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1899 Hoffenheim verzaubert die Bundesliga

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Bundesliga - 1899 Hoffenheim  

Willkommen im Zirkus Hoffenheim

27.10.2008, 09:58 Uhr | Spiegel Online

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Torschütze Obasi lässt sich feiern (Foto: ddp) Sie verzaubern die Fans und schießen die meisten Tore aller Vereine: Die Spieler von 1899 Hoffenheim sind momentan die größte Attraktion der Bundesliga. Der 3:0-Sieg gegen den Hamburger SV war so beeindruckend, dass Trainer Ralf Rangnick die aufkommende Euphorie kaum noch bremsen kann.

Man kennt diese Szenen sonst aus dem Zirkus: Die Zuschauer stehen auf, weil ihnen Atemberaubendes vorgeführt wurde. Oder sie verharren einfach staunend in ihren Sitzen. Die bejubelten Artisten verneigen sich mit einem Lächeln im Gesicht vor dem Publikum und verlassen mit einem großen Tusch die Arena. Weil das so ist, darf man die Fußballer aus Hoffenheim durchaus mit einem Zirkus und den dortigen Gepflogenheiten vergleichen.

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Donnernder Applaus von den Rängen

Als die Herren Demba Ba und Chinedu Obasi einige Minuten vor dem Schlusspfiff des Spiels gegen Hamburg vom Rasen durften, erhoben sich die meisten der 26.300 Zuschauer. Im Carl-Benz-Stadion von Mannheim prasselte donnernder Applaus auf die wagemutigen und furchtlosen Fußballer des siegreichen Teams herab.

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Demonstration der spielerischen Macht

Wenn es überhaupt eines Beweises bedurfte, dass man die Spieler von 1899 Hoffenheim zu den besonderen Akteuren der Bundesliga zählen darf, dann lieferte ihn der Aufsteiger beim 3:0-Sieg im Spitzenspiel gegen den Hamburger SV. Es war nicht irgendein knappes, mühevolles Spiel, das man mit viel Kampf und Krampf würzte, sondern es war eine Demonstration der spielerischen Macht und Überlegenheit, die das Team von Trainer Ralf Rangnick zum Besten gab.

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24 Tore sagen alles

Diese Leistung wird auch Zuschauer Joachim Löw gefallen haben. Der Bundestrainer sah eine Sondervorstellung der Extraklasse, die darin Ausdruck findet, dass der Aufsteiger nach neun Spieltagen mit 19 Punkten die Tabellenspitze erklommen hat. Das Team erzielte dabei 24 Tore - die meisten aller Vereine.

Sturm-Trio überragend

Allein die drei Stürmer Obasi, Ba und Vedad Ibisevic sind für 18 der Treffer verantwortlich. Das sind mehr, als die meisten Bundesliga-Clubs überhaupt erzielt haben. Der Bosnier Ibisevic führt zudem mit zehn Treffern die Torschützenliste an. Es scheint, als würde Hoffenheim für die etablierten Vereine tatsächlich zu einer ernsten Gefahr.

"Wir haben Spaß und sind hungrig"

"Der Trainer hat uns gesagt, wir sollen Gas geben", sagte Außenverteidiger Andreas Beck nach dem Sieg gegen Hamburg und plapperte drauf los, als ginge es ums nächste Pfadfinderlager einer Jugendgruppe: "Wir haben Spaß, sind hungrig und jagen gerne den Gegner", so der 21-Jährige. "Aber so was erwartet man nicht", sagte Beck weiter und meinte die berauschende Vorstellung gegen den HSV. Trainer Rangnick, der mit drei Stürmern ein klares Zeichen gesetzt hatte, mühte sich die Euphorie zu bremsen und fand den Auftritt "gut", was er später nur zögerlich in "sehr gut" umwandelte.

Abstieg nur bei einer Naturkatastrophe

Damit hatte er ordentlich untertrieben, aber er ist die Botschaft losgeworden, dass seine Spieler nicht alles glauben sollten, was über sie geschrieben wird. Das fällt den neuen Helden der Liga nun sicher von Spieltag zu Spieltag schwerer. Auch Rangnick stellte immerhin fest, dass man mit dieser Mannschaft nicht absteigen werde, außer, "es brechen ein paar Naturkatastrophen über uns herein".

Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten

Das unangenehme Gefühl, von einer solchen Urgewalt heimgesucht zu werden, hatten diesmal eher die Hamburger, weshalb deren Trainer Martin Jol trocken sagte: "Wir wollen das Spiel schnell vergessen." Deutlich mehr sagte Jol nicht. Nur so viel: "Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten". Tatsächlich bot der HSV ein desolates Bild: Nach sieben Minuten traf Obasi, nach 13 Ibisevic und nach 36 wieder Obasi – eine knappe halbe Stunde und Hamburg war erledigt. Einem Debakel entging man nur, weil es Hoffenheim nach der Pause ruhiger angehen ließ.

Erste HSV-Chance nach 57 Minuten

Der HSV hatte seine erste Chance in der 57. Minute, was zeigt, wie eindeutig die Partie verlief. "Das war unglaublich", sagte Abwehrspieler Joris Mathijsen. "0:3 so schnell, das darf es nicht geben". Das gab es aber doch und die Hamburger konnten wenig tun, um in der zweiten Hälfte den katastrophalen Eindruck etwas zu mildern.

Rost stinksauer

Wenigstens sah es nicht mehr so aus, als spielte eine Profimannschaft mit irgendeinem tapferen Amateur in der ersten Runde des DFB-Pokals Katz und Maus. 45 Minuten Demütigung aber reichten aus, um HSV-Torwart Frank Rost zu einem brodelnden Vulkan werden zu lassen. "Jetzt hört das Gesabbel von wegen Spitzenmannschaft vielleicht mal endlich auf", polterte Rost. "Wir haben den Hoffenheimern immer 80 Meter Platz gelassen. Da muss man sich auch mal eng hinten reinstellen und ein dreckiges 0:0 herausholen", sagte der 35-Jährige. Schon während der Partie konnte er sich kaum noch bändigen: Rost schnauzte seine Vorderleute an und trat aus Frust tiefe Löcher in den Rasen.

"Wir haben keinen UEFA Cup zu verkraften"

Physisch und spielerisch aber konnte der HSV nie mithalten, was erstaunlicherweise beim Gegner Nachdenklichkeit auslöste. "Wir müssen das auch verarbeiten", teilte Beck mit - so, als wolle er darauf hinweisen, dass auch ein Team wie Hoffenheim seine Probleme hat. "Wir haben keinen UEFA Cup zu verkraften, man kann jede Woche frisch im Kopf ins nächste Spiel gehen. Es ist jede Woche aufs Neue spannend für uns", sagte Beck. "Das macht vor allem als Team viel Spaß."

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