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12.02.2010, 23:02 Uhr | dpa

NADA-Chef Andreas Baumert (Foto: imago)NADA-Chef Andreas Baumert (Foto: imago) Das sid-Interview der Woche mit Armin Baumert Vorstandsvorsitzender der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA 'Dass der Spitzensport sauber wird, ist Illusion'=

Als Vorstandsvorsitzender der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA sieht Armin Baumert eine deutlich gestiegende Akzeptanz der Gesellschaft im Kampf gegen die pharmakologische Manipulation im Sport. Im Interview der Woche mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) sagt der einstige Weitspringer und frühere Leistungssport-Chef des Deutschen Sportbundes (DSB): 'Zu glauben, dass der Spitzensport sauber wird, ist Illusion. Aber das Ziel, dass er sauberer wird, ist umsetzbar.'

 

sid: 'Herr Baumert, Sie sind noch keine zwei Jahre NADA-Chef. Seitdem hat sich viel getan, aber das Ziel ist noch längst nicht in Sicht ...'Baumert: 'Zu glauben, dass der Spitzensport sauber wird, ist Illusion. Aber das Ziel, dass er sauberer wird, ist umsetzbar. Auf dem Weg dorthin sind die Würfel in Deutschland gefallen. Die Gesellschaft akzeptiert den Kampf gegen Doping ganz anders als noch vor gut einem Jahr. Früher haben in erster Linie die Printmedien für den Anti-Doping-Kampf gestritten. Inzwischen gab es im Fernsehen einen alarmierenden Bericht über Probleme im deutschen Kontrollsystem, die mittlerweise abgestellt sind, und es gibt ein deutliches Signal durch den Verzicht auf die Tour-de-France-Berichterstattung. Die Öffentlichkeit ist wachgerüttelt - ansonsten wäre die NADA nur als Alibi gut - und nicht die geschärfte Waffe im Kampf gegen Doping.' sid: 'Was muss sich noch ändern, was sind Ihre Ziele?'Baumert: 'Ich möchte dazu beitragen, dass die deutschen Athleten konkurrenzfähiger werden, dass es mehr internationale Chancengleichheit und Gerechtigkeit gibt. Es gab deutliche Signale von Olympia aus Peking, dass die Welt noch nicht so weit ist, die Rahmenbedingungen für alle längst nicht gleich sind. Hier muss mehr über die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bewegt werden, auch über das Internationale Olympische Komitee.' sid: 'Noch heute unterstellen Kritiker vielen Funktionären Doppelmoral, dass sie gegen Doping reden, aber anders handeln ...'Baumert: 'Es gibt Funktionäre, die für die Athleten da sind, und andere, die sich gern im Erfolg sonnen. Und es gibt welche, die selbst dann, wenn es auf Kosten der Erfolgsbilanz geht, nicht wackeln. Falls es diese Doppelmoral noch gibt, die vor ein paar Jahren in internen Gesprächen deutlich wurde - heute zeigt sie keiner mehr. Viele haben die Linie des IOC, der WADA, NADA und des DOSB begriffen. Auch Thomas Bach als Präsident des Deutschen Olympischen Sporbundes ist absolut glaubwürdig mit seiner Null-Toleranz-Politik.' sid: 'Einige Sportarten argumentierten in der Vergangenheit, bei ihnen sei das Dopingproblem nicht wirklich zu Hause. Zu Recht?'Baumert: 'Dort, wo die Finanzen im Sport ein dominierender Faktor sind, steht das Problem in der Tür. Die Verdienstmöglichkeiten bewegen Sportler, darüber nachzudenken, wie sie ans Geld rankommen. Da ist die Versuchung programmiert.' sid: 'In welchen Sportarten steckt neben dem Fußball das meiste Geld?'Baumert: 'Im Reiten. Hier wurden zuletzt von der Reiterlichen Vereinigung 400.000 Euro für Wettkampfkontrollen ausgegeben. Unangemeldete Trainings- und Wettkampfkontrollen sollen künftig in Regie der NADA laufen. ' sid: 'Und wie kooperationsbereit sind inzwischen Sportarten wie Fußball oder Tennis, die dieses Problem in der Vergangenheit eher negierten und nicht gerade Vorkämpfer im Kampf gegen Doping waren?'Baumert: 'Auch im Fußball ist aufgrund einiger Fälle nachweisbar, dass Doping keinesfalls ausgeschlossen ist. Ich hatte 2008 ein fruchtbares Gespräch mit Theo Zwanziger, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes. Er zeigte sich aufgeschlossen. Seitdem gibt es eine deutlich erhöhte Zahl von Trainingskontrollen im Fußball. Für 2008 sind insgesamt rund 500 unangemeldete Trainingskontrollen geplant. Im Tennis gab es 2007 nur 32 Urinkontrollen, das ist nicht viel im Vergleich zu den damals 4600 im gesamten deutschen Sport. Wir wollen diese Zahlen weiter steigern.' sid: 'Und was bewegt sich im Radsport nach einem Jahr weiterer Skandale?'Baumert: 'Da wird es jetzt erstmal spannend sein, was Rudolf Scharping als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer am kommenden Mittwoch im Bundetags-Sportausschuss präsentiert.' sid: '2008 gab es erstmals 9000 NADA-Kontrollen, im kommenden Jahr sollen es ähnlich viele werden. Allein die Analysen der Proben erfordern einen Millionenbetrag, ganz zu schweigen von Reisekosten. Sie haben oft über Finanzmangel geklagt, kann die NADA dies alles stemmen?'Baumert: 'Die 5,5 Millionen Etat, die wir 2008 benötigen, haben wir gerade so erreicht. Darin eingeschlossen sind die Gelder für die Labore in Köln und Kreischa von 1,6 Millionen Euro, die bei der NADA praktisch nur durchlaufen. Dabei unterstützen uns Bund und Land mit rund 1,5 Millionen. 2009 brauchen wir von der Wirtschaft mehr als zuletzt eine halbe Million. Schön wäre, wenn sich auch die Länder finanziell stärker engagieren würden. Nur dann können wir unserer Aufgabe gerecht werden.'

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