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Geplanter Einheitsmotor entzweit die Formel 1

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Motorenstreit  

Geplanter Einheitsmotor entzweit die Formel 1

10.10.2008, 14:19 Uhr | sid

Mario Theissen (li.) im Gespräch mit Bernie Ecclestone. (Foto: imago)Mario Theissen (li.) im Gespräch mit Bernie Ecclestone. (Foto: imago) In der Diskussion um Einheitsmotoren bahnt sich ein Streit zwischen den Herstellern einerseits sowie der Formel-1-Führung um Bernie Ecclestone und Max Mosley andererseits an.

Die Hersteller lehnen die Pläne des Formel-1-Chefs und des Weltverbands-Präsidenten strikt ab, 2010 einen für alle Boliden vorgegebenen Motor einzuführen. Selbst ein Ausstieg der Hersteller scheint nicht gänzlich ausgeschlossen, sollte man ihren Interessen nicht entgegenkommen.

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Haug: "Diese Spontaneität ist nicht hilfreich"

"Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die selbst gesteckten Rahmenbedingungen der FIA und der FOM (Formula One Management, der kommerzielle Rechteinhaber mit Ecclestone an der Spitze, d. Red.), nämlich Langfristigkeit und Planbarkeit und nicht ad-hoc-Entscheidungen. Diese Spontaneität ist nicht hilfreich", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in Fuji über den Vorstoß Ecclestones und Mosleys. Im Vorjahr war die Motorenentwicklung von der FIA noch für fünf Jahre eingefroren worden.

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Theissen will anderen Weg gehen

Vor dem Großen Preis von Japan am Sonntag (ab 6.15 Uhr im t-online Live-Ticker) sprach sich auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen deutlich gegen Einheitsmotoren aus. "Das läuft den Interessen der Hersteller zuwider", sagte Theissen und machte einen Gegenvorschlag: "Wir müssen beim neuen Motorreglement einen ziemlich engen Rahmen vorgeben, damit nicht nur der Bauaufwand, sondern auch der Entwicklungsaufwand im Rahmen bleiben."

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Einheitsmotor soll Kosten sparen

Ecclestone hatte angekündigt, mit einem Einheitsmotor auf die weltweit angespannte und auch in der Formel 1 schwierige Finanzlage reagieren und die Kosten drastisch senken zu wollen. "Der neue Motor wird einheitlich sein, und man wird ihn nur noch zweimal pro Jahr wechseln dürfen, also werden die Kosten drastisch zurückgehen - und ich meine wirklich drastisch", sagte der Brite. Auch Mosley verfolgt diese Idee. Mit dem Plan sollen die Kosten um angeblich 90 Prozent gesenkt werden. Derzeit muss ein Motor nur an zwei aufeinander folgenden Rennwochenenden halten.

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Haug bezweifelt Ausstieg der Hersteller

Haug hofft auf eine einvernehmliche Lösung des Interessenkonflikts: "Man ist auf der Suche nach einem gemeinsamen Nadelör, um das Ganze einzufädeln." Auf die Frage, ob die Hersteller im Zweifelsfall mit Ausstieg drohen werden, erklärte Haug: "Ich glaube nicht. Ich glaube schon, dass man eine Lösung finden kann."

Parr: "Es besteht die Möglichkeit, dass ein oder zwei Teams aussteigen"

Das sieht Adam Parr anders. "Es besteht die Möglichkeit, dass ein oder zwei Teams aussteigen", sagte der Williams-Geschäftsführer im Gespräch mit der BBC: "Der logische Schluss wäre, dass es sich dabei um ein unabhängiges Team handelt, aber ich glaube nicht, dass das zwingend der Fall sein muss." Anfang Mai hatte sich bereits Super Aguri wegen finanzieller Schwierigkeiten aus der Formel 1 zurückgezogen.

Kostensenkung klares Ziel der Teams

In der Vereinigung der Teams (FOTA) herrscht klares Einvernehmen darüber, dass die Kosten gesenkt werden müssen - "kurz- und mittelfristig um 25 bis 33 Prozent", wie etwa Honda-Geschäftsführer Nick Fry meint. Ein Einheitsmotor würde die führenden Hersteller wie Mercedes und BMW aber eines elementaren Marktes berauben, da die eigene technische Kompetenz nicht mehr darstellbar wäre. Die kleineren und vor allem die Privatteams befürworten dagegen die Pläne, da sie dadurch deutliche Vorteile hätten.

Zweifel am Sparpotenzial

Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Es gibt Stimmen, die die von Ecclestone und Mosley angeführten Kostensenkungen stark anzweifeln und beklagen, dass es keine Stabilität und Planungssicherheit mehr in der Formel 1 gebe. In der Vergangenheit hätten vermeintliche Sparmaßnahmen zudem zuweilen das Gegenteil bewirkt, heißt es weiter. Die Hersteller, so war in Fuji zu vernehmen, würden jedenfalls eines nicht mitmachen: Sich einen Bauplan vorlegen lassen und dann den eigenen Namen draufschreiben.

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