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Zensur - Olympia 2008: IOC-Chef Jaques Rogge erntet scharfe Kritik

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Olympia 2008 - Zensur  

Sturm der Kritik für IOC und Rogge

03.08.2008, 19:19 Uhr | dpa

Muss sein Versprechen zurücknehmen: IOC-Präsident Jaques Rogge (Foto: dpa)Muss sein Versprechen zurücknehmen: IOC-Präsident Jaques Rogge (Foto: dpa) Journalisten, Funktionäre und Politiker haben scharfe Kritik am Wortbruch des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und seines Präsidenten Jaques Rogge geübt. Der Chef der olympischen Bewegung hatte sein Versprechen, allen Journalisten in Peking einen freien Internet-Zugang für die Berichterstattung über die olympischen Spiele zu gewährleisten, wieder zurück nehmen müssen, da die Gastgeber nicht mitspielten.

Stattdessen bekommen die 25.000 Journalisten nur "größtmöglichen" Zugang - soweit ihn China zulässt.

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Rücktritt gefordert

Während die Seiten amnesty international erreichbar sind, ist die Seite der US-Menschenrechtsgruppe Human Rights in China weiter blockiert. Der US-Sender Radio Free Asia konnte erreicht werden, nicht aber die Katholische Nachrichtenagentur Asianews, die sich mit Chinas Untergrund-Kirche befasst. Die Seiten der exiltibetischen Regierung sowie tibetischer Aktionsgruppen im Ausland, die über das Vorgehen chinesischer Sicherheitskräfte in Tibet informieren, waren ebenfalls weiter blockiert. Die Gesellschaft für bedrohte Völker forderte den Rücktritt des IOC-Präsidenten - wegen seines "katastrophalen Krisenmanagements und widersprüchlicher Informationspolitik".

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Steinmeier kritisiert Gastgeber

Das Vorgehen der Olympia-Gastgeber löst auch bei der deutschen Regierung Kopfschütteln aus. "Ich verstehe nicht, warum die chinesische Regierung mit der Begrenzung des Internet-Zugangs erneut weltweite Skepsis geweckt hat", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". In einem Telefonat mit Chinas Außenminister Yang Jiechi hat Steinmeier "dieses Unverständnis deutlich vorgetragen".

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Bach hofft auf weitere Öffnung

Das IOC bemüht sich, in Verhandlungen mit dem Gastgeberland möglichst viele Sperrungen aufzuheben. "Wir hoffen, dass es weitere Fortschritte gibt", sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. "Nachkarten bringt nichts. Beide Seiten arbeiten lösungsorientiert und wollen gute Spiele organisieren", sagte der IOC-Vizepräsident. IOC-Pressekommissions-Chef Kevan Gosper erwartet nur eine teilweise Öffnung. Auf chinesischer Seite gebe es ein "beträchtliches Trauma" mit einigen Webseiten.

IOC-Präsident mit Teilerfolg zufrieden

Vermutungen von Gosper, dass es eine geheime Übereinkunft über den Internet-Zugang gegeben habe, wies Rogge entschieden zurück. "Es hat absolut keinen Deal gegeben, keine Vereinbarung mit den Chinesen." Rogge zeigte sich zufrieden, dass Portale wie etwa des britischen Senders BBC, das Online-Lexikon Wikipedia oder Seiten von Nicht-Regierungsorganisationen freigeschaltet worden sind.

Rogge gesteht Naivität ein

Auf seiner ersten Pressekonferenz in Peking lehnte es Rogge ab, sich für eine Irreführung der Medien zu entschuldigen, wie es Gosper getan hatte, der nach eigenen Angaben von der Zensur überrascht worden war. "Ich entschuldige mich nicht für etwas, wofür wir nicht verantwortlich sind", sagte Rogge. Er räumte aber ein, dass das IOC möglicherweise etwas naiv gewesen sei. "Wir sind Idealisten", sagte Rogge. "Idealismus ist etwas, das mit Naivität verbunden ist."

Freier Internetzugang war nie versprochen

Obwohl das IOC und insbesondere Rogge immer ein unzensiertes Internet versprochen hatten, will der IOC-Präsident aber schon 2001 bei der Vergabe der Spiele an Peking nur "größtmöglichen Zugang" gefordert haben. "Sie haben gesagt, dass sie es tun werden", sagte Rogge. Die Frage, was ein akzeptabler, "größtmöglicher" Internet- Zugang sei, ließ Rogge unbeantwortet. Auch der Koordinierungschef des IOC für die Spiele, Hein Verbruggen, räumte ein, China habe nie "vollständig freien", sondern nur "ausreichenden" Zugang garantiert.

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