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Olympia 2008: Kritik an Jamaika - Teamarzt führt Dopingtests bei Bolt durch

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Olympia 2008 - Leichtathletik  

Zweifel an Jamaikas Kontrollsystem

21.08.2008, 10:48 Uhr | t-online.de

Aus Peking berichtet Arne Henkes

Usain Bolt läuft allen davon. (Foto: dpa) Usain Bolt läuft allen davon. (Foto: dpa) Der Blitz ist in Peking eingeschlagen: Zwei Endläufe, zwei Siege, zwei Weltrekorde. So lautet die eindrucksvolle Bilanz von Usain Bolt, dem neuen schnellsten Mann der Erde. Mit seinem raumgreifenden Schritten verschiebt der 1,96-Meter-Mann die Grenzen einer Sportart, die nach Berechnungen von französischen Wissenschaftlern längst an ebenselbige gestoßen sein müsste.

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Rekord mit Gegenwind

19.32 Sekunden, die zwölf Jahre alte Bestmarke von Michael Johnson, aufgestellt bei den Olympischen Spielen in Atlanta, schien ein Rekord für die Ewigkeit zu sein, die nun von Bolt um zwei Hundertstel unterboten wurde – mit Gegenwind. Der Amerikaner Johnson profitierte 1996 noch von Rückenwind. Um satte 37 Hundertstel verbesserte der frischgebackene Doppel-Olympiasieger im Final-Lauf seine erst im Juli aufgestellte Bestzeit.

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Kein eigenes Kontrollsystem

Solch signifikanten Leistungsverbesserungen lassen natürlich Zweifler auf den Plan treten. Die Kritik von Tobias Unger („Riesenverarschung“) ist vor dem Hintergrund, dass es in Jamaika kein von der Internationalen Anti-Doping-Agentur WADA anerkanntes Kontrollsystem gibt, durchaus nachzuvollziehen. Auch Dr. Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes DLV, äußerte zu Beginn der Spiele, dass ihn die Überlegenheit der Sprinter von der Karibik-Insel „nachdenklich“ stimme und forderte, dass in Zukunft nur noch Athleten aus Ländern antreten dürften, die über ein nationales Kontrollsystem verfügen. Momentan sind dies nur 25 Staaten weltweit.

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Leichtathletik-Weltverband nimmt Jamaika in Schutz

Der Präsident des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF Lamine Diack nahm die jamaikanischen Läufer hingegen in Schutz und verwies darauf, dass auf der Insel schlicht das Geld fehle, um eine unabhängige Anti-Doping-Agentur zu installieren. Der Weltverband kontrolliere daher verschärft auf Jamaika, genauso wie die WADA.

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Team-Arzt kontrolliert Bolt

In Deutschland überprüft die unabhängige Nationale Anti-Doping-Agentur NADA die Athleten. Die Tests der jamaikanischen Kontrollinstanz werden hingegen von Dr. Herb Elliot durchgeführt. Der Internist und frühere Weltklasse-Läufer betreut das jamaikanische Team in Peking und verweist stolz darauf, dass er es sei, der die Sprinter in ihrer Heimat kontrolliere. Usain Bolt alleine zwischen November und Dezember 15 Mal. Der Junge sei nun einmal ein Phänomen und noch lange nicht an seiner Leistungsgrenze angelangt, sagt Elliot.

Sauber oder nicht? Die Zukunft wird es zeigen

Wo die Grenzen für Bolt liegen, werden die nächsten Jahre zeigen. Ebenso, ob die Indizien, die gegen eine sauber erbrachte Leistung sprechen, bestätigt werden oder nicht. Zweifel werden in jedem Fall bleiben. Die Tatsache, dass der Mannschaftsarzt seine Athleten kontrolliert, ist in etwa vergleichbar mit der Vorstellung, dass ein Steuerberater die Finanzprüfung für seinen Mandanten vornimmt.

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