Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Olympia 2008: Olympisches Edelmetall bald unter dem Hammer?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Olympia 2008 - Hintergrund  

Olympisches Edelmetall bald unter dem Hammer?

20.08.2008, 12:05 Uhr | dpa

Könnte mit ihrer Medaillensammlung einen guten Preis erzielen: US-Turnerin Nastia Liukin (Foto: Reuters)Könnte mit ihrer Medaillensammlung einen guten Preis erzielen: US-Turnerin Nastia Liukin (Foto: Reuters) In insgesamt 302 Entscheidungen werden bei den Olympischen Spielen Medaillen an die Athleten verteilt. Aber auch Privatleute, die vielleicht ganz und gar unsportlich sind, können sich bald eine Goldmedaille umhängen. Seit Jahren schon hat sich mit dem Medaillenhandel ein lukrativer Markt für Auktionshäuser aufgetan.

"Der Markt ist auf jeden Fall da", sagt Robin Schäfer vom Hamburger Auktionshaus Lauritz.

Live-Ticker Alle Entscheidungen des zwölften Tages

Fotos, Fotos Die besten Bilder vom 12. Wettkampftag
Telegramm Der Tag der Deutschen

Gold ab 5000 Euro

Neben Geldnöten von Athleten seien es wohl oft Verwandte, die nach dem Tod der Sportler Gold, Silber oder Bronze zu Geld machen wollten. Bronze-Medaillen sind laut Experten bereits ab etwa 1500 Euro zu haben, Gold kostet - je nach Sportart - zwischen 5500 und rund 50.000 Euro.

Blog Speedy Fetzner über Chinas Tischtennis-Dominanz
Fotos, Fotos Frodeno siegt im Triathlon
Fotos, Fotos Die besten Bilder des 11. Wettkampftags

Medaillen aus über 100 Jahren

Die Münzenhandlung Winter in Düsseldorf ist eines der führenden deutschen Auktionshäuser für Versteigerungen von Olympia-Artikeln. Seit 23 Jahren hat das Haus solche Memorabilia im Katalog. "Es gibt nicht viele Goldmedaillen, die wir noch nicht angeboten haben", sagte Bernhard Winter. Von 1896 in Athen bis Atlanta 1996 habe man 100 Jahre Olympia-Geschichte abgedeckt. Auch die 1936 zum ersten Mal eingeführte, von der Firma Kruppp hergestellte und seitdem fest zu Olympia gehörende Fackel wurde von Winter versteigert.

Im Überblick Der Medaillenspiegel
Foto-Show Alle deutschen Medaillengewinner in Peking

Preise steigen

Die Preise variieren stark, eine Goldmedaille von den Münchner Spielen 1972 brachte vor 10 Jahren 17.000 Mark, heute muss der Privatmann tiefer in die Tasche greifen. Früher landeten Medaillen von toten Sportlern zunächst bei Antiquitätenhändlern, bevor Auktionshäuser das Geschäft entdeckten. Was die wenigsten wissen: Nur 1908 und 1912 gab es Medaillen aus reinem Gold. Heute bekommen Olympiasieger meist Medaillen aus vergoldetem Bronze oder Silber. "Es wird immer unedler", sagt Winter. Und das Angebot knapper, da weniger Sportler ihre Medaillen veräußern wollen. Ein Grund: Die Bezahlung im Profi- und Amateursportart hat sich deutlich verbessert. Winter hat pro Jahr etwa fünf Medaillen im Sortiment, das treibt den Preis.

Viel Edelmetall aus dem Ostblock

Bis vor zehn Jahren seien noch viele Medaillen aus dem ehemaligen Ostblock auf den Markt gekommen. "Wenn ein Sportler aus Ungarn 3000 Mark für eine Silbermedaille bekam, musste ein ungarischer Lehrer ein Jahr dafür arbeiten", erläutert Winter den pekuniären Aspekt als einen der Gründe für das Abtreten der Medaille. Nicht so viel bringen Mannschaftsmedaillen, eine Goldene der nigerianischen Olympiasieger im Fußball in Atlanta 1996 versteigerte Winter für 5600 Euro. Auch deutsche Athleten haben ihm schon persönlich ihr Gold-, Silber- oder Bronzestück angeboten. Welche Sportler das waren? "Berufsgeheimnis." Gründe waren Existenzerhalt oder Verbesserung des Lebensstandards.

100.000 Dollar für einmal Gold

Für einige Olympioniken scheint selbst der ideelle Wert einer Medaille nicht so wichtig. So sagt der an der Hamburger Uni lehrende Sportökonom Wolfgang Maennig, der 1988 in Seoul mit dem Ruder-Achter Gold holte, die Medaille liege "in irgendeiner Kiste im Keller". Aber man kann auch überreizen: Tommie Smith, 200-Meter-Sieger in Mexiko-Stadt 1968, wollte vor sieben Jahren 500.000 US-Dollar für sein Gold. Er war durch seine Demonstration während der Siegerehrung mit der erhobenen rechten Faust im schwarzen Handschuh - als Zeichen der Solidarität für die "Black-Power-Bewegung" - berühmt geworden. Realistisch waren für das Edelmetall 150.000 US-Dollar. Einen der bisher höchsten Preise gab es für eine Goldmedaille bei einer Wohltätigkeitsauktion vor den Olympischen Spielen in Atlanta, 100.000 Dollar wurden damals gezahlt.

Zeitplan Olympia-Entscheidungen im Überblick
Olympia-Historie Die Geschichte der Olympischen Spiele

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Was dieser Arzt gleich macht ist einfach unglaublich

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal