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Rogge überschüttet Olympia-Gastgeber mit Lob

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Olympia 2008  

Rogge überschüttet Olympia-Gastgeber mit Lob

02.08.2008, 18:01 Uhr | sid, dpa

Jacques Rogge: "Waren etwas naiv" (Foto: Reuters)Jacques Rogge: "Waren etwas naiv" (Foto: Reuters) Als im Nationalstadion bei der Probe für die Eröffnungsfeier das Feuerwerk krachte, überschüttete IOC-Präsident Jacques Rogge die chinesischen Olympia-Gastgeber mit Lob. Sechs Tage vor dem Beginn der Sommerspiele nannte der belgische Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Peking das Athletendorf "das beste der Olympia-Geschichte" und hob noch einmal die "ausgezeichnete und fehlerlose" Organisation sowie "hervorragenden Wettkampfstätten" hervor.

"Es werden tolle Spiele", sagte der 66-Jährige nach der achtstündigen Sitzung der IOC- Exekutive.

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"Magie der Spiele" im Mittelpunkt

Nach der Eröffnungsfeier würde "die Magie der Spiele" im Mittelpunkt stehen. Zudem freute sich Rogge auf seiner ersten Pressekonferenz in der chinesischen Hauptstadt über die Rekordbeteiligung von 205 Ländern und erwartet, dass bei der Jagd nach Medaillen "das Erwachen Asiens" weitergehe.

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Freies Internet: Rogge rudert zurück

In der Kontroverse um die chinesische Internet-Zensur ruderte Rogge dagegen von seinem Versprechen eines "freien und unzensierten" Zugangs bei den Olympischen Spielen zurück. Der Ober-Olympier machte deutlich, dass es nur noch um "größtmöglichen" Zugang für die 25.000 Journalisten gehe und erklärte, die Chinesen hätten 2001 bei der Vergabe der Sommerspiele "größtmöglichen Zugang" versprochen. Die Frage, was ein akzeptabler "größtmöglicher Zugang" sei, ließ er unbeantwortet. Rogge lehnte es auch ab, sich für eine Irreführung der internationalen Medien zu entschuldigen. "Ich entschuldige mich nicht für etwas, wofür wir nicht verantwortlich sind", so Rogge. "Die Chinesen betreiben das Internet." Er räumte aber ein, dass das IOC möglicherweise etwas naiv gewesen sei: "Wir sind Idealisten. Idealismus ist etwas, das mit Naivität verbunden ist."

Dopingfälle kein Trend

Trotz der Dauerdiskussion um gebrochene Zusagen machte Rogge beim 40-minütigen Frage- und Antwortspiel vor der Weltpresse einen gelassenen Eindruck. Selbst die zahlreichen Dopingfälle in den vergangenen Tagen, die für einen bitteren Vorgeschmack auf die befürchteten "Doping-Spiele" sorgten, wertete er als positiv. "Das ist kein Trend. Das ist die Folge unserer klaren Strategie. Ich habe vorgegeben, dass wir im Vorfeld der Spiele die maximale Anzahl an Doping-Tests durchführen wollen", betonte der Ex-Segler, der sich für die Rekordzahl von 4500 Doping-Tests in Peking stark gemacht hatte. Rogge erwartet einen Anstieg der positiven Kontrollen auf bis zu 40.

USA wird Medaille aberkannt

In der wichtigsten Entscheidung des Meetings der IOC-Exekutive wurde der 4 x 400-Meter-Staffel der USA die Goldmedaille von den Spielen 2000 in Sydney wegen Dopings aberkannt. Der frühere 400-m- Weltmeister Antonio Pettigrew hatte zugegeben, von 1997 an zu unerlaubten Mitteln gegriffen zu haben und seine Medaille bereits im Juni zurückgegeben. Dem Gold-Quartett der USA gehörten neben Pettigrew Weltmeister Michael Johnson und die Brüder Alvin und Calvin Harrison an. Die Entscheidung, ob Nigerias 400-Meter-Staffel als zweitplatziertes Quartett von 2000 auf den Gold-Rang aufrückt, wird die Disziplinar-Kommission unter Vorsitz von Thomas Bach wohl erst bei der nächsten Sitzung im Dezember treffen.

Thanou-Start noch unklar

Bereits am 7. August muss die Bach-Kommission dagegen dem IOC vorschlagen, ob die griechische Sprinterin Ekaterina Thanou in Peking starten darf. "Wir werden uns damit gründlich auseinandersetzen", erklärte Bach. "Wir wollen ihr ein faires Verfahren bieten und sie anhören." Thanou, 2004 für zwei Jahre gesperrt, weil sie sich unmittelbar vor den Spielen einem Doping-Test entzogen hatte, schaffte die griechische Qualifikations-Norm über 100 Meter und ist für Peking gemeldet.

Sieg ja, Goldmedaille nein

Die Neuvergabe der 100-Meter-Goldmedaille, die Dopingsünderin Marion Jones bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewonnen und später zurückgegeben hatte, soll nach Auskunft von Rogge wie die Neuverteilung des Staffel-Golds "in den kommenden Monaten" abgeschlossen sein. Thanou würde als Olympia-Zweite von 2000 eigentlich nachrücken, doch das IOC plant eine Lösung, die juristisch unantastbar ist, gleichzeitig aber eine Abwertung bedeuten würde. Thanou soll auf den ersten Platz gehoben, aber nicht als Olympiasiegerin deklariert werden und auch keine Goldmedaille bekommen.

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