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Formel 1: Wer ist der Härteste im Kampf um den WM-Titel?

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Formel 1  

Wer ist der Härteste im Titelkampf?

13.10.2008, 10:49 Uhr | Elmar Brümmer, t-online.de

Die WM-Kandidaten unter sich: Hamilton, Massa und Kubica (v.li.) (Foto: imago)Die WM-Kandidaten unter sich: Hamilton, Massa und Kubica (v.li.) (Foto: imago) Wasser in Härtegrade einzuteilen, das hat Tradition in deutschen Haushalten. Nach den Vorkommnissen beim Großen Preis von Japan macht es aber durchaus auch Sinn, die Herren, die in der Formel 1 mit allen Wassern gewaschen sind, nach diesem System einzuteilen.

Zwei Rennen noch, das nächste gleich am Wochenende in China, drei Kandidaten. Nach dem aktuellen Weltmeisterschafts-Stand lautet die Reihenfolge Lewis Hamilton (84), Felipe Massa (79) und Robert Kubica (72). Von der Härte her aber ergibt sich eine etwas andere Wertung.

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Massa: Härtegrad eins (Weich)

Immer, wenn Felipe Massa den harten Mann mimen will, geht was schief. Der Ferrari-Pilot wirkt unter den drei Titelkandidaten immer wie ein kleiner Junge, obwohl er mit 27 der älteste des Trios ist. Von den Spitzenfahrern ist er der ungekrönte Dreherkönig, und seine verunglückte Attacke gegen Hamilton in Kurvenkombination zehn/elf und die Pirouette gegen den aus der Box gekommenen Sébastien Bourdais schlagen in diese Kerbe.

Massa gibt aber auch in Fuji das Unschuldslamm, selbstverständlich sei Hamilton der Bösewicht, habe das alles provoziert. Dann reißt er die Augen auf und sagt treuherzig: "Echt wahr!“ Eher eine leichte Wahrnehmungsstörung: Wenn diskutiert werden darf über das zweite Harakiri-Manöver des Rennens, dann nur über die Höhe der Strafe. Aber es lässt Rückschlüsse aufs (zerrissene) Gemüt zu: Ähnlich wie Hamilton wäre der Brasilianer gerne jedermanns Kumpel. Er hat derzeit das insgesamt wohl beste Rennauto unterm Hintern, aber ihm selbst fehlt es an der Perfektion. Er kann die Einschätzung und Einstellung aber durch mehr Entschlossenheit auf der Zielgeraden der Saison noch korrigieren.

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Kubica: Härtegrad zwei (Mittel)

Keiner ist so hart zu sich selbst wie Robert Kubica. Er denkt wie er fährt wie er lebt. Deshalb fällt einem die Kompromisslosigkeit gar nicht mehr so auf. Wenn er kritisiert, mit Vorliebe das Entwicklungstempo bei BMW-Sauber, dann geschieht das im positiven Sinn. Um das zu begreifen, muss man vielleicht die polnische Seele verstehen. Lamentieren ist nicht seine Art, auch im Rennen nicht, wo er trotz körnender Reifen den (Ex-)Weltmeister Kimi Räikkönen auf harte, aber faire Weise in die Schranken gewiesen hat.

Der zweite Platz von Fuji ist ihm vielleicht auch deshalb mehr Wert als sein erster Sieg im Frühsommer in Montreal. Auf Statistiken und Statussymbole gibt er ohne nix, nur auf Ergebnisse – das rückt ihn eigentlich ebenfalls schon in den ersten Härtegrad. Den zweiten Platz in Japan hat er schon auf dem Weg nach Schanghai vergessen. War ja kein Sieg, zurück bleibt nur der Trotz: "Jetzt ist alles möglich.“ Dieses Denke schützt ihn doppelt. So macht er sich immer wieder neu Druck – und hat dennoch die geringste mentale Belastung in einem Titelrennen der ansonst blank liegenden Nerven.

Hamilton: Härtegrad drei (Hart)

Lewis Hamilton steht in Gefahr, sich zu wiederholen. Wörtlich ("Ich gebe die Antwort auf der Strecke“) und in Taten: Sein Manöver in der Startkurve mag Rennfahren pur gewesen sein, aber angesichts seiner WM-Chancen war es auch Wahnsinn pur. Aber vornehm zurückhalten, dass kann sich der Brite vielleicht einreden. Leben kann er es scheinbar nicht, jedenfalls nicht auf der Piste.

Das erhöht den Druck ungemein, denn im Hinterkopf bei allen in der Silberpfeil-Fraktion steckt noch der durch Über-Mut verspielte Vorsprung vom Vorjahr. Hamilton schert sich um nix, und deshalb hat er mit Adrian Sutil und Nico Rosberg wohl nur noch zwei Kumpels unter den Fahrern. Selbst Michael Schumacher und Ayrton Senna, ähnliche Härtefälle im Cockpit, haben das nicht so schnell geschafft. Es ist kein Nachteil, eher ein Kompliment.

Außer bei den Rennkommissaren. Die sind echte Hard-Liner und kennen die Sündenregister natürlich genau. Aus Trotz würde Hamilton es in Schanghai grundsätzlich wieder genauso machen. Wie viel Risiko zu viel Risiko ist, lässt sich beim Fahren am Limit ohnehin nur in der unmittelbaren Situation entscheiden. Hamiltons Devise ist klar: Alles oder nichts. Der größte Risiko-Faktor für ihn wäre vielleicht auch der, zur Abwechslung mal richtig auf Softie zu machen. Es ist ein ganz schmaler Grat zwischen Triumph und Absturz. Vielleicht hilft Hamilton die Abwandlung eines deutschen Sprichwortes: Gelobt sei, wer hart bleibt.

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