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Doping - Olympia 2008: Italiens Florettfechter Baldini positiv getestet

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Olympia 2008 - Fechten  

Italiens Florettfechter Baldini positiv getestet

01.08.2008, 13:20 Uhr | sid

Fechter Andrea Baldini führt die Weltrangliste an (Foto: imago)Fechter Andrea Baldini führt die Weltrangliste an (Foto: imago) Italiens Sport wird von einem weiteren Dopingfall erschüttert: Florett-Vizeweltmeister Andrea Baldini ist bei den Europameisterschaften Anfang Juli in Kiew positiv auf das Diuretika-Mittel Furosemid getestet worden.

Der Weltranglistenerste und große Konkurrent von Weltmeister Peter Joppich und des WM-Dritten Benjamin Kleibrink wurde mit sofortiger Wirkung aus dem italienischen Olympia-Team ausgeschlossen. Für den 22-jährigen Baldini rückt Landsmann Andrea Cassara nach. "Ich habe nichts genommen", sagte Baldini nach Angaben seines Teamarztes Antonio Fiore. Dieser wiederum versicherte, seinem Athleten bei der EM nur Antibiotika verabreicht zu haben.

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Öffnung der B-Probe beantragt

Der italienische Fechtverband teilte in einer Presseerklärung mit, die Öffnung der B-Probe sei bereits beantragt. Nach dem Doping-Geständnis von Radprofi Riccardo Ricco und dem positiven Test von Straßenrad-Weltmeisterin Marta Bastianelli ist Italiens Sport innerhalb weniger Tage erneut in Verruf geraten. Baldinis Konkurrenten traf die Nachricht völlig unvorbereitet. "Ich bin sehr überrascht, weil wir keine Sportart sind, wo Doping ein Thema ist", sagte Weltmeister Joppich.

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Florett-Bundestrainer befürchtet Imageschaden

Joppich ist nach Baldinis Ausschluss im Herrenflorett nun an eins gesetzt. "Schockiert" äußerte sich der WM-Dritte Kleibrink: "Es verwundert mich aber nicht, dass da mal was rauskommt. Es war einfach nur ein Gefühl von mir." Florett-Bundestrainer Uli Schreck befürchtet einen Imageschaden. "Das ist sehr schmerzhaft für den gesamten Fechtsport. Das trifft uns alle", sagte der Mannschafts-Olympiasieger von 1992.

Baldinis Mutter: "Das hat mein Sohn nicht verdient"

Das Harn treibende Diuretika Furosemid kann Doping-Gebrauch verschleiern. Italiens Fechtverbands-Präsident Giorgio Scarso erinnerte daran, dass Baldini in der vergangenen Saison dutzende Doping-Kontrollen mit negativem Ergebnis abgeliefert habe. Dessen Mutter Rita sagte: "Das ist eine Gemeinheit, das ist niederträchtig. Das hat mein Sohn nicht verdient." Baldini hatte bei der EM in Kiew Platz fünf im Einzel belegt und mit der Mannschaft die Goldmedaille gewonnen.

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Italiener durch aggressives Verhalten aufgefallen

Bei Mannschafts-Wettkämpfen der vergangenen Jahre waren italienische Mannschaften oft durch aggressives und übermotiviertes Verhalten aufgefallen. So hatte ein Fechter bei der Heim-WM 2006 in Turin beim Halbfinale gegen Deutschland sogar in Richtung des Obmannes gespuckt. Gerüchte über einen vertuschten Doping-Test von Fecht-Ikone Giovanna Trillini halten sich in Fechtkreisen hartnäckig. Fechten galt bislang auch bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA wegen der komplexen Anforderungen als wenig dopingverdächtig.

Bisher nur wenig Dopingfälle im Fechtsport

In den vergangen Jahren hatte es nur zwei Aufsehen erregende Doping-Fälle gegeben. Degen-Olympiasiegerin Laura Flessel (Frankreich) war vor der WM 2002 positiv auf Koramin Glucose getestet und für drei Monate gesperrt worden. Damals hatte der französische Verbandsarzt die Verantwortung auf sich genommen und erklärt, er habe Flessel versehentlich eine falsche Tablette verabreicht. Frankreichs Florett-Weltmeister Loic Attely wurde im selben Jahr nach Einnahme des anabolen Steroids Norandrostendion zehn Monate gesperrt. Seit 1997 wurden beim Weltverband 15 Dopingvergehen registriert, davon sieben durch THC. Ebenfalls nach Cannabis-Konsum wurde in Deutschland Säbelfechter Christian Kraus Ende 2001 für drei Monate gesperrt.

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