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Erneut Sprengstoffanschlag in Sotschi

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Olympia 2014  

Erneut Sprengstoffanschlag in Sotschi

11.11.2008, 13:40 Uhr | sid, dpa

Jean-Claude Killy mahnt Russland zur Eile. (Foto: imago)Jean-Claude Killy mahnt Russland zur Eile. (Foto: imago) In der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, ist bei einem neuen Sprengstoffanschlag ein Mann schwer verletzt worden. Dies war bereits der sechste Vorfall in diesem Jahr, wie die Polizei nach Angaben der Staatsagentur "RIA Nowosti" mitteilte.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat darüber hinaus mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen. "Wir dürfen keinen Tag, keine Stunde, keine einzige Sekunde mehr verlieren", sagte Jean-Claude Killy, Chef der IOC-Koordinierungskommission, nach seinem jüngsten Besuch in der Olympiaregion.

War Attentat terroristischer Anschlag?

Der Sprengsatz war in einer Bierdose versteckt, die ein 28 Jahre alte Fahrer auf seinem Auto fand und wegschmeißen wollte. Dabei ging die Dose in die Luft, bei der Explosion verlor der Mann eine Hand. Seit April starben insgesamt vier Menschen bei Anschlägen, zwei Dutzend wurden verletzt. Moskauer Medien zufolge ermittelt die Polizei in verschiedene Richtungen. Demnach könnten die Taten auf Terroristen oder einen Geisteskranken zurückgehen.

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Kein Rückhalt für Olympia in der Bevölkerung

Außerdem sei denkbar, dass Olympia-Gegner die Anschläge verübten. Wegen des Baus zahlreicher Sportstätten enteignen die Behörden viele Bewohner der Region. Untersucht werde zudem, ob es Spuren in die Kaukasusrepublik Georgien gebe. Russland und Georgien waren nach jahrelangem Streit um die Separatistenregionen Abchasien und Südossetien im August in einen Krieg geraten. Abchasien liegt nur 40 Kilometer von Sotschi entfernt.

Mehr Schein als Sein

Und auch sonst steht Olympia 2014 unter keinem guten Stern. Das einflussreiche IOC-Mitglied Gianfranco Kasper wurde mit Blick auf die Potemkinschen Dörfer in Sotschi deutlich: "Es gibt auf dem Papier jeden Lichtschalter in den Hotels, aber es sind noch nicht einmal die Straßen dahin gebaut."

Russland betreibt Krisenmanagement

Wie ernst die Lage ist, verdeutlichte die von Staatspräsident Dimitri Medwedew persönliche vorgenommene Berufung von Dimitri Kosak zum Krisenmanager für Sotschi. Der zum stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannte Kosak machte sich in den letzten Tagen erstmals persönlich vor Ort ein Bild - und ließ wegen der gewaltigen Infrastrukturprobleme extra eine neue Olympia-Transportverwaltung gründen. Der Hafen, von dem aus Baumaterial wie Stahl oder Zement in die abgelegene Region gebracht werden muss, ist derzeit noch zu klein für große Schiffe.

Infrastruktur bereitet Probleme

Massive Probleme gibt es auch bei der Verbindung zwischen Sotschi am Meer und der Bergregion rund um Krasnaja Polana, wo die meisten Schneewettbewerbe stattfinden sollen. Die Eisenbahnstrecke soll nur ein- statt wie geplant zweispurig ausgebaut werden, die Autobahn mit insgesamt drei statt vier Fahrbahnen. Längst murren nicht nur beteiligte ausländische Firmen über Verzögerungen bei der Olympia-Baufirma Olympstroj.

Sportstättenbau teurer als geplant

Auch beim Sportstättenbau hat es bereits diverse Änderungen gegeben. Nach Bedenken von Naturschützern wird die Bob- und Rodelbahn jetzt an anderer Stelle gebaut. Auch das Olympische Dorf in den Bergen, die Wettkampfstätten für Freestyle und Snowboard und das Biathlonstadion mussten verlegt werden. Längst ist klar, dass die ursprünglich angesetzten Investitionskosten von 8,6 Milliarden Euro am Ende viel höher sein werden.

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Enteignungen für Olympia

Bei den einfachen Leuten in Sotschi wird von dem vielen Geld nichts ankommen, mindestens 300 müssen stattdessen um ihre Häuser und Grundstücke am Meer fürchten. Zum Beispiel in der Imeriti-Bucht werden die Hausbesitzer nach dem sogenannten Olympiagesetz 310 enteignet und mit Ersatzwohnungen im Inland oder Geldzahlungen entschädigt. Nicht nur beim IOC macht man sich inzwischen Gedanken darüber, ob die Vergabe der Spiele nach Sotschi wirklich eine gute Idee war.

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