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BMW Sauber F1: Theissen geht nicht von Einheitsmotor aus

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Formel 1  

Theissen geht nicht von Einheitsmotor aus

28.10.2008, 15:15 Uhr | dpa

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen (li.) und Norbert Haug (Foto: imago)BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen (li.) und Norbert Haug (Foto: imago) Der von den Herstellern gefürchtete Einheitsmotor ist offenbar vom Tisch und damit eine Zerreißprobe in der Formel 1 wohl abgewendet. "Nach den gelaufenen Gesprächen gehen wir nicht davon aus, dass ein Einheitsmotor kommt - und darauf basiert unser Formel-1-Projekt", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Nachdem Ferrari sogar schon schriftlich angekündigt hatte, sein Engagement bei einer Einführung standardisierter Triebwerke infrage zu stellen, verdeutlichte auch Theissens Amtskollege von Mercedes-Benz die Position der Autobauer in der Königsklasse des Motorsports. "Ich glaube nicht, dass mit den Herstellern ein Einheitsmotor machbar ist", sagte Norbert Haug.

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Angebliche Fehlinformation führt zu Ferrari-Drohung

Unterdessen führt der Automobil-Weltverband FIA den angedrohten Formel-1-Ausstieg von Ferrari auf eine angebliche Fehlinformation zurück. "Die FIA hat die Pressemitteilung der Ferrari-Geschäftsführung zur Kenntnis genommen. Es scheint, als sei der Ferrari-Vorstand falsch informiert", heißt es in der Erklärung. Die FIA habe den Teams vielmehr drei Möglichkeiten eröffnet, von denen der so genannte Einheitsmotor nur eine sei. Die Teams könnten auch kleineren Rennställen Motoren für maximal fünf Millionen Euro pro Saison zu Verfügung stellen. Die Teams könnten sich jetzt für eine dieser Möglichkeiten entscheiden oder selbst andere Vorschläge machen, die Kosten auf ein akzeptables Niveau zu senken, schrieb die FIA.

Mosley und Ecclestone plädieren für Einheitsmotor

Nur wenn nichts davon passiere, würde der Verband selbst die nötigen Maßnahmen ergreifen. Allerdings hat die FIA bereits den Bau eines Einheitsmotors für 2010, 2011 und 2012 ausgeschrieben und auch dafür schon erste Interessenten. Ferrari, BMW, Mercedes, auch Toyota, Honda und Renault - alle wissen um die Dringlichkeit, im Formel-1-Geschäft auf Sparkurs zu gehen. Die FIA mit Präsident Max Mosley an der Spitze sowie Chef-Promoter Bernie Ecclestone plädierten für den Einheitsmotor. In der vergangenen Woche hatten sich Ferrari-Chef Luca di Montezemolo und John Howett von Toyota mit Mosley getroffen und erste Maßnahmen diskutiert.

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Haug: "Jeder muss kompromissbereit sein"

In der Team-Vereinigung FOTA bestehe Einigkeit, sagte Haug. Auch er rechnet mit einer Lösung im Sinne aller Beteiligten. "Ich glaube, dass wir eine Lösung finden, jeder muss aber kompromissbereit sein", sagte er und forderte: "Wir müssen alle miteinander neben der Strecke kooperieren."

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Kosten bestimmen die Entwicklungsgrenzen

Renault-Teamchef Flavio Briatore geht davon aus, dass anstelle eines Einheitsmotors ein "Triebwerk kommt, das unter dem Gesichtspunkt der Kosten über bestimmte Entwicklungsgrenzen nicht hinausgehen wird". Beim Getriebe sei eine ähnliche Lösung zu erwarten, sagte der Italiener. Den Privatteams - derzeit Williams, Red Bull, Toro Rosso und Force India - solle die Technik "zu einem vernünftigen Preis" verkauft werden, erklärte Briatore.

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Ferrari ist stark besorgt

Wie wichtig den Herstellern das Herzstück der Rennwagen ist, für das die FIA bereits eine Ausschreibung startete, machte auch die Ferrari-Mitteilung deutlich. Der Vorstand habe seine starke Besorgnis über eine mögliche Einführung von Standardmotoren zum Ausdruck gebracht, hieß es darin. Die Formel 1 sei schon immer eine technische Herausforderung, pflichtete auch Haug bei, stellte aber fest: "In den letzten Jahren ist die technische Spitze gekappt worden."

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Haug: "Wissen eindeutig, wie man Geld spart"

Nur in punkto Finanzen machten sich die einschneidenden Maßnahmen offenbar nicht bemerkbar. Im Gegenteil. Die Einführung des V8- anstelle des V10-Motors habe keine Einsparungen gebracht, auch das Energie-Rückgewinnungssystem KERS, das von der nächsten Saison an zum Einsatz kommen soll, nicht. Die Einführung der Standardmotoren war für 2011 geplant. Haug hob in der allgemeinen Finanzdiskussion, die durch die weltweite Wirtschaftskrise kurz vor dem Saisonende mit dem Großen Preis von Brasilien enorm beschleunigt wurde, die Kompetenz der Hersteller hervor: "Wir wissen eindeutig, wie man Geld spart."

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