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Olympia 2008 - Leichtathletik: Hürdensprinter Schwarthoff im Interview

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Olympia 2008 - Leichtathletik  

Schwarthoff: "Bronzemedaille war mein größter Moment"

03.08.2008, 17:02 Uhr | Das Interview führte Johann Schicklinski, t-online.de

Florian Schwarthoff: Insgesamt war er viermal bei den Olympischen Spielen dabei. (Foto: imago)Florian Schwarthoff: Insgesamt war er viermal bei den Olympischen Spielen dabei. (Foto: imago) Der ehemalige Weltklasse-Hürdensprinter Florian Schwarthoff ist ein alter Hase in Sachen Olympia. Insgesamt viermal ging der 2,01-Meter-Mann an den Start, 1996 feierte er mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 110-Meter-Hürden den größten Erfolg seiner Karriere. Heute lebt und arbeitet der 40-Jährige als Architekt in Berlin.

Mit t-online.de sprach Schwarthoff über seine Arbeit, was er von Olympia in Peking erwartet und seine ganz speziellen Olympia-Erfahrungen.

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Herr Schwarthoff,  in welcher Art und Weise sind Sie dem Sport denn verbunden geblieben?

In meiner Tätigkeit als Architekt plane und baue ich mit meinem Büro Sportstadien in aller Welt. Ich finde es toll, dass ich meine sportliche und meine berufliche Karriere auf diese Weise zusammenführen kann. Wir bauen unter anderem drei Fußballstadien für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, außerdem haben wir zuletzt ein Stadion in Dubai am persischen Golf gebaut. Meine Arbeit macht mir riesigen Spaß, ich komme auch sehr viel in aller Welt herum.

Machen Sie selbst noch Sport?

Ich versuche mich ein bisschen fit zu halten. Ich gehe gerne mit meiner Frau laufen, Beachvolleyball spielen, in Fitnessstudio oder auch mal Basketball spielen, wenn es die Zeit zulässt.

Und was ist mit Ihrer großen Liebe, der Leichtathletik? Tragen Sie selbst noch hin und wieder mal Spikes?

Nein. Seit meinem letzten Wettkampf und dem Karriere-Ende 2002 hatte ich nie wieder Spikes an. Meine lange Laufbahn als Hürdenläufer war abgeschlossen, ich habe alles mitgenommen und nichts verpasst und denke auch, das ich aus meinem Potenzial das bestmögliche gemacht habe. Ich bereue nichts und bin sehr zufrieden mit meiner Karriere, so dass ich auch den Schlussstrich darunter ziehen konnte.

Also haben Sie mit dem Hürdensprint nichts mehr am Hut?

Zumindest nicht aktiv. Nach meiner sportlichen Laufbahn hatte mein beruflicher Werdegang Priorität. Aber klar, ich verfolge das Wettkampfgeschehen schon noch. Wenn ich irgendwo ein 110-Meter-Hürdenfinale sehe, kribbelt es bei mir, da kann ich dann auch nicht ruhig sitzen bleiben. Egal ob im Fernsehen oder live im Stadion.

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Florian Schwarthoff im Jahr 2002 bei der Leichtathletik-EM in München in Aktion (Foto: imago)Florian Schwarthoff im Jahr 2002 bei der Leichtathletik-EM in München in Aktion (Foto: imago) Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die Olympischen Spiele in Peking?

Ich bin im Moment beruflich sehr eingespannt, so dass sich die Vorfreude eigentlich noch in Grenzen hält. Aber wenn ich in der Zeitung oder im Radio etwas über Olympia erfahren kann, dann interessiere ich mich schon dafür. Ein bisschen Lust auf Olympia ist also schon da. Leider kann ich aufgrund meines Jobs nicht in Peking sein. Das sind dann übrigens die ersten Spiele seit 1984 in Los Angeles, bei denen ich nicht vor Ort bin. Das 110-Meter-Hürdenfinale werde ich mir natürlich live im Fernsehen anschauen. So viel Zeit muss dann doch sein.

Sie kennen den Zauber von Olympia, waren selbst viermal aktiv bei Olympischen Spielen dabei. 1996 in Atlanta holten Sie Bronze. War das Ihr größter Moment als Sportler?

Selbstverständlich! Das steht auch noch weit über dem Gewinn der Silbermedaille bei der WM. Olympia ist einfach das Allergrößte für einen Sportler. Man steht im Fokus der Öffentlichkeit, die ganze Welt schaut zu, man kommt mit Sportlern aus aller Welt zusammen. Olympia ist ja auch nur alle vier Jahre. Dann noch der Gewinn der Bronzemedaille. Es war ein toller Moment für mich, sicherlich der größte Moment in meiner Sportlerlaufbahn.

Mit wem rechnen Sie in Peking als Top-Favoriten?

Schwierige Frage! Wenn ich das wüsste, würde ich all mein Geld auf den Sieger setzen. Für mich sind der Kubaner Dayron Robles, der ja im Juni erst Weltrekord gelaufen ist, und der Chinese Liu Xiang, der vorher Weltrekordhalter war, sicher die ersten Anwärter auf die Gold-Medaille. Die beiden bringen alles mit und ich schätze sie auch ungefähr gleich stark ein, so dass ich denke, dass das Rennen im Kopf entschieden wird. Der mental Stärkere der beiden wird wohl gewinnen.

Aus der deutschen Mannschaft gibt es ja im 110-Meter-Hürden leider keinen Starter. Gibt es in Peking jemanden, dem Sie besonders die Daumen drücken?

Es sind ja nicht mehr so viele Athleten, mit denen ich selbst noch aktiv war. Ich werde sicher allen deutschen Startern in Peking die Daumen drücken, ganz besonders vielleicht Steffi Nerius, Danny Ecker oder Tim Lobinger, die ich allesamt noch gut kenne.

Eine letzte Frage noch, Herr Schwarthoff: Was war neben den sportlichen Höhepunkten Ihr persönliches Olympia-Highlight?

Der schönste Moment war eigentlich nach dem 110-Meter-Hürdenfinale 1996 in Atlanta. Nach dem Finale lief das Rennen in der Mensa des olympischen Dorfes noch auf einer Großbildleinwand. Nachts um zwei Uhr trafen sich dort zufällig die Finalstarter und schauten sich den Endkampf dann gemeinsam an. Die ganze Konkurrenzsituation, die Anspannung, der ganze Druck, der vor dem Wettkampf auf allen Sportlern gelastet hat, war auf einmal wie weggeblasen. Wir haben einfach wie normale junge Leute zusammengesessen und nicht als die Rivalen, die wir vorher und nachher waren. Wir haben Erfahrungen ausgetauscht, uns unterhalten, und das in einer tollen, total befreiten Atmosphäre. Das war ein bewegender und toller Moment für mich, an den ich mich immer erinnern werde.

Herr Schwarthoff, wir wünschen Ihnen alles Gute. Vielen Dank für das Interview.

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