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Kanu - Olympia 2008: Schwarzer Tag für deutsche Kanuten

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Olympia 2008 - Kanu  

Greifbar nahes Gold geht unter

15.08.2008, 16:13 Uhr | dpa

Pleiten statt Podest, Tränen statt Triumph für Deutschlands Slalom-Kanuten: Nach dem "schwarzen Freitag" sehnte sich Weltmeisterin Jennifer Bongardt in die Arme ihres Freundes, Felix Michel und Sebastian Piersig suchten nach ihren Tränen bei den Familien Trost. Auf dem Kurs zu Gold war der Canadier-Zweier aus Spremberg gekentert und musste sich beim Olympiasieg der slowakischen Zwillingsbrüder Pavol und Peter Hochschorner mit Rang sechs begnügen. Gold-Kandidatin Jennifer Bongardt hatte nach ihrem Halbfinal-Aus als 15. und Letzte den zweiten Olympia-Sieg der Slowakin Elena Kaliska nur als Zuschauerin verfolgen können.

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Für einen Tag virtuell mit Gold um den Hals

"Es war total doof, und ich bin sehr niedergeschlagen. Ich werde viele Wochen brauchen, um das zu verarbeiten", schilderte eine gefasste Bongardt ("Shit happens") und fieberte dem Rückflug nach Hause entgegen. "Ich bin froh, dann einfach in den Arm genommen zu werden." Als die 25-Jährige die letzten Sätze ihrer Interviews gerade ausgesprochen hatte, begann das Fiasko für Michel und Piersig, die nach dem Rennabbruch am Vortag als Führende in das Finale gestartet waren. "Wir waren eine Nacht Olympiasieger, jetzt sind wir Sechster", sagte Piersig und flüchtete sich mit glasigen Augen in die Arme von Frau und Sohn.

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Ernüchternde Bilanz

Ratlos war das Trio nach den fehlerhaften Vorstellungen im sonnigen Shunyi-Park, beim Verband fiel die Bilanz nach dem kurzzeitigen Höhenflug durch das Gold von Alexander Grimm ernüchternd aus. "Wir wollten zwei Medaillen haben und haben nur eine erreicht. Das ist nicht ganz befriedigend", sagte Sportdirektor Jens Kahl, der in Athen vor vier Jahren ein Mal Silber und ein Mal Bronze hatte bejubeln können. Nun sollen die Rennsportkanuten, bei denen Katrin Wagner-Augustin und Carolin Leonhardt an einem Infekt erkrankt sind, von Montag an die Medaillenbilanz aufbessern. "Wie ich die Rennsportler einschätze, sind die nicht so mental anfällig, dass sie sagen, das schwappt jetzt rüber", sagte Verbands-Präsident Olaf Heukrodt nach der "absoluten Enttäuschung".

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Österreichischer Lichtblick

Kritik übte Kahl, der nach Olympia die Suche nach einem Slalom-Cheftrainer startet, an der Beschränkung auf ein Boot pro Nation und die dadurch gesunkene Qualität: "Wenn die einzige, die gut durchkommt, mit 14 Sekunden Vorsprung Olympiasiegerin wird, dann kann was nicht stimmen. Das war keine Werbung für unseren Sport." Gerade in diesem Frauen-Finale, das Kaliska mit dem Rekord-Vorsprung von 14,30 Sekunden gewann, wurde aber abseits der leeren deutschen Gesichter ein kleines Sportlermärchen geschrieben. Nur fünf Monate nach ihrer geheimgehaltenen, mehrstündigen Herzoperation holte sich die in Deutschland geborene und für Österreich startende Violetta Oblinger Peters Bronze.

Gleich im Ziel dachte die für zwei ausgelassene Tore mit 100 Strafsekunden bestrafte Bongardt über den "geplatzten Traum Olympia" nach und verließ nach dem Rennen mit "einigen Fragezeichen im Himmel" die Strecke. Bereits vor der Enttäuschung auf dem Wildwasser-Kanal hatten sich ihre Nationalteamkollegen zu viele Gedanken gemacht. Michel und Piersig hatte die Nacht als Halbzeit-Olympiasieger schwer zu schaffen gemacht. Bis nach 02.00 Uhr hatte sich Michel in seinem Olympia-Bett hin- und hergewälzt, bis er endlich eingeschlafen war. "Man hat immer diesen kleinen Mann im Ohr der sagt, du bist da vorne, und der schwirrt da seit gestern Abend um Neune rum", sagte Michel, der einige Tränen verdrückte, und sich über "diese Scheißpause" ärgerte.

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