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Olympia 2008 - Handball: DHB-Team vergibt Matchball gegen Russland

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Olympia 2008 - Handball, Vorrunde Männer  

Bei Olympia zählen Testspielsiege nichts mehr

16.08.2008, 13:42 Uhr | dpa

Deutschlands Holger Glandorf (Mitte) versucht, sich gegen die russische Deckung (rechts Eduard Kokscharow) durchzutanken. (Foto: dpa)Deutschlands Holger Glandorf (Mitte) versucht, sich gegen die russische Deckung (rechts Eduard Kokscharow) durchzutanken. (Foto: dpa) Die deutschen Handballer haben trotz der Glanztaten ihres Torhüters Johannes Bitter den ersten Matchball zum Einzug ins Viertelfinale bei den Olympischen Spielen vergeben. Durch einen Gegentreffer 30 Sekunden vor Schluss musste sich der Weltmeister in Peking mit einem 24:24 (10:11) gegen Russland zufrieden geben.

Im letzten Vorrundenspiel braucht der Olympia-Zweite am 18. August einen Sieg gegen Europameister Dänemark, um sicher in die K.o.-Runde zu kommen.

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Positives herausstellen

"Das war ein gewonnener Punkt, wir müssen das positiv sehen. Jetzt wollen wir Dänemark schlagen, denn mit einem Sieg wären wir Gruppenerster und hätten die bestmögliche Ausgangsposition fürs Viertelfinale", analysierte der Lemgoer Michael Kraus, der mit sechs Toren einmal mehr bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) war und bereits 32 Turnier-Tore erzielt hat.

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Kraus' Kampfansage

Mit seinem Einsatz begeisterte der Weltmeister nicht nur die rund 500 deutschen Fans unter den 3.000 Zuschauern, sondern auch Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) und den deutschen Chef de Mission, Michael Vesper. Zwischenzeitlich war ihnen bei einem Drei-Tore-Rückstand der Deutschen die Freude vergangen, doch am Ende klatschten sie Beifall. "Wir kommen weiter als alle denken" versprach Kraus. Vor Abreise nach China hatten die deutschen Handballer ihre letzten beiden Tests gegen Russland bestritten und mit 32:25 und 32:27 jeweils klar gewonnen. "Das Spiel bei Olympia mit den Vorbereitungsspielen zu vergleichen ist der größte Schwachsinn, den man machen kann", hatte Linksaußen Torsten Jansen davor gewarnt.

Gleichwertige Russen lassen sich nicht abhängen

Zunächst beherzigte der Weltmeister die Warnung und ging konzentriert zu Werke. Schnell stand eine 4:1-Führung (6.) auf der Anzeigetafel. Die Russen aber blieben die Antwort nicht schuldig. Mit Beharrlichkeit kämpften sie sich zurück und luchsten den deutschen Spielern mit ihrer robusten Abwehr immer wieder die Bälle ab. Nach dem 4:4 (13.) setzte sich die DHB-Auswahl wieder auf 7:5 (20.) ab, doch auch dieser Vorsprung hielt nicht lange. Die Russen waren in jeder Hinsicht ebenbürtig.

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Bitter als zuverlässiger Fels in der Brandung

Das Kombinationsspiel des Olympia-Zweiten geriet zu oft ins Stocken. Allein der wiederum bärenstarke Torhüter Johannes Bitter verhinderte lange Zeit einen Rückstand. Als dann jedoch zum Ende des ersten Durchgangs Christian Zeitz, der nach seiner Einwechslung trotz zweier Tore keine Bindung zum Spiel fand, im Angriff mehrmals ohne Not patzte, geriet die deutsche Mannschaft beim 9:10 (27.) erstmals in Rückstand, den sie auch mit in die Kabine nahm.

Nach dem Spielverlauf mit dem Remis zufrieden sein

Nach Wiederanpfiff kam es noch schlimmer. Erst ließ sich Zeitz in der Abwehr düpieren, dann warf er im Angriff den Ball ins Aus. Beide Fehler bestraften die Russen mit Gegentreffern und brachten Deutschland mit 12:15 (35.) ins Hintertreffen. Der Weltmeister zeigte eine Trotzreaktion. Die Abwehr packte energischer zu und erkämpfte sich die Bälle. Mit vier Treffern drehte der EM-Vierte den Rückstand in eine 16:15-Führung (41.). Am Ende reichte es trotzdem nur zu einem Remis. "Wenn man sieht, dass wir schon mit zwei Toren vorn waren, dann ist es ein verlorener Punkt", so Routinier Christian Schwarzer, "es war ein offenes Spiel. Deshalb müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein."

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