderen Perspektive sehen. Da normalisiert sich doch vieles.

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Als Triathlon-Weltmeister 2007 und Hamburg-Sieger in diesem Jahr sind Sie einer der Topfavoriten? Sind sie optimal auf Olympia vorbereitet?

Man versucht in der Vorbereitung natürlich immer, auf 100 Prozent seines Leistungsvermögens zu kommen. Ich denke, das ist mir auch gelungen, auch wenn ich manchmal zu ehrgeizig bin und zuviel will. Wichtig war auch, dass ich verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen bin. Die Form stimmt, das haben die Ergebnisse in Südafrika im Frühjahr sowie zuletzt in Hamburg gezeigt. Jetzt muss ich meine Form konservieren, denn groß beeinflussen kann ich sie bis zum Wettkampf nicht mehr.

Welche Medaille soll es denn werden in Peking?

Erstmal gilt für mich nach meiner Krankheit von vor vier Jahren das olympische Motto „Dabei sein ist alles“. Aber klar, es sollte schon eine Medaille werden. Dabei lautet meine Devise: Hauptsache Edelmetall. Da ist mir die Farbe egal. Wenn ich nach dem Wettkampf im Flugzeug sitze und eine Medaille um den Hals hängen habe, bin ich der glücklichste Mensch. Aber auch wenn ich ohne Medaille heimfahren müsste und alles gegeben hätte, wäre ich zufrieden.

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Mit wem rechnen Sie als Haupt-Konkurrenten?

Es gibt etwa zehn Starter, die alle für die Medaillen in Frage kommen. Viel wird dann von der Tagesform abhängen. Sehr stark sehe ich vor allem den Spanier Javier Gomez. Ich werde aber mit breiter Brust an den Start gehen und denke auch, dass mein Sieg in Hamburg ein Fingerzeig für die Konkurrenz war.

Wem trauen Sie aus der deutschen Mannschaft besonders viel zu?

An einem guten Tag sind sicher auch Jan Frodeno und Christian Prochnow Kandidaten für die Top-Five. Gerade „Frodo“ hat ja schon China-Erfahrung gesammelt und ist nicht zu unterschätzen. Bei den Damen werden Ricarda Lisk und vor allem auch Anja Dittmer sicher vorne dabei sein. Wenn es optimal läuft, können sie ein Wörtchen um die Medaillenvergabe mitreden.

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Haben Sie spezielle Trainingsmaßnahmen ergriffen, um sich besser auf die klimatischen und atmosphärischen Bedingungen in China vorbereiten zu können?

Das ist schwierig. Mit der Hitze haben ja alle Triathleten durch die Wettkämpfe in aller Welt so ihre Erfahrungen gesammelt.

Ich werde keine Verpflegungsstation auslassen und immer trinken, außerdem werde ich mir öfter Wasser zur Kühlung über den Kopf schütten oder auch mal eine Schwamm ins Gesicht drücken. Im Training ist es schwierig, die hohe Luftfeuchtigkeit und die Schwüle zu simulieren. Eigentlich müsste ich dafür mit der Rolle und dem Rennrad in der Sauna trainieren, was natürlich aber Quatsch ist, da ich meine Form dann in den Keller trainieren würde. Und die Luftverschmutzung in Peking kann man sowieso nicht simulieren.

Wann wagen Sie denn den Sprung nach Asien zur Akklimatisierung?

Am vierten August geht es ins Trainingslager nach Südkorea. Dort sind die klimatischen Bedingungen ähnlich wie in Peking, auch die Zeitumstellung kann ich dort bereits vollziehen. Drei Tage vor dem Wettkampf fliege ich dann nach Peking und werde ins olympische Dorf ziehen.

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Muss man eigentlich als Weltspitzen-Athlet wie ein Asket leben oder können Sie sich ab und zu nach der getanen Arbeit auch was gönnen?

Daniel Unger: Ich habe jetzt keinen Ernährungsplan, aber natürlich achte ich darauf, was ich esse. Ich versuche beispielsweise alles mit Fett zu vermeiden, keine Soßen zu essen und auch möglichst wenig Zucker zu mir zu nehmen. Ich will ja auch bis zum Wettkampf mit dem Gewicht etwas runterkommen, außerdem sollte mein Körperfettanteil bei etwa 7,5 Prozent liegen, wenn ich an den Start gehe. Es ist ja auch nicht für immer, sondern für einen überschaubaren Zeitraum. Und Sie können sicher sein: sobald mein Wettkampf in Peking gelaufen ist werde ich mir erst mal richtig den Magen vollschlagen.

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Wie oft wurden Sie denn in der Olympiavorbereitung auf Doping kontrolliert?

Bei mir gab es dieses Jahr bereits sieben Kontrollen, also im Schnitt jeden Monat eine. Ich finde das auch absolut in Ordnung. Ich hoffe nur, dass meine Konkurrenten ebenso oft kontrolliert werden.

Eine letzte Frage noch: was wollen Sie aus China neben einer Medaille noch mitnehmen?

Ich habe jetzt kein großes Sightseeing geplant. Durch verschiedene Wettkämpfe war ich schon dreimal in China und kenne die Touristenattraktionen wie die Chinesische Mauer oder auch den Platz des himmlischen Friedens. Nach dem olympischen Triathlon will ich eher die anderen Wettkämpfe anschauen sowie das Flair und die Atmosphäre im olympischen Dorf genießen. Für mich soll dann der Rest der Spiele eine schöne Mischung aus Sport und Party sein.

Herr Unger, wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg dabei. Vielen Dank für das Interview.

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