Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Doping bei Olympia: Von Jensen bis Johnson

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Olympia 2008  

Doping bei Olympia: Von Jensen bis Johnson

05.08.2008, 18:53 Uhr | von Jörg Runde, t-online.de

Ben Johnson vor seinem Skandallauf in Seoul (Foto: imago)Ben Johnson vor seinem Skandallauf in Seoul (Foto: imago) Eines der Hauptprobleme bei den Olympischen Spielen ist die unerlaubte Leistungssteigerung durch Doping. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen viel Athleten Drogen zu sich. Thomas Hicks, der Gewinner des Marathons 1904 erhielt beispielsweise von seinem Trainer selbst während des Rennens einen Brandy, der mit Strychnin angereichert war. Das Trinken von Wasser war damals unerklärlicherweise verboten. Die Verwendung von Kokain dagegen weit verbreitet.

Smog Dunstglocke über Peking bereitet Sorgen
Zeitplan Alle Olympia-Entscheidungen im Überblick

Jensen fiel vom Rad

Als die Athleten und Betreuer zu immer extremeren Methoden griffen, wurde den Verantwortlichen allmählich bewusst, dass dies nicht mehr mit dem Ideal von "Gesundheit durch Sport" zu vereinbaren war. Der erste durch Doping verursachte Todesfall bei Olympischen Spielen ereignete sich 1960 in Rom. Der Däne Knut Enemark Jensen fiel von seinem Fahrrad und starb. Später stellte sich heraus, dass er mit Aufputschmitteln gedopt war.

Zum Durchklicken Die deutschen Gold-Hoffnungen bei Olympia
Betrug Olympia-Fans abgezockt

Johnson sorgt für Mega-Skandal

Mitte der 60er Jahre erließen mehrere Sportverbände ein Dopingverbot, das IOC folgte 1967 diesem Beispiel. Der erste Athlet, der positiv auf verbotene Substanzen getestet wurde, war 1968 der Schwede Hans-Gunner Liljenwall, er musste seine Bronzemedaille im modernen Fünfkampf wegen der Einnahme von Alkohol zurückgeben. Seither wurden mehr als 50 Athleten überführt, darunter diverse Medaillengewinner. Für den größten Skandal sorgte der Kanadier Ben Johnson. Er war 1988 mit neuem Weltrekord Olympiasieger im 100-Meter-Lauf geworden, wurde dann jedoch positiv auf Stanozolol getestet. Die Nachweismethode war erst wenige Tage vor den Wettkämpfen vom Anti-Doping-Labor in Köln freigegeben worden.

Experten-Interview Athleten sind in der Doping-Falle

Methoden der DDR im Fokus

Trotz der Tests verwendeten viele Athleten Doping, ohne je überführt zu werden. Im Jahr 1990 aufgetauchte Dokumente zeigten, dass zahlreiche Athleten aus der DDR (insbesondere Leichtathletinnen und Schwimmerinnen) gezielt von ihren Betreuern mit anabolen Steroiden und anderen Mitteln gedopt wurden. Dies geschah auf Anweisung der Regierung. Noch heute laufen deshalb zahlreiche Verfahren, da sich die seinerzeit noch minderjährigen Sportler als Opfer der Staatspolitik sehen und noch immer mit gesundheitlichen Problemen kämpfen.

Italien Fechter Baldini positiv getestet
Video China verstärkt Anti-Doping-Kampf

Kampf gegen Doping wird organisiert

Ende der 1990er begann das IOC, den Kampf gegen das Doping besser zu organisieren; 1999 nahm die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) ihre Arbeit auf. Die strengeren Kontrollen führten ab 2000 dazu, dass deutlich mehr Sportler überführt werden konnten, insbesondere im Gewichtheben. Vor allem unangemeldete Trainingstests haben eine abschreckende Wirkung. 2004 in Athen flohen die beiden Griechen Konstantínos Kentéris und Ekaterina Thanou vor einer Doping-Kontrolle aus dem olympischen Dorf und täuschten einen Motorradunfall vor. Anschließend ließen sie sich in einer Klinik behandeln. Dass an dieser Version nichts stimmte, stellte sich schnell heraus. Beide Sportler entgingen einer Anhörung des IOC mit Hilfe gefälschter Atteste. Kentéris und Thanou verzichteten schließlich freiwillig auf den Start bei noch ausstehenden Wettkämpfen.

Gendoping in China: "Im Reich der Mittel"
Doping: IAAF sperrt russische Olympioniken

Jones weint und geht ins Gefängnis

Zuletzt erwischte es auch die US-amerikanische Leichtathletin Marion Jones. Die dreifache Olympiasiegerin von Sydney geriet 2007 aufgrund aufgetauchter Doping-Protokolle immer stärker unter Druck und gab schließlich mit Tränen in den Augen zu: "Ja, ich habe gedopt." Ihre Olympia-Medaillen aus Sydney gab Jones zurück.

Olympia 2008 Mao und das Vogelnest
Olympia-ABC Peking 2008 von A bis Z

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal