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Olympia 2008 - Doping: Resultate von 300 Doping-Tests fehlen noch

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Olympia 2008 - Doping  

Olympia: Resultate von 300 Doping-Tests fehlen noch

12.10.2008, 17:24 Uhr | dpa

Olympia in Peking: Gibt es noch eine böse Doping-Überraschung? (Foto: imago)Olympia in Peking: Gibt es noch eine böse Doping-Überraschung? (Foto: imago) Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Missstände und Mängel beim Doping-Programm der Olympischen Spielen in Peking verschwiegen. Von den 4.770 vorgenommenen Doping-Tests fehlen bei 300 immer noch die Unterlagen und Ergebnisse.

Dies geht aus dem Abschlussbericht der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hervor. Außerdem hat das Doping-Analyselabor in Peking 100 auf Testosteron untersuchte Proben als negativ eingestuft und nicht gemeldet. Damit wurden internationale Test-Standards missachtet.

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WADA kritisiert IOC

"Ein Bereich, der Raum für Verbesserung lässt, ist die Berichterstattung des Labors", kritisierten die zehn WADA-Beobachter, die von Sarah Lewis, der Generalsekretärin des Ski-Weltverbandes (FIS), angeführt wurden. Der WADA-Report wurde dem IOC im übrigen bereits am 19. September zugestellt. Die WADA entsendet seit den Spielen im Jahr 2000 in Sydney Experten zur Beobachtung des Doping-Programms bei Olympia.

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Zusammenarbeit mit Nationalen Olympischen Komitees mangelhaft

Bemängelt wird in dem 50 Seiten umfassenden Report zu den Peking-Spielen auch, dass 102 von 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) die Meldeangaben für ihre Olympia-Teilnehmer vor den Peking-Spielen nicht angegeben haben. Selbst nach einer Ermahnung hätten nur acht NOK die Informationen nachgeliefert. Auch die Beteiligung der 28 olympischen Sommersportverbände am vorolympischen Blutscreening, mit dem Auffälligkeiten im Athletenkörper durch Doping festgestellt werden kann, war äußerst gering: Nur die vier Weltverbände der Leichtathleten, Radfahrer, Ruderer und Modernen Fünfkämpfer beteiligten sich daran.

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Auch auf Insulin wird jetzt getestet

Unterdessen hat das IOC angekündigt, die Dopingproben der Spiele von Peking nachträglich auch auf Spuren von Insulin untersuchen lassen. Das sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach dem ZDF: "Außer auf CERA werden wir auch auf Insulin testen, weil es auch dort ein neues validiertes Verfahren gibt", sagte Bach. Die Proben soll das Labor in Lausanne analysieren, wohin die etwa 5.000 eingefrorenen Tests der Olympischen Spiele gebracht werden.

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Insulindoping im Spitzensport gebräuchlich

Insulin wird von Anti-Doping-Experten wie dem Kölner Wissenschaftler Mario Thevis als eines der wohl derzeit gebräuchlichsten Dopingmittel eingeschätzt. Das Kölner Labor hatte mit finanzieller Unterstützung der WADA ein Nachweisverfahren von Insulin entwickelt, das bislang noch nicht zur Anwendung kam. Mit Insulin können Sportler die Glukoseaufnahme der Muskeln deutlich verbessern. Es steht auf der Verbotsliste der WADA.

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Bach: "Verfolgen Aufmerksamkeiten"

Durch die Neu-Analyse der Pekinger Blut- und Urinproben könnte Betrügern ein Dopingmissbrauch auch noch lange nach den Wettkämpfen vom August nachgewiesen werden. Während der Spiele lagen dem IOC bei einigen Sportlern Hinweise auf Dopingmissbrauch vor, ohne diesen nachweisen zu können. "Es gab bei einigen Athleten im Verlaufe verschiedener Proben immer wieder Auffälligkeiten. Und diese Auffälligkeiten verfolgen wir sehr aufmerksam", sagte Bach.

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Wurden Proben zu warm gelagert?

Diskussionsstoff könnte noch die sachgerechte Lagerung der eingefrorenen Doping-Proben bieten. Wie Neil Robinson, Experte für Blutdoping im Analyse-Labor Lausanne, der ARD sagte, werden die Proben bei Minus 20 Grad Celsius gelagert. Dies hält der Pharmakologe Fritz Sörgel für nicht ausreichend: "Bei dieser Temperatur besteht die Gefahr, dass bestimmte Eiweiße und empfindliche Stoffe instabil werden."

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