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Streit um Alter der chinesische Turnerinnen schwelt weiter

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Olympia 2008 - Turnen  

Streit um Alter der chinesische Turnerinnen schwelt weiter

05.08.2008, 14:05 Uhr | dpa

He Kexin (re.) und ihre Teamkollegin Yang Yilin. (Foto: imago)He Kexin (re.) und ihre Teamkollegin Yang Yilin. (Foto: imago) Kurz vor dem Beginn der olympischen Turn-Wettbewerbe in Peking sind erneut Zweifel am korrekten Alter der chinesischen Turnerinnen aufgetaucht. Die US-Nachrichten-Agentur AP hat offenbar Belege, dass auch bei Yang Yilin das Alter zugunsten einer Teilnahme in Peking manipuliert sein könnte.

Durch Medien-Recherchen waren zuvor bereits zahlreiche Anhaltspunkte aufgetaucht, dass die Turn-Stars He Kexin und Jiang Yuyan noch nicht das für Olympia erforderliche Mindestalter von 16 Jahren erreicht haben.

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Geburtsdatum vordatiert?

Wie bei He und Jiang wird das Alter von Yang mit 16 angegeben. Nach Recherchen von AP war das Geburtsdatum der jungen Turnerin in den Jahren 2004, 2005 und 2006 selbst von der chinesischen Sportführung mit dem 26. August 1993 angegeben worden. In der selben Registratur der Sport-Organisation wird Yang Yilin nun seit dem Vorjahr mit dem Geburtsjahr 1992 geführt.

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IOC und FIG schieben sich Schwarzen Peter zu

Die möglichen Manipulationen haben zu einem Kompetenz-Streit zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem Weltverband FIG geführt. "So lange wir keine schriftlichen Beweise haben, müssen wir uns an die offizielle Pässe halten, die vom IOC gecheckt wurden", begründete FIG-Generalsekretär Andre Gueisbuehler, warum sich der Weltverband nicht in der Pflicht sieht. Bei der offiziellen IOC-Pressekonferenz am Montag hatte hingegen Präsident Jacques Rogge die Verantwortung des IOC abgelehnt: "Das IOC baut auf die internationalen Verbände, die ausschließlich für die Eignung der Sportler verantwortlich sind. Es ist nicht Aufgabe des IOC, jeden der 10.000 Athleten zu überprüfen."

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Amerikanischer Turntrainer empört

Wütend reagierte der frühere US-amerikanische Teamchef Bela Karolyi auf die Tatenlosigkeit der Führungen von IOC und FIG. "Nichts dagegen zu unternehmen ist einfach nur lächerlich. Das ist genauso schlimm wie der Betrug mit Doping", meinte er. "Ein Pass bedeutet gar nichts. Amtliche Urkunden sind in einer totalitären Gesellschaft bedeutungslos", kritisierte der Turntrainer die Reaktion der Chinesen, die sich allein auf die offiziellen Pässe ihrer Sportlerinnen berufen. "Sie sind keine 16 Jahre alt. Sie sind Kinder, da bin ich mir ganz sicher", meinte Karolyi.

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Kein offizieller Einspruch

Einen offiziellen Protest der USA-Mannschaftsleitung gegen die möglichen Manipulationen wird es allerdings nicht geben. "Das ist nicht Sache des US-Turnverbandes. Das ist die Aufgabe für das IOC und FIG", erklärte Steve Penny, der Präsident des USA-Turn-Verbandes. Die US-Girls, die 2007 in Stuttgart Weltmeisterinnen waren, gelten als Hauptkonkurrentinnen der chinesischen Turnerinnen in Peking. Für die deutsche Mannschaft ist der Streit indes kein Thema: "Das geht völlig an uns vorbei. Wir sind so konzentriert auf unsere Aufgaben, dass wir uns da völlig raushalten", meinte Cheftrainerin Ulla Koch.

China hat bereits in Sydney geschummelt

Manipulationen in der Altersfrage gibt es im Turnen schon seit 28 Jahren, als das Mindestalter zum Schutz junger Athletinnen vor Verletzungen von 14 auf 15 Jahre hoch gesetzt wurde. Die aktuelle Regelung mit dem Mindestalter von 16 Jahren gilt seit 1997. Bereits im Jahr 2000 hatte die Chinesin Yang Yun nach dem Gewinn von zwei Bronzemedaillen bei den Olympischen Spielen in Sydney vor TV-Kameras zugegeben, bei jenem Wettkampf erst 14 Jahre alt gewesen zu sein.

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