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TSG 1899 Hoffenheim: Sejad Salihovic im Interview mit t-online.de

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Bundesliga-Interview  

Salihovic: "Die Leute sind viel freundlicher als in Berlin"

05.11.2008, 19:08 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Jörg Runde

Hoffenheims Mittelfeldmotor Sejad Salihovic (Foto: imago)Hoffenheims Mittelfeldmotor Sejad Salihovic (Foto: imago)Sejad Salihovic ist bisher die Überraschung der Saison. Mit vier Toren und sechs Vorlagen liegt der Mittelfeldspieler von 1899 Hoffenheim in der Scorer-Wertung der Bundesliga ganz weit vorne. Im Sommer 2006 wechselte der bosnische Nationalspieler für schlappe 250.000 Euro Ablöse von Hertha BSC in den Kraichgau. Heute wird sein Marktwert auf fünf Millionen Euro geschätzt.

Mit t-online.de sprach der 24-Jährige über das Wunder von Hoffenheim, seine turbulente Vergangenheit in Berlin und seinen großen Förderer Ralf Rangnick.

Herr Salihovic, Sie haben gerade Ihren Vertrag bei der TSG Hoffenheim verlängert. Bis 2012 ist eine lange Zeit. Sie planen also trotz der Angebote aus Leverkusen, Dortmund und von Hertha langfristig im Kraichgau zu bleiben?
Sejad Salihovic: Absolut. Ich fühle mich hier pudelwohl und freue mich, dass alles geklappt hat. Es gab überhaupt keinen Grund wegzugehen. Natürlich ehrt mich das Interesse der großen Vereine. Aber ich denke, wir haben mit dieser jungen Mannschaft einfach die beste Perspektive, in der Bundesliga eine gute Rolle zu spielen.

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Wenn man Ihnen vor drei Jahren den heutigen Tag vorausgesagt hätte, wären Sie wahrscheinlich laut lachend zusammengebrochen.
Das könnte sein. Damals wusste ich noch nicht einmal, wo Hoffenheim liegt. Es ist echt unfassbar. So, wie wir im Moment spielen und so, wie wir stehen, das hatte niemand erwartet. Wir wussten aber immer, dass wir stark sind, denn wir haben hart gearbeitet.

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Ist nicht die Lockerheit und Unbekümmertheit des Aufsteigers das große Erfolgsgeheimnis?
Das ist sicherlich ein Vorteil. Es passt hier einfach alles zusammen. Wir verstehen uns gut, haben Freude zusammen. Keiner hebt ab, nur weil wir Tabellenführer sind. Jeder konzentriert sich auf das nächste Spiel und ist voll bei der Sache. Wir wollen Spaß haben, da ist es auch nicht so schlimm, wenn wir mal zurückliegen. Das gehört dazu und wir bleiben locker.

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Dass in der Provinz die Ablenkungsmöglichkeiten neben dem Platz fehlen, ist sicherlich kein Nachteil. 
Es ist ganz normal, dass wir nach Siegen auch mal ausgehen. Vedad Ibisevic ist ein sehr guter Freund geworden, mit ihm und auch einigen anderen Kollegen bin ich schon mal unterwegs. Man muss nur wissen wann und wie. Zu Berliner Zeiten hatte das einfach überhand genommen. Ich habe mich nicht immer wie ein Profi verhalten, war zu oft auf der Piste und habe mich nicht gut ernährt. Hier bin ich ein ganz neuer Mensch geworden. 

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Warum leben Sie eigentlich im schmucklosen Bad Rappenau und nicht in Heidelberg. Die romantische Stadt am Neckar gilt immerhin als eine der schönsten Wohngegenden in Deutschland überhaupt?
Einige meiner Kollegen wohnen in Heidelberg. Mir gefällt die Stadt auch sehr gut. Aber mir ist es einfach zu teuer. Um ein schönes Haus zu mieten, muss man dort bis zu 3000 Euro im Monat hinlegen. Das ist mir zu viel.

Aber Sie könnten es sich leisten.
Das spielt keine Rolle. Das ist einfach zu viel Geld. In meiner Heimat in Bosnien leben Menschen von 3000 Euro im Jahr. Ich war öfter mit der Nationalmannschaft dort und habe gesehen, was Armut ist. Da kann ich doch hier nicht in einem Monat so viel Geld für Miete ausgeben.

Aber Bad Rappenau ist schon eher langweilig.
Mir gefällt es in dem kleinen Ort sehr gut. Ich wohne dort mit meinen Eltern und meinen zwei kleinen Hunden in einem schönen Haus. Hier kann ich Kraft tanken, um ausgeruht und fit zum Training zu kommen.

Werden die Akkus vor dem Spiel in der alten Heimat Berlin besonders voll gemacht?
Das ist natürlich ein besonderes Spiel. Auch wenn ich nur fünf Bundesligaspiele für Hertha gemacht habe: Ich kenne das Stadion, ich kenne die Leute, die Atmosphäre. Darauf freue ich mich riesig.

Ist es eine Genugtuung, als Leistungsträger des Bundesliga-Tabellenführers zurück zu kommen?
Auf jeden Fall ist es eine Genugtuung. Für mich ist alles ideal gelaufen. Es war die richtige Entscheidung, Hertha im Sommer 2006 zu verlassen. Als Spitzenreiter in die Hauptstadt zu kommen, ist einfach ein Traum. Ich freue mich wahnsinnig auf das Spiel. Und auf danach, da will ich mit drei Punkten im Gepäck mit meinen Eltern schön Essen gehen.

Sie gelten als „Herr des ruhenden Balls“. Woher kommt die Stärke bei Freistößen und Eckbällen?
Ich habe schon als Kind immer wieder nach dem Training Freistöße geschossen. Auch heute mache ich das. Zweimal pro Woche schnappe ich mir die Plastikfiguren und haue die Bälle über die Mauer. Ich habe einen sehr harten Schuss, wenn der Ball über die Mauer kommt, wird es gefährlich für den Gegner.

Zuletzt saßen Sie zweimal nur auf der Bank. Droht Ihnen ausgerechnet gegen Hertha das gleiche Schicksal wieder?
Der Trainer weiß, was er macht. Ich respektiere seine Entscheidung. Aber wenn ich in Berlin nicht von Anfang an spielen würde, wäre ich schon besonders enttäuscht. Ich glaube aber schon, dass ich von Anfang an dabei bin.

Sind Sie von Hertha im Bösen geschieden?
Nein, absolut nicht. Auch Manager Dieter Hoeneß hat mir dazu geraten, nach Hoffenheim zu gehen. Das lag wohl auch daran, dass er genau wusste, dass Ralf Rangnick ein sehr guter Trainer ist.

Hat Sie Ralf Rangnick persönlich umworben?
Ja, er hat mich angerufen. Meine Entscheidung ist dann schnell gefallen. Ich wollte unbedingt einen Neuanfang wagen. Ich wollte und musste raus aus der Hauptstadt. Ich wollte ein neues Leben anfangen.

Welchen Anteil an ihrem Leistungssprung hat der Hoffenheimer Trainer?
Ich habe ihm sehr viel zu verdanken. Er hat mich aber auch menschlich geprägt, mir in vielen schwierigen Situationen weitergeholfen. Und er war immer streng mit mir, das war das Wichtigste. Der eine oder andere Tritt in den Hintern hat wehgetan, war im Endeffekt aber sehr hilfreich. Aber es ist nicht nur der Trainer, der einen großen Anteil an meiner Entwicklung hat.

Sondern?
Alle Leute hier sind absolute Spitzenklasse. Angefangen von der Putzfrau bis hin zum Manager. Die Leute hier sind viel freundlicher als in Berlin.

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