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Pferdesport - Olympia 2008: Reiter sind die Außenseiter der Spiele

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Olympia 2008 - Reiten  

Die Außenseiter der Spiele: Reiter abgeschoben

07.08.2008, 14:30 Uhr | dpa

Springreiter Ludger Beerbaum. (Foto: imago) Springreiter Ludger Beerbaum. (Foto: imago) Kein olympischer Geist, kein Flair, keine wichtigen Entscheidungen vor Ort: Die Reiter sind die großen Außenseiter der Spiele, 2000 Kilometer von Peking entfernt. "Das ist nicht viel anders als ein großes Reitturnier, wie eine eigene Veranstaltung", sagte Springreiter Ludger Beerbaum vor seiner sechsten Olympia-Teilnahme.

Dressur-Kollegin Isabell Werth witzelte über ihren vierten Olympia-Start: "Bedingt durch die Security, die hier überall ist, ist das olympische Feeling schon da. Und was die Kompliziertheit der Organisation angeht, ist es auch schon da."

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Seuchenrecht ist Grund des Übels

Die Reiter fühlen sich abgeschoben und ausgenutzt. Vor drei Jahren verlegte das IOC die Pferdesport-Wettbewerbe in die frühere britische Kronkolonie, Ursache waren nach offizieller Darstellung seuchenrechtliche Bestimmungen. Peking erfüllt im Gegensatz zu Hongkong nicht die internationalen Standards. Das unausgesprochene Druckmittel war, dass die Rückkehr der mehrere Millionen Euro teuren Spitzenpferde nicht gewährleistet werden konnte, weil das chinesische Kernland nicht als frei von Seuchen gilt. "Wenn man es wirklich gewollt hätte, dann hätte man die Quarantäne-Voraussetzungen auch in Peking schaffen können", sagte Werth.

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Beerbaum wittert politische Beweggründe

"Die Reitwettbewerbe in Peking waren politisch nicht gewollt", kommentierte Beerbaum. Mit der Verlagerung nach Hongkong, das seit der Rückgabe der Briten an China vor elf Jahren einen Sonderstatus besitzt, kann die Pekinger Regierung tatsächlich ihre Ein-China-Politik demonstrieren. Kurios ist in diesem Zusammenhang, dass Hongkong ein eigenes NOK hat und mit einer eigenen Mannschaft startet.

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Wendt: "Es gibt hier kein Olympia-Flair"

Ein Sportler-Empfang mit Public Viewing während der Eröffnungsfeier und ein kleines olympisches Feuer sollen für ein wenig Atmosphäre sorgen. Dennoch sagte der deutsche Delegationsleiter Reinhardt Wendt: "Es gibt hier kein Olympia-Flair, das ist klar." Das liegt für ihn auch an den organisatorischen Abläufen bei Zweifelsfällen: "Es geht immer hin und her mit Peking, denn hier entscheidet eh keiner."

Nur drei deutsche Reiter im olympischen Dorf

Ähnliche Erfahrungen hat Werth gemacht: "Es muss alles immer wieder über Peking autorisiert werden. Das macht es schwierig. Das zeigt, dass wir ein Stück weit vom Schuss ab sind. Sonst vermisst man, mal an den anderen Sportstätten vorbeizufahren oder im olympischen Dorf zu essen und andere Sportler zu treffen." In Hongkong gibt es auch ein olympisches Dorf - doch das ist in Wahrheit nur ein Hotel mit Alkoholverbot. Da sich zwei Sportler ein Zimmer teilen sollten, sind nur drei deutsche Reiter eingezogen.

Lob für die Anlage

Zumindest Werth ist trotz des fehlenden olympischen Flairs hin- und hergerissen. "Emotional ist es schade", sagte die viermalige Olympiasiegerin: "Aber was die Bedingungen angeht, war es die richtige Entscheidung." Die für rund 100 Millionen Euro gebaute Anlage auf dem Gelände des Hongkong Jockey-Clubs "ist außergewöhnlich", lobte sie: "So etwas habe ich noch nicht gesehen."

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