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Olympia 2008 - Leichtathletik: Der DLV steckt in der Krise

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Olympia 2008 - Leichtathletik  

Die zahnlosen DLV-Tiger beißen zurück

23.08.2008, 18:39 Uhr | t-online.de

Ariane Friedrich enttäuschte im Hochsprung. (Foto: imago)Ariane Friedrich enttäuschte im Hochsprung. (Foto: imago) Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Berlin kracht es laut im Gebälk des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Die Ausbeute von nur einer Bronzemedaille (Christina Obergföll) bedeutet das schlechteste Abschneiden der deutschen Mannschaft in der olympischen Kernsportart in der Nachkriegsgeschichte. Und das ausgerechnet vor der Heim-WM.

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Digel übt harte Kritik

Die schlechte Bilanz veranlasste DLV-Ehrenpräsident Helmut Digel bereits vor den letzten Wettkämpfen zu harscher Kritik an der Sportlichen Leitung des Verbandes, die noch in Peking umgehend zurückschlug. Cheftrainer Mallow bezeichnete Digel als „Dummschwätzer“ und gab den Schwarzen Peter für das schlechte Abschneiden an das Bundesinnenministerium (BMI) und den Deutschen Sportbund (DOSB) weiter.

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Keine Medaille durch Friedrich

„Wir sind zahnlose Tiger“, kommentierte Mallow das Olympia-Abschneiden des DLV-Teams aufgrund der schlechten finanziellen Ausstattung. Auch am letzten Tag gingen die deutschen Athleten leer aus. Die Hoffnungen auf eine Medaille durch Hochspringerin Ariane Friedrich (5. Platz) erfüllten sich nicht und auch die 4x400-Meter-Staffel der Frauen lief der Weltspitze im Finale nur hinterher und belegte im Finale lediglich den achten Platz.

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Verpasste Trendwende nach Athen


Seit den erfolgreichen Spielen in Barcelona (fünf Mal Gold) geht es für Deutschlands Leichtathleten beständig bergab. Für eine Trendwende fehlt dem DLV laut Mallow die finanzielle Unterstützung. Schon nach der „indiskutablen“ Leistung in Athen (DLV-Präsident Clemens Prokop) wollte der Verband gegenlenken und sich mit der Hilfe und dem Wissen von ausländischen Trainern verstärken. Dass dies nicht gelang, führt Mallow auf das fehlende Kleingeld zurück.

Neidischer Blick nach Russland


„Was die Briten für ihre Medaillen investieren, ist sensationell. Und von dem, was in Russland für Prämien und hauptamtliche Trainer ausgegeben wird, können wir nur träumen“, sagte der Soziologie-Professor aus Saarbrücken. In seinem Rundumschlag gab er dem DOSB, der die Gelder des BMI verteilt, die Hauptschuld an der Misere. „Der DOSB geht arrogant und hochnäsig mit uns um. Die wollen Medaillen und tun dafür nichts.“

Berlin 2009: Verbesserung der Osaka-Bilanz?

Bei seiner Prognose über die Aussichten der DLV-Auswahl bei der Heim-WM in Berlin, schwang im Unterton des 63-Jährigen reichlich Ironie mit. „Ich bin ja eigentlich nicht abergläubisch, aber 2005 haben wir in Helsinki fünf Medaillen geholt, in Osaka waren es 2007 sieben, deshalb werden es 2009 in Berlin neun.“ Angesichts der in Peking gezeigten Leistungen und der Stärke der Konkurrenz dürfte eine Verbesserung der Osaka-Bilanz ein Ding der Unmöglichkeit sein.

Kritik auch an den Athleten

Bei seiner Kritik sparte Mallow aber auch die eigenen Athleten nicht aus. Einige deutsche Starter hätten sich wohl zu sehr auf die Dopingvergangenheit ihrer Konkurrenten konzentriert. „Ich kann ihnen nur raten, sich auf das Ausschöpfen ihres eigenen Leistungspotenzials zu konzentrieren“, forderte Mallow von den deutschen Athleten, die wie Sprinter Tobias Unger der Konkurrenz unlautere Methoden unterstellten.

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