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Pferdesport - Olympia 2008: Trainer Gravemeier steht vor dem Aus

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Reitsport - Olympia 2008  

Kurt Gravemeier steht vor einem Scherbenhaufen

12.02.2010, 22:39 Uhr | dpa

Seit 2000 im Amt: Bundestrainer Kurt Gravemeier (Foto: imago)Seit 2000 im Amt: Bundestrainer Kurt Gravemeier (Foto: imago) Krisensitzung in Münster, Warnungen aus Shanghai: Springreit-Bundestrainer Kurt Gravemeier gerät nach dem schwachen Olympia-Abschneiden und der positiven Probe von Christian Ahlmanns Pferd Cöster unter starken Druck. "Mit Kurt muss ein intensives Gespräch geführt werden. Wir werden die ein oder andere unangenehme Frage stellen", sagte der Springausschuss-Vorsitzende Peter Hofmann: "Da sind noch Verantwortlichkeiten zu klären."

Der kritisierte Gravemeier hatte allerdings selber schon angedeutet, über seinen Rücktritt nachzudenken und traf sich mit mehreren Reitern in Münster.

Ahlmanns Pferd Cöster Auch B-Probe positiv



In Hongkong noch keine Zeit für Gespräche

Der Bundestrainer sollte ursprünglich einen neuen Vierjahresvertrag erhalten, doch dann hatten die Springreiter in Hongkong erstmals seit 80 Jahren keine Medaille geholt und mit den positiven Proben von Cöster für Aufsehen gesorgt. "Wir müssen im Zuge der Vertragsverlängerung über einiges sprechen", sagte Hofmann, der sich zur Zeit beruflich in Shanghai aufhält. "Ich erwarte, dass das mit aller Ernsthaftigkeit geschieht." Auch der Mannschafts-Tierarzt Björn Nolting soll zu einer Unterredung gebeten werden. "Wir hatten in Hongkong noch keine Zeit für Gespräche", erklärte der Chef des Springausschusses.

Bundestrainer denkt über Rücktritt nach

Gravemeier selber hat bereits seinen Rücktritt erwogen. "Natürlich denke ich über Konsequenzen nach und mache mir Gedanken darüber, ob ich noch der richtige Mann an der richtigen Stelle bin", sagte der Coach, der seit Herbst 2000 im Amt ist. Er wolle noch einige Gespräche führen. Zwei Krisensitzungen gab es am Rande des Turniers in Münster, wo fast alle deutschen Spitzenreiter am Start sind.

Kritik auch von anderen Aktiven

Kritik gab es zuvor auch von Reitern. "Die Art und Weise, wie in den letzten Jahren einiges gelaufen ist, wie bei Championaten nominiert wurde, hat mir überhaupt nicht gefallen", sagte Aktivensprecher Otto Becker den "Westfälischen Nachrichten". "Ich denke, wir sind klug beraten, wenn wir in Zukunft nicht immer nur über die Beerbaums dieser Welt sprechen, sondern uns insgesamt mal wieder breiter aufstellen und beispielsweise den nachrückenden Talenten eine Chance geben."

Ahlmann gibt sich Mitschuld am nahenden Aus

Olympia-Ersatzmann Heinrich-Hermann Engemann hatte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu den Vorfällen um Ahlmann gesagt: "Ich verstehe nicht, dass sich der Bundestrainer nicht genügend darum gekümmert hat." Der 49-jährige Reiter, der sein Karriereende angekündigt hat, sagte: "Ich weiß, dass ich Kurt angeschossen habe. Aber man muss die Sachen auch mal klar ansprechen."

DOSB fordert Olympia-Kosten von Ahlmann

Ahlmann muss sich nach der positiven Doping-Probe auch gegenüber dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verantworten. "Nach der B- Probe werden wir das Verfahren gegen ihn einleiten. Natürlich werden wir Herrn Ahlmann auch hören", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. "Ich bleibe bei meiner Aussage von Peking. Herr Ahlmann muss damit rechnen, dass er die Kosten zurückerstatten muss." Die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich.

Nur Medikation bei Cöster?

Auch das Ergebnis der B-Probe hatte ergeben, dass Ahlmanns Pferd Cöster die verbotene Substanz Capsaicin im Körper hatte. Ahlmann sieht sich aber nicht als Doping-Sünder. Nach seiner Aussage ist das Mittel Equi-Block nur gegen Verspannungen auf den Rücken aufgetragen worden. Die Beine seines Schimmels seien damit nie eingeschmiert worden. Im Pferdesport wird unterschieden zwischen Doping und verbotener Medikation im Wettkampf.

Ahlmanns Anwalt will Anhörung verschieben

Die für den 6. September geplante Anhörung Christian Ahlmanns soll auf Antrag seines Anwaltes Andreas Kleefisch verschoben werden. "Wir würden das gerne kurzfristig machen, aber wir haben noch keine Akteneinsicht erhalten", sagte der Jurist. "Ohne die notwendigen Unterlagen kann man nicht argumentieren", erklärte Kleefisch einen Tag nachdem auch in der B-Probe von Ahlmanns Pferd Cöster Capsaicin nachgewiesen worden war. Er kündigte zudem an, dass es vorerst keine Klage vor dem Sportgerichtshof CAS gegen die vorläufige Suspendierung des Reiters durch den Weltverband FEI geben werde.

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