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Doping-Jäger Saltin kritisiert das IOC und die WADA

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Doping  

Doping-Jäger Saltin kritisiert das IOC und die WADA

12.02.2010, 22:53 Uhr | dpa

Bengt Saltin kritisiert das IOC. (Foto: imago)Bengt Saltin kritisiert das IOC. (Foto: imago) Der schwedische Wissenschaftler Bengt Saltin hat im Kampf gegen Doping ein radikales Umdenken und deutlich mehr Trainings- statt Wettkampfkontrollen gefordert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei "dumm", wenn es glaube, dass es die 1000 Tests mehr während der Olympischen Spiele in Peking im Vergleich zu Athen 2004 als Erfolg verkaufen kann.

"Hätte man diese Kontrollen zwischen den Saisons gemacht, hätten wir 1000 positive Fälle gehabt", sagte der renommierte Physiologe und Doping-Fahnder auf einem internationalen Anti-Doping-Forum in Berlin.

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Leichtathleten im Winter kontrollieren

Während der "heißen" Wettkampfphase zu testen, sei naiv, vergeblich und vergeude Ressourcen. "Da werden ja höchstens noch Amphetamine und Diuretika zur Verschleierung genommen. Die Leichtathleten musst du vor allem im Winter kontrollieren, die Skiläufer im Sommertraining", forderte Saltin, der in Deutschland vor allem durch sein Gutachten im Fall der Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle (November 2006) bekannt wurde. Der in Kopenhagen lebende Forscher hatte nach der Schutzsperre Sachenbachers die Blutstudie für den Weltverband FIS mit erarbeitet.

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Unzureichende Methoden

Saltin kritisierte den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) für deren "unzureichende und wenig effektive" Methoden bei der Fahndung nach Dopingsündern. Die Zukunft im Testsystem liege in der Kombination von Biologischem Pass (Blutprofile) und "zeitlich intelligenten Trainingskontrollen".

Warnung vor Gen-Doping

Die WADA-Labors dürften sich nicht isolieren, sondern müssten sich öffnen und mit internationalen Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, forderte Saltin. Allerdings sei die WADA überfordert, den höheren Bedarf an Trainingskontrollen zu decken. Das Blutdopingmittel EPO, anabole Steroide sowie Wachstumshormone (HGH) und künftig auch Gendoping seien die "effektivsten" Dopingmittel- und -Methoden.

Chip am Handy?

Schwimm-Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen machte mit Blick auf das Doping-Problem deutlich: "Der Schwimmsport ist definitiv nicht frei davon." Sie wies auf ein grundsätzliches Problem bei unangemeldeten Trainingskontrollen hin: "Es ist sehr schwer, im voraus genau anzugeben, wo man an einem bestimmten Tage tatsächlich ist." Die Berlinerin empfahl einen "Chip am Schlüsselbund oder Handy" zur besseren Ortung der Athleten.

Wieder Ärger im Radsport

Auf den Radsport kommen derweil nach den Affären Stefan Schumacher und Bernhard Kohl weitere Dopingfälle zu. Dies kündigte der Präsident des Weltverbandes UCI, der Ire Pat McQuaid, an. Die Indizien für die neuen Fälle lieferte der von der UCI in diesem Jahr als erster internationaler Sportverband eingeführte Biologische Pass, den bereits rund 800 Radprofis haben.

Kritik an ARD und ZDF

Die darin lückenlos dokumentierten Blutprofile, sagte McQuaid, hätten in einigen wenigen Fällen "Unregelmäßigkeiten" ergeben. Dies lasse auf die Anwendung verbotener Substanzen oder Methoden schließen. Derzeit, meinte der UCI-Chef, befassen sich noch die Juristen der UCI mit den Fällen. Der 59-Jährige kritisierte den Ausstieg von ARD/ZDF aus der TV-Berichterstattung über die Tour de France 2009. "Das ist die falsche Botschaft. Das ist nicht gerecht und auch nicht hilfreich - den Veranstaltern gegenüber und den deutschen Radsportfans."

Drittes Anti-Doping-Forum

Das Berliner Anti-Doping-Forum wird bereits zum dritten Mal von der internationalen Rechtsanwalts-Kanzlei Beiten Burkhardt veranstaltet. In diesem Jahr stand es unter dem Motto "Wie nah sind die Jäger an den Gejagten".

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