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Der deutsche Sport hinkt hinterher

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Doping-Hintergrund  

Der deutsche Sport hinkt hinterher

12.02.2010, 22:25 Uhr | dpa

In Frankreich wird für den Anti-Doping-Kampf mehr gemacht als in Deutschland. (Foto: imago)In Frankreich wird für den Anti-Doping-Kampf mehr gemacht als in Deutschland. (Foto: imago) Die Doping-Diskussionen haben ihren Höhepunkt erreicht. Lesen Sie hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Ist Deutschland Vorreiter im Kampf gegen Doping?
Keineswegs. Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA hat derzeit ein Budget von 5 Millionen Euro. Wenn man einmal vergleicht: Das französische Sportministerium investiert 19 Millionen Euro in den Kampf gegen Doping. Es gehe nicht darum, „flächendeckend zu kontrollieren, sondern intelligenter“, sagt Nada-Chef Armin Baumert. Soll heißen: Olympia-Kandidaten und absolute Spitzensportler rücken stärker ins Visier.

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Wer verurteilt in Deutschland überführte Doper?
Hierzulande sind die Sportgerichte der Verbände für die Urteile verantwortlich. Erste Verstöße werden mit einer zweijährigen Sperre geahndet. Wiederholungstäter können lebenslänglich aus dem Verkehr gezogen werden. Das Problem dieses Vorgehens ist, dass Verbände wie der Bund Deutscher Radfahrer wenig Interesse an rufschädigenden Doping-Fällen haben. Experten drängen darauf, die Verurteilung der Sportler der Nada zu übertragen. Diese wären unabhängig. So wird es bereits in Frankreich gemacht.
In Deutschland gab es 2006. 2007 und 2008 Fälle, in denen die NADA den Verbänden mitteilte, dass sich Sportler unangekündigten Kontrollen entzogen hätten. An den angegebenen
Aufenthaltsorten waren sie nicht aufzufinden. Bestraft wurden die Athleten nicht, das Thema wurde unter den Teppich gekehrt. Eine Nada mit mehr Befugnissen hätte die Betrüger sofort mit längeren Sperren belegen können.

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Der Bundestag hat ein Anti-Dopinggesetz verabschiedet. Was ist es wert?

Das Gesetz ist umstritten. Vielen geht der Entwurf nicht weit genug. Nur die Doping-Händler müssen mit Strafverfolgung rechnen. Damit hinkt Deutschland weiter hinter der Gesetzeslage vieler europäischer Nachbarländer her. In Italien und Frankreich droht betrügenden Athleten zum Beispiel der Gang ins Gefängnis. Deutschen Sportlern drohen solche Strafen nicht. Für sie sind nur die Sportgerichte verantwortlich.

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