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Jürgen Klinsmann: Bayern München lebt Philosophie des 'Mia san mia’

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FC Bayern München  

Klinsmann: Der Klub lebt Philosophie des "Mia san mia"

24.10.2008, 10:57 Uhr | t-online.de

Das Gespräch führte Thomas Tamberg

Jürgen Klinsmann gilt als großer Motivator. (Foto: imago)Jürgen Klinsmann gilt als großer Motivator. (Foto: imago) Im Spitzenfußball, insbesondere in der Champions League, entscheiden längst Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage. Jürgen Klinsmann nennt solche Partien „Abnutzungsspiele“. Wer mental stark ist, entscheidet solche Begegnungen oftmals für sich. Den Spruch "Spiele werden im Kopf entschieden" nimmt der Trainer des FC Bayern München sehr ernst und forciert das Training für den Geist wie kaum ein anderer Übungsleiter. Dazu gehört auch die richtige Philosophie.

Im letzten Teil des großen Exklusiv-Interviews mit Klinsmann erzählt er, wie er die Spieler versucht mental zu erreichen, über die Vermittlung der Bayern-Philosophie, wie er die Buddha-Diskussion verfolgte und warum ihm die kinderleichte Bedienung des T-Home Pakets zu Hause schon mal vor süße Probleme stellt.



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Sie legen viel Wert darauf, dass sich die Spieler auch mental weiterentwickeln. Nicht jeder Spieler ist aber bereit, das einfach so anzunehmen. Dazu braucht man auch die passenden Spielertypen.
Der Fußball wird sehr viel von Emotionen getrieben. Ich glaube jeder Spieler hat seine spezifische Antenne, über die man ihn erreichen kann. Der eine braucht ein Gespräch, der andere etwas Visuelles. Ihm kann man z.B. Ausschnitte seines Spiels zeigen. Ein anderer braucht wiederum eine Umarmung, um sich wohl zu fühlen. Unser Ziel ist es letztendlich, jeden Spieler im Kopf zu erreichen und wir hoffen, dass sie sich danach frei fühlen, wohl fühlen, um so optimale Leistungen zu bringen. Der Kopf kann durch verschiedene Dinge stimuliert werden. In erster Linie ist dafür unser Sportpsychologe Philipp Laux zuständig.

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Die psychologische Ansprache an Fußballer nimmt immer mehr an Bedeutung zu.
Der Hochleistungssport hat noch viele Möglichkeiten offen, die im mentalen Bereich und im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung liegen. Es gibt keine Ausbildung für einen Fußballprofi, wie in anderen Bereichen des Lebens. Da kann man eine Lehre oder ein Studium machen. Fußballprofi wird man spontan im Alter von 17 oder 18, weil man ein Riesentalent hat. Aber keiner erklärt einem jungen Menschen, was da plötzlich auf ihn zukommt.

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Wie meinen Sie das konkret?
Der Spieler sieht sich einem Berg von Aufgaben gegenüber. Wie entwickele ich mich sportlich weiter? Wie verhalte ich mich gegenüber den Medien? Wie baue ich mein Umfeld auf? Von Rechtsberatung, Finanzberatung über einen eigenen Berater, der hoffentlich das tut, was für den Spieler und nicht für den Berater am besten ist. Wie geht meine Familie damit um, dass man plötzlich im Rampenlicht der Öffentlichkeit ist? Wie gehe ich mit den vielen falschen Freunden um, die einem nur auf die Schulter klopfen und einem die Taschen leer machen. All diese Dinge. Es ist ein Wahnsinn, was alles auf diese jungen Leute einstürzt, auf das sie gar nicht vorbereitet sind, weil es eben keinen Ausbildungszweig für sie gibt. Das ist schon problematisch. Wir versuchen sie auf verschiedenen Ebenen zu erreichen, um sie darauf hinzuweisen, dass nur die Spieler alleine für ihre Zukunft verantwortlich sind.

Die Schwierigkeit ist dabei wohl, dass man den Spieler auch letztlich erreicht.
Ja, genau das ist die Kunst. Zu erkennen, welchen Spieler holen wir wo ab. Daher kann man nicht alle über einen Kamm scheren und mit allen das gleiche machen.

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Von der Psychologie zur Philosophie. Sie haben vor einiger Zeit gesagt, dass Sie zusammen mit der Mannschaft eine eigene Spiel-Philosophie entwickeln wollen, die zum FC Bayern passt. Hat sich da schon etwas herauskristallisiert?
Das ist ein Prozess, der in erster Linie gelebt wird. Der Klub lebt ja eigentlich schon seine Philosophie des "Mia san mia". Das heißt: Wir haben sehr viel Selbstvertrauen, wir diktieren das Spiel und dominieren nach Möglichkeit auch den Gegner. Vieles hat sich aus der Geschichte des FC Bayern bereits selbst entwickelt. Auch Spieler befinden sich in der Umsetzung dieser Philosophie in einem ständigen Prozess. Der eine verinnerlicht diese Philosophie schneller, ein anderer braucht eine längere Anlaufzeit, bis er in dieses Schema passt. Je länger wir zusammenarbeiten, desto mehr spürt die Mannschaft, was sie imstande ist zu leisten.

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Rummenigge (li.) und Klinsmann betrachten die Buddha-Figuren. Wenig später wurden sie wieder abmontiert. (Foto: imago)Rummenigge (li.) und Klinsmann betrachten die Buddha-Figuren. Wenig später wurden sie wieder abmontiert. (Foto: imago) Wusste sie das vorher nicht?
Das war ja vorher so ein bisschen das Fragezeichen. Wo stehen wir innerhalb Europas, wo stehen wir innerhalb der Crème de la Crème. Nach der UEFA-Cup-Runde konnte keiner mehr so genau sagen, wo wir uns einordnen. Jetzt merken die Spieler, dass sie mithalten können. Aber sie merken auch, dass es wahnsinnig energieaufwendig ist. Spiele in der Champions League sind Abnutzungsspiele, die durch Kleinigkeiten entschieden werden. Ein abgefälschter Freistoß nimmt dir das Lyon-Spiel weg. Aber wir haben auch gesehen, dass wir zahlreiche Chancen hatten, das Ding heim zu schaukeln. Dieses Spiel war schon eine Standortbestimmung. Wir können mit den Großen in Europa mithalten , weil Lyon zu den besten Mannschaften gehört.

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Sie sprachen vorher an, dass Fußball sehr von Emotionen lebt. Auch Sie sind an der Seitenlinie immer mit großem Engagement dabei. Gibt es für Sie Momente in denen der Puls noch ein wenig höher schlägt als er es eh schon tut. Z.B. wenn der Gegner einen eigenen Eckball hat, oder wenn man gerade in Rückstand geraten ist?
Ja, die gibt es. Wobei sie weniger mit dem Ergebnis zu tun haben, sondern mehr mit der Spielweise der eigenen Mannschaft. Zum Beispiel wenn ich sehe, dass sich das Spiel an einer Stelle zu sehr öffnet, obwohl ich möchte, dass wir da kompakt stehen. Wenn nachvollziehbare Dinge, die allein in der Umsetzung des Spielers liegen, nicht optimal laufen. Dann geht sicherlich der Puls noch mehr nach oben. Man möchte es gerne korrigieren, aber es geht nicht. Weil man an der Seitenlinie steht und nicht mehr zum Mitspielen rein laufen darf. Das ist dann stressiger: Man erkennt Defizite, aber kann sie nicht selber abstellen.

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Kann man etwas dagegen tun?
Man hofft dann nur, dass der Spieler so schnell wie möglich z.B. den Raum wieder zu macht oder die zuvor besprochenen Dinge schneller wieder umsetzt. Man kann zwar ein paar Dinge korrigieren durch die ein oder andere Einwechslung, aber letztendlich sind einem da schon die Hände gebunden. Man steht sicherlich das ganze Spiel über unter Strom, weil man einfach mitfiebert. Aber ganz besonders dann, wenn man klar die Dinge erkennt, die nicht so gut laufen und man sie trotzdem nicht ändern kann.

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Die Buddhas sind weg. Wie haben Sie diese Diskussion um die Figuren verfolgt? Selbst Politiker und Geistliche haben ihre Meinung dazu abgegeben.
Die Buddhas waren ein reines Verkaufsthema. Es war eine Diskussion, die auf medialer Verkaufsebene stattfindet. Nach dem Motto: Wie verkaufe ich meine Zeitung am besten. Man lächelt darüber und schüttelt eher den Kopf. Das Thema ist eigentlich komplett an mir vorbeigelaufen. Ich habe das zwei, drei Mal gehört und gedacht, na gut, wenn die Medien mit diesem Thema Auflage erzielen, dann sollen sie es machen. Aber ich lasse so etwas gar nicht an mich ran. Weil ich weiß, wie die Mechanismen dahinter funktionieren. Die werde ich nicht ändern können und auch nicht ändern wollen.

Sie haben ein neues Haus in München bezogen. Da Sie dieses Interview t-online.de geben, ist es fast schon eine Pflicht zum Schluss einmal nachzufragen, ob Sie denn auch ein Telekom-Produkt zu Hause haben.
Wir haben natürlich alle das T-Home Paket daheim und sind absolut zufrieden. Es ist einfach handhabbar und kinderleicht zu bedienen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sogar meine Kinder verstehen es. Und zwar eigentlich schon zu gut. Das ist fast schon ein Problem (lacht).

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