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Dem Radsport droht das Olympia-Aus

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Olympia 2008 - Radsport  

Dem Radsport droht das Olympia-Aus

18.08.2008, 11:07 Uhr | dpa

Auch bei Olympia kommt der Radsport nicht zur Ruhe. Nach den Dopingfällen von Peking hat John Fahey, neuer Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, dem Radsport indirekt eine "Kultur des Dopings" unterstellt und mit einem Olympia-Ausschluss gedroht. Das will wiederum Pat McQuaid, Chef des Welt-Radsport-Verbandes UCI, nicht auf sich sitzen lassen. "Er soll sich mal bei anderen Sportarten umschauen und deren Doping-Statistiken analysieren", sagte Mc Quaid, der seiner Branche attestierte: "Wir tun mehr als alle anderen Verbände im Anti-Doping-Kampf."

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Nach den Worten von Fahey und seinem Generaldirektor David Howman hätten "gewisse Sportarten" zu Beginn der Spiele einen schlechten Ruf. Bis zum November werde die WADA dem IOC einen Bericht zur Akzeptanz und Umsetzung des Welt-Anti-Doping-Codes durch die Sportverbände schicken. "Die Einhaltung des Kodex ist wesentlich für die Teilnahme an Olympischen Spielen. Vielleicht ist es ein Anreiz, die Bemühungen zu beschleunigen", sagte Fahey. Nach Howmans Ansicht werden Sportarten mit einem Doping-Makel zunehmend unter Druck geraten, von Olympia verbannt zu werden: "Die Frage ist, wie lange wird die Geduld in der Sportwelt noch anhalten."

Hintergrund Punker in Peking haben mit Olympia nichts am Hut

Radsport sei laut McQuaid von seiner Wirkung bei Olympia jedoch über jeden Zweifel erhaben. "Wir haben wunderbare Straßenrennen an der Chinesischen Mauer in Badaling erlebt und sehen jetzt außerordentlich imposante Vorstellungen im Velodrom von Laoshan", sagte der Ire, der an der fast unheimlichen Erfolgsserie der Briten auf der Bahn - bisher viermal Gold in fünf Disziplinen - nicht den Hauch eines Verdachts zulässt. "Ich habe keinerlei Grund, ihren sauberen Leistungen zu misstrauen. Kein Verband hat einen so effizienten Trainerstab und so viel Geld wie der britische, der für Peking vom Nationalen Olympischen Komitee vier Millionen Pfund zur Verfügung gestellt bekam. Ich glaube, nach der Siegesserie hier können sie für London jetzt verlangen, was sie wollen", sagte McQuaid.

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Die Doping-Geschichte des Radsports, der spätestens seit dem Festina-Skandal bei der Tour 1998 dauerhaft am Pranger steht, wurde nach fünf positiven Fällen der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt mit dem Olympia-Ausschluss der spanischen Fahrerin Maribel Moreno nahtlos fortgeführt. "Ich persönlich bin für eine lebenslange Sperre bei Doping, aber wir müssen uns an den WADA-Code halten", sagte McQuaid, der den Radsport auf dem richtigen Weg zu mehr Glaubwürdigkeit wähnt. Der Tour, die im Juli zum ersten Mal nicht unter der Hoheit des Weltverbandes stattfand, stellte er ein gutes Zeugnis aus: "Der Großteil des Pelotons war clean, der Sieger Carlos Sastre glaubhaft."

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