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Formel 1: Gericht bestätigt Nazi-Vorwürfe gegen Mosley als haltlos

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Formel 1  

Gericht: Nazi-Vorwürfe gegen Mosley waren haltlos

13.11.2008, 18:55 Uhr | t-online.de

Max Mosley (Foto: imago)Max Mosley (Foto: imago) Am Ende stand die höchste Geldsumme, die je ein britisches Gericht in einem Zivilprozess verhängt hat, bei dem es um den Schutz der Privatsphäre ging. 60.000 Pfund (rund 75.000 Euro) muss das Boulevardblatt "News of the World" nach einem Urteil des High Courts an Max Mosley, den Präsidenten des Automobilweltverbandes FIA zahlen.

Die Sonntagszeitung hatte im März 2008 über einen Besuch des 68-Jährigen in einer Wohnung im Londoner Stadtteil Chelsea berichtet, bei dem es zu sadomasochistischen Handlungen kam. Aber noch viel schlimmer: Mit einer Knopflochkamera wurde das Ganze ohne das Wissen Mosleys in einem Video festgehalten und später verbreitet. Nach Meinung von Richter David Eady verstieß dieses Vorgehen gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, der das Privat- und Familienleben jeder Person schützt.

Doch damit nicht genug. Es wurde behauptet, Mosley habe mit den beteiligten Damen eine "Nazi-Orgie" veranstaltet, ja sogar Nazi-Uniformen und KZ-Häftlingskleidung sei getragen worden.

Nachrichtenagenturen und Medien auf der ganzen Welt übernahmen die Darstellung über die Liebesspiele des jüngeren Mosleys – und wurden dafür von dessen Anwälten verklagt. Vier der fünf weiblichen Gespielinnen sagten dann vor Gericht in Mosleys Sinne aus; die fünfte Dame bestätigte später im englischen Fernsehen, dass es absolut keine Nazi-Thema gegeben habe. Auch das vorgelegte Material enthielt keine ausreichenden Hinweise. Richter Eady urteilte folgerichtig, dass die Nazi-Vorwürfe pure Erfindung waren.

Doch der Schaden war da schon angerichtet. Denn kaum waren die Berichte um die Welt gegangen, formierten sich seine Gegner in der FIA und forderten die Ablösung des Präsidenten. Dies konnte Mosley auf der FIA-Vollversammlung abwehren.

Jetzt wehrt er sich. "Zwei deutsche und japanische Teams haben damals leider sehr fehlgeleitete Pressemitteilungen veröffentlicht", meinte der 68-Jährige. "Sie hätten sich die Mühe machen können, zum Telefon zu greifen und mich nach der Wahrheit zu fragen."

Auch in Deutschland kämpft Mosley um seinen Ruf und erwirkte aufgrund der falschen Berichterstattung bereits zahlreiche Unterlassungsverfügungen.

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