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Hitze in Peking: Den Athleten steht bei den Olympischen Spielen eine Tortur bevor

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Olympia 2008 - Hintergrund  

Die Hitze wird den Athleten stark zusetzen

08.08.2008, 13:39 Uhr | dpa

Hitze verbreitet nicht nur das Olympische Feuer, auch für die Athleten wird es heiß. (Foto: imago)Hitze verbreitet nicht nur das Olympische Feuer, auch für die Athleten wird es heiß. (Foto: imago) In Peking hat nach dem chinesischen Mondkalender der Herbst begonnen, doch für die Olympioniken werden die Spiele zum Saunabad im Hochsommer. "Das Klima ist extrem. Ich hoffe, dass es nicht gar so schlimm wird. Aber in meinen schlimmsten Alpträumen hatte ich es so befürchtet", sagte Radprofi Stefan Schumacher vor dem Straßenrennen.

Wilfried Kindermann, der leitende Mannschaftsarzt des deutschen Teams, prophezeite eine Tortur: "Es werden weniger als 50 Prozent ins Ziel kommen." Nicht nur Ausdauersportler wie Radprofis oder Marathonläufer haben vor den hohen Temperaturen und der enormen Luftfeuchtigkeit mehr als Respekt, manche sogar Angst.

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Pohl: "Da hilft nur viel trinken"

Den Funktionären ist beim Rudern untersagt, Krawatten zu tragen - damit sie keinen Hitzestau erleiden. Durch die Broschüre "Medizinischer Ratgeber Peking 2008" und zahlreiche Maßnahmen der Ärzte sind die deutschen Olympia-Teilnehmer bestens auf die schwierigen Bedingungen in Chinas Hauptstadt vorbereitet. Doch wenn sie dieser Tage aus dem Flieger steigen, prallen sie gegen eine heiße Wand. "Es ist schon heftiger hier als anderswo. Da hilft nur viel trinken", sagte Stephanie Pohl. Dabei kennt die Beachvolleyballerin fast alle heißen Strände dieser Welt.

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Ankunft erst kurz vor den Wettkämpfen

Um die Verhältnisse zu simulieren, stelle man am besten "ein Laufband in die Sauna", empfahl der Triathlon-Weltmeister von 2007 und Gold-Hoffnung, Daniel Unger. Er bereitet sich mit seinen Nationalmannschaftskollegen im südkoreanischen Chechu vor, erst kurz vor den Wettkämpfen reist das Team nach Peking. Für die Radfahrer haben die Teamärzte nach Absprache mit Kindermann jeweils zehn Liter an Wasser und Elektrolytgetränken vorbereitet.

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Weltruderverband ändert Wettkampfregeln wegen der Hitze

"Die Hitze-Anpassung war ein gewaltiges Problem. Wir sind von Einheit zu Einheit mit größter Vorsicht vorgegangen. Es war wichtig, die Sportler nicht zu früh zu belasten", erklärte auch Michael Müller, der Sportdirektor des Deutschen Ruder-Verbandes. "Bei uns gab es einen gezielten Belastungsaufbau mit Herzrhythmus-Messung. Und wir arbeiten viel mit Kühlwesten." Der Weltruderverband FISA hat wegen der Hitze sogar seine Wettkampfregeln verändert: Die Schiedsrichter dürfen nur einen und nicht mehrere Wettkämpfe im Motorboot begleiten.

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Viedt: "Fünf, sechs Minuten kann man aushalten"

Beraten hat die Ruderer Jürgen Steinacker, der am Universitätsklinikum Ulm die Sport- und Rehabilitationsmedizin leitet. Die Sportmediziner messen an der Ruderstrecke die sogenannte Wet Bulb Globe Temperature (WBGT). Da fließen neben der Temperatur auch die Sonnenstrahlung und die Luftfeuchtigkeit ein. Steinacker: "Erreicht dieser Wert 32,2 Grad - was in dieser Klimazone bei Umgebungstemperaturen ab 38 Grad wahrscheinlich ist - berät ein Gremium darüber, ob der Wettkampf unterbrochen werden muss." Christian Viedt, der neue Trainer des Männer-Achters, sieht es jedoch gelassen: "Für uns spielt die Hitze keine so große Rolle. Fünf, sechs Minuten kann man das aushalten." Viel länger geht kein Rennen.

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Höhne hat keine Angst vor zweitem Hitzschlag

Die deutschen Leichtathleten bereiten sich auf der japanischen Nordinsel Hokkaido auf die Sommerspiele vor, dort herrschen ähnliche Bedingungen wie in Peking, aber kein Smog. Ihr Hitzeopfer vom vergangenen Jahr ist ebenfalls wieder dabei: André Höhne war bei der WM in Osaka/Japan auf dem Weg zu Bronze über 20 Kilometer Gehen falsch ab abgebogen, plumpste nach dem Ziel in den Wassergraben und musste völlig erschöpft ins Krankenhaus gebracht werden. "Manchmal hatte ich hinterher den Eindruck, es wurde mehr darüber berichtet, als wenn ich eine Medaille geholt hätte", erinnert sich Höhne. Angst vor einem zweiten Hitzschlag in Peking hat er nicht: "Das ist für mich abgehakt."

Hambüchens Vater erstes Erkältungsopfer

Die größte Gefahr für die Sportler lauert ohnehin in geschlossenen Räumen. "Ich gehe davon aus, dass wir eine Reihe von Infekten und Atemwegserkrankungen haben werden", sagte Kindermann angesichts der überall angebrachten Klimaanlagen. In den Bussen auf dem Weg zu den Trainings- und Wettkampfstätten werden die Athleten fast schockgefroren. Erstes prominentes Erkältungsopfer ist jedoch keine Medaillenkandidat, sondern Wolfgang Hambüchen, der Vater und Trainer von Turn-Star Fabian Hambüchen. "Er hat so viele Medikamente geschluckt. Bei einer Doping-Kontrolle wäre er auffällig gewesen", sagte Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turnerbundes.

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