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Eintracht Frankfurt: Präsident Fischer hofft auf die Trendwende

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Eintracht Frankfurt  

Eintracht-Präsident Fischer hofft auf die Trendwende

24.10.2008, 15:23 Uhr | t-online.de

Das Gespräch führte Thomas Tamberg

Lange Gesichter gab es zuletzt bei Eintracht-Präsident Fischer (li.) und Bruchhagen oft genug. (Foto: imago) Lange Gesichter gab es zuletzt bei Eintracht-Präsident Fischer (li.) und Bruchhagen oft genug. (Foto: imago) Typisch Eintracht Frankfurt. Wenn es darauf ankommt, dann liefern die Hessen stets ein Spiel für die Geschichtsbücher ab. Beim 2:1-Erfolg gegen den Karlsruher SC geriet das Team von Trainer Friedhelm Funkel in der 82. Minute mit 0:1 in Rückstand. "Funkel-Raus“-Rufe hallten durchs Stadion.

Das Schicksal des verdienten Trainers schien besiegelt. Doch dann drehte Frankfurt doch noch das Spiel und gewann. Im Exlusiv-Interview mit t-online.de gibt Eintracht-Präsident Peter Fischer Einblick in sein Gefühlsleben und erklärt, warum ein Abstieg der Fußballer für den Gesamtverein eine ganz bittere Pille wäre.

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Herr Fischer können Sie kurz beschreiben, wie Sie sich beim Spiel gegen Karlsruhe zwischen der 80. und 91. Minute gefühlt haben?

Das bewegt sich zwischen einer tiefen Depression und einem vollkommenen Unverständnis zum Fußball. Es endet in der 91. Minute mit einer Emotionalität, die man dann auch wieder erleben darf, die aber schwer zu vermitteln ist. Solche Spiele brauchst du nur einmal im Jahr. Ansonsten sind die Haare am Kopf schnell weg oder zumindest grau.

War das wieder mal so ein typisches legendäres Eintracht-Spiel?

Von der Qualität her war es sicher kein legendäres Spiel. Aber von der Dramatik, der Kraft und Intensität war es schon eines dieser berühmten Eintracht-Spiele. Die Bereitschaft der Mannschaft zu laufen und zu kämpfen, Adrenalin und Leidenschaft: das war schon diese spezielle Mischung wie in den legendären Spielen um den Aufstieg oder gegen den Abstieg.

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Es waren sicherlich nicht nur drei Punkte, die die Eintracht gegen Karlsruhe geholt hat. Was bedeutet dieser Sieg für den Verein?

Tabellarisch sind es nur drei Punkte. Nachdem wir aber in einem so langen Desaster gesteckt haben, auf dem letzten Platz standen und jeder die Situation um den Trainer kennt, ist das mindestens auch ein Punkt für die Moral und mindestens auch ein Punkt für das Umfeld, für Hoffnung und Glauben. Von daher sind es drei Punkte plus Sternchen.

Sie haben gesagt, dass bei Niederklagen gegen Karlsruhe und in Cottbus eine neue Situation entstanden wäre. Was genau meinten Sie damit?

Es ist doch klar, wenn man diese beiden Spiele verliert und abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz steht, dann stellt sich natürlich die Frage nach Veränderungen. Die hätte sich auch bei uns wohl oder übel gestellt. Das ist ein Stück weit so in diesem Geschäft. Doch das wollten wir auf jeden Fall vermeiden. Wir haben hohen Respekt vor Friedhelm Funkel und seinem Team und wir wissen auch, dass Mannschaft und der Trainer überhaupt kein Problem miteinander haben. Verletzungen und Pech haben uns in diese Situation gebracht. Daher ist es auch eine große Erleichterung für das Trainerteam und für die weitere Zusammenarbeit, dass wir gegen Karlsruhe gewonnen haben.

Sportkolleg-Video
Sportkolleg-Video

Die Kontinuität in der Führungsetage und im sportlichen Bereich sind sicherlich auch ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche jüngste Vergangenheit der Eintracht. Man hat ein eingespieltes Team. Ein Trainerwechsel hätte auch viel Unruhe reinbringen können.

Absolut. Die Frage nach einem neuen Trainer stellt sich schnell. Auch wenn man alle Statistiken der Welt heranzieht, die zeigen, dass ein Trainerwechsel nicht zwangsläufig dazu führt, dass eine Mannschaft erfolgreicher wird. Nehmen wir das Beispiel Nürnberg in der letzten Saison. Wir wissen wie gut die Arbeit des Trainerstabes ist und wissen auch, dass einfach nur die Veränderung einer Personalie, die Leistung der Mannschaft nicht zwangsläufig verändert. Das ist allen Verantwortlichen klar gewesen. Daher sind wir umso glücklicher, dass wir überhaupt nicht über diese Situation nachdenken müssen.

Caio ist bis jetzt ein Transfer-Flop. (Foto: imago)Caio ist bis jetzt ein Transfer-Flop. (Foto: imago) Einer, der hätte helfen können, ist Caio. Mit 3,5 Millionen Euro der teuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte. Doch der Brasilianer hatte erst Übergewicht, dann Motivationsprobleme usw… Hat man bei seiner Verpflichtung vergessen, die Hausaufgaben zu machen und ihn nicht richtig beobachtet?

Da Caio einen Vier-Jahres-Vertrag bei uns hat, bin ich der letzte, der den Stab über ihn bricht. Durch meine Spanischkenntnisse habe ich die Möglichkeit mit ihm zu kommunizieren und tue das auch. Im Moment ist das eine Mentalitätssache. Auch eine Frage der Um- und Einstellung. Das hat was mit Training, Disziplin und vielen anderen Dingen zu tun. Dass er ein guter Fußballer ist, das wissen wir. Aber die Leistungen, die er im Training anbietet, gefallen momentan dem Trainer nicht und helfen auch der Mannschaft nicht weiter. Das müssen wir uns im Moment auch eingestehen. Aber ich bin mir sicher, dass wir an dem Fußballspieler Caio noch eine Menge Freude haben werden.

Porträt Caio

Welche Auswirkungen hätte ein Abstieg der Fußballer für den Gesamtverein Eintracht Frankfurt?

Der Fußball ist das Aushängeschild von Eintracht Frankfurt und auch die Budgets werden im Fußball verdient. Mitgliedsbeiträge, Sponsoren, Vermarktung: Das ist bei den anderen 15 Abteilungen alles sehr viel schwieriger. Für jede Amateurabteilung sowie für die gesamte Struktur des Vereines ist es dringend notwendig, dass Eintracht Frankfurt in der Bundesliga spielt. Ein Abstieg in die zweite Liga würde in allen Bereichen des Vereins Reduktion bedeuten. Alle Amateurabteilungen würden darunter leiden. D.h. von der vierjährigen Turnerin bis zum Rugby spielenden Senior.

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Nach dem Erfolg gegen Karlsruhe sagten Sie, dass die Saison für die Eintracht jetzt neu beginnt. Oft darf sie allerdings nicht mehr beginnen.

Nein, das darf sie zweifelsohne nicht. Wir wissen zwar, dass wir in dieser Saison nicht so wahnsinnig viele Punkte brauchen, um in der Liga zu bleiben, weil die großen Klubs alles schlagen. Der Unterschied ist in diesem Jahr einfach eklatant. Mit 30 oder 32 Punkten wird man dieses Jahr sicherlich in der Liga bleiben. Das ist aber nicht unser Ziel. Wir dürfen uns natürlich eine Serie, wie wir sie jetzt hinter uns haben, nicht mehr leisten. Aber wenn ich mir die Verletztenliste anschaue, dann muss man damit rechnen, dass wir wieder in eine Situation kommen, in der wir zwei oder drei Spiele nicht erfolgreich sind.

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Das nächste Spiel ist in Cottbus, dann kommt der FC Bayern. Was erhoffen Sie sich aus diesen beiden Spielen?

Cottbus wird eine schwierige Geschichte, da ja Amanatidis und Chris fehlen. Dennoch glaube ich, dass wir eine gute Chance haben in Cottbus zu gewinnen. Cottbus ist in einer ähnlichen Situation wie wir. Sie müssen alles probieren, um zu gewinnen. Die Eintracht hat sich stark gezeigt, wenn sie aus einem defensiven Verbund heraus Konterfußball spielen kann. Das Spiel gegen Bayern München ist immer das leichteste Spiel der Saison, da ist die Erwartungshaltung nicht so groß ist und keiner muss die Spieler motivieren. Wir haben eine Außenseiterchance. Ich habe von den Jungs schon gehört, dass sie sich auf das Spiel sehr freuen. Und wir werden versuchen, diese Außenseiterchance auch zu nutzen.   

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