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TV-Rechte: DFL kündigt den Vertrag mit Kirch

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Fernsehrechte  

DFL kündigt den Kirch-Vertrag

25.09.2008, 22:52 Uhr | dpa

Wer bekommt die TV-Rechte der Bundesliga? (Foto: imago)Wer bekommt die TV-Rechte der Bundesliga? (Foto: imago) Der Drei-Milliarden-Vertrag zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Agentur Sirius von Medienunternehmer Leo Kirch ist endgültig geplatzt. Der Ligavorstand stimmte der Kündigung des Kontraktes zu, der im Schnitt 500 Millionen Euro TV-Honorar pro Jahr garantiert hatte.

Zugleich beschloss die Liga eine eigene Ausschreibung der TV- und Medien-Rechte von der Saison 2009/2010 an. Sechs Jahre nach der Kirch-Krise endete damit auch die zweite Zusammenarbeit des Profi-Fußballs mit dem Münchner Medienunternehmer Leo Kirch erfolglos.

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Sirius wünscht der Liga viel Glück

"Das Kartellamt hat mit seinen Vorgaben der geplanten Zusammenarbeit die Grundlage entzogen. Nach Abwägung aller Handlungsmöglichkeiten hat der Vorstand daher beschlossen, die entsprechenden Vertragsbeziehungen aufzulösen", begründete Liga- Präsident Reinhard Rauball den seit mehreren Wochen erwarteten Schritt. Ein juristischer Streit mit Sirius ist nicht zu erwarten. "Wir haben volles Verständnis für die Entscheidung der Liga unter den gegebenen Umständen und wünschen der DFL viel Glück bei der Vermarktung der Bundesliga-Rechte", sagte ein Sirius-Sprecher. Die Kirch-Firma will weiterhin auf dem Rechtemarkt tätig bleiben.

Die Sondierungsgespräche laufen schon

Bereits Ende Oktober will die DFL die neue Ausschreibung beginnen, und Ende Januar 2009 sollen die nationalen Rechte verkauft sein. Dabei sollen nach Angaben von Karl-Heinz Rummenigge mindestens 409 Millionen Euro erlöst werden. Diesen Betrag erhält der Dachverband derzeit von seinen TV-Partnern. Den Löwenanteil zahlt der Bezahlsender Premiere mit 205 Millionen Euro vor der ARD (97 Millionen). "Die DFL hat sich auf diese Rechtevergabe bereits seit Wochen vorbereitet und führt mit Zustimmung von Sirius seit längerer Zeit Sondierungsgespräche mit unterschiedlichen Marktteilnehmern", erklärte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Kartellamtsentscheidung bringt den Stein ins Rollen

Die neue Situation auf dem TV-Rechte-Markt ist auf eine Entscheidung des Kartellamtes zurückzuführen. Mit seiner Empfehlung zur Zentralvermarktung hatte die Behörde dem lukrativen TV-Deal mit Kirch die Geschäftsgrundlage entzogen. Die Wettbewerbshüter wollten die Zentralvermarktung nur genehmigen, wenn weiterhin eine Bundesliga-Zusammenfassung samstags vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen ist. Eines von zwei Modellen von DFL/Sirius sah aber eine späte Zusammenfassung nach 22 Uhr vor, um damit dem Bezahlfernsehen mehr Exklusivität zu sichern.

Vereinen drohen Mindereinnahmen in Millionenhöhe

Mehrere Proficlubs hatten bereits nach dem Veto des Kartellamts ihre Sorge um Millionen-Verluste geäußert. Die Vereine, denen von Sirius für die nächste Spielzeit insgesamt 460 Millionen Euro zugesagt worden waren, müssen sich auf eine jährliche Mindereinnahme von jeweils vier bis fünf Millionen Euro einstellen. "Der Zeitplan war stets so gewählt, dass die Option der Eigenvermarktung wie 2005 zeitgerecht möglich ist und eine Finanzierung der Folgesaison rechtzeitig gesichert ist", argumentierte Rauball.

Änderung am Spielplan nicht ausgeschlossen

Der Ligavorstand schloss außerdem eine Änderung des vorgesehenen Bundesliga-Spielplans nicht aus. Ursprünglich sollte es mit Beginn der nächsten Saison ein Freitagsspiel, fünf Samstagspartien und drei Sonntagsbegegnungen geben. Wegen der neuen TV-Situation sind aber jetzt auch wieder andere Modelle denkbar.

Zentrale Vermarktung der Bandenwerbung im Pokal

Außerdem beschloss der Vorstand DFL die zentrale Vermarktung der Bandenwerbung für alle Spiele im DFB-Pokal ab der kommenden Saison. "Wir kommen damit einem Wunsch des DFB nach, dem Wettbewerb auch in dieser Hinsicht ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben", sagt Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball. Aus zeitlichen Gründen wurden dagegen einige Tagesordnungspunkte auf die nächste Sitzung des Ligavorstandes verschoben, darunter die Themen Ligapokal und die Diskussion um eine Änderung der 50+1-Regel, die es Investoren bislang nicht gestattet, die Mehrheit bei einem Klub zu übernehmen.

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